OERlabs am #HFD18

Die OERlabs waren gestern auch am Konferenz- und Workshoptag zum Thema „Shaping the Digital Turn – Hochschullehre im digitalen Zeitalter gestalten“ des Hochschulforums Digitalisierung vertreten. Als Sprecherin der Ad hoc AG Lehrerbildung habe ich unter anderem einen Workshop zum Thema Lehrer*innenbildung angeboten, in denen auch auf die OERlabs rekurriert wurde. Unter dem Titel „Lehrer(innen)bildung im digitalen Wandel – bitte langsam, wir haben es eilig“ stand vor allem im Fokus, welche Rolle das Lehramt für die strategische Ausrichtung an Hochschulen spielen könnte:

Digitalisierung ist das Schlagwort der Stunde, auch in der Lehrer*innenbildung. So ist beispielsweise vor ca. einem Jahr die Expert*innengruppe der HFD Ad-hoc AG Lehrerbildung und Digitalisierung unter den Schlagworten: “Maximale Disruption!”, “Lehrerbildung neu denken!” gestartet und hat ein Jahr intensiv Fragen zu Lehrerbildung im 21. Jahrhundert diskutiert. Auch in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung gibt es das ein oder andere Projekt zu digitalen Medien in der Lehrer*innenbildung. Und Strategiepapiere zur Integration digitaler Medien liegen für die Lehrer*innenbildung schon seit den letzten 20 Jahren vor. Überblickt man somit aktuell die Landschaft der Lehrer*innenbildung in Deutschland, so sieht man manche Leuchttürme, aber auch Untiefen. Denn Lehrer*innenbildung ist in der Struktur voraussetzungsvoll – nicht nur zwischen den unterschiedlichen beteiligten Akteuren und Institutionen. Und Lehramtsstudierende gelten schon mal das dritte Rad am universitären Wagen. Warum also sollte ausgerechnet die Lehrer*innenbildung im digitalen Wandel strategisches Feld von Hochschulleitungen sein? In Kleingruppen sollen ausgehend von den Erfahrungen der Ad hoc AG, der Qualitätsoffensive Lehrerbildung und eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden konkrete Herausforderungen im Rahmen von Strategieentwicklung an Hochschulen diskutiert werden.

Mir war es wichtig, unter diesem Titel nochmals die Notwendigkeit zu thematisieren, trotz hoher Erwartungen das Thema Digitale Medien in der Lehrer*innenbildung reflektiert damit umzugehen und nicht „das Kind mit dem Bade auszuschütten“. Es bringt nichts, jetzt wie wild digitale Medien zu adressieren oder bisherige Praktiken digital abzubilden (vgl. die Diskussion um Whiteboards als Tafelersatz) ohne die Besonderheiten der Lehrer*innenbildung zu verstehen. Dies führt dazu, dass vor allem der Hype bedient wird, inhaltliche Fragen aber ausgeblendet werden. Digitalisierung wird damit per se zu etwas Gutem. So ist ein differenzierter Blick sowohl auf Digitalisierung notwendig (um was geht es eigentlich genau?) als auch die Frage, welche Veränderungen dies für pädagogisches Handeln mit sich bringt. Verdeutlicht habe ich die Notwendigkeit, sich genau zu überlegen, wie man digitale Medien in der Lehrer*innenbildung adressieren kann, an zwei unterschiedlichen Herangehensweisen: Einmal die Integration über ein hochschulweites Projekt, welches insbesondere auf Vernetzung angelegt ist, quasi top-down, und einmal die Integration über ein Projekt, welches insbesondere Sensibilisierung anregen soll, quasi bottom up. Und für letzteres standen und stehen die OERlabs. Gerade im Zusammenspiel beider Perspektiven konnte man gut Vor- und Nachteile eruieren. Interessanterweise machte gerade der Vergleich deutlich, wie wichtig die Hochschulleitung in diesen Prozessen ist: seien es projektorientierte Umsetzungen, seien es partizipative bzw. dialogorientierte Verfahren.

In der anschließenden Diskussion stand dann vor allem in der Diskussion, wie man mit der Komplexität in der Lehrerbildung umgehen kann, ohne sich „zu verheben“. Diskutiert wurden unterschiedliche Herangehensweisen von konkreten Tipps zur Seminargestaltung (Studierende als Weiterbildner*innen für Lehrer*innen) bis hin zur Frage, wie eigentlich Lehrerfort- und Weiterbildungen gestaltet sein müssen und welche Rolle Leitungen (der Hochschulen, der Schulen, aber auch Schulträger) übernehmen. Alles in allem zeigte der Workshop nochmals deutlich, dass insbesondere die gemeinsame Gestaltung relevant ist – und hierfür standen die OERlabs durch ihre Dialogorientierung Pate.

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