OERlabs auf der European Conference on Educational Research 2017

Mandy Schiefner-Rohs und Sandra Aßmann präsentieren die OERlabs
Foto: Luca Mollenhauer, CC BY 4.0

Letzte Woche haben wir das OERlabs Projekt auf der ECER Conference in Kopenhagen vorgestellt. In der Ankündigung haben wir (Sandra Hofhues, Sandra Aßmann und ich) versprochen, einen ersten Einblick in die OERlabs zu geben, ausgehend von den Befragungen der Studierenden aus dem letzten Semester. Hierzu haben wir eine erweiterte Form der Lehrveranstaltungsevaluation durchgeführt, aus der erste Ergebnisse berichtet wurden. Daneben haben wir die Labs auch in die aktuelle Diskussion um OER eingeordnet und unseren theoretischen Rahmen erklärt – ein zugegebenermaßen anspruchsvolles Unterfangen, nicht nur wegen der chronischen Zeitnot in Sessions mit 4 Beiträgen in insgesamt 90 Minuten.

Denn wir haben nochmals gemerkt, wie komplex das Projekt ist, wenn man es nicht auf Bekanntes (handlungsorientierte Seminare in der Lehrer*innenbildung) oder auf den Themenaspekt der Qualifizierung angehender Lehrer*innen für OER reduziert, sondern den gewissermaßen offenen Rahmen – auch für neue Formate und Praktiken – verdeutlichen möchte und dabei, wie wir, neben der Verbindung von Universität und Schule auch und insbesondere die Gestaltung von Medienbildungsgelegenheiten an der Hochschule als Handlungsfeld hat. Auf die Schwierigkeit der „Darstellung“ hatten Bence und Matthias ja schon im letzten Podcast reflektiert. Um alle die Perspektiven deutlich zu machen, die in den OERlabs liegen, hätten wir daher weit mehr als 15 Minuten gebraucht. Insbesondere die Gestaltung eher symbolischer Räume der Labs bzw. die offene Gestaltung mit Labs als Metapher kamen in der Darstellung vermutlich zu kurz (evtl. werden wir das ausführlicher in unserem GMW-Beitrag nächste Woche darstellen können, wir verweisen dann gerne darauf). Etwas schade war auch, dass die Zeit nicht reichte, um unsere theoretische Basis zu diskutieren. Wir haben uns hier sowohl auf die auf Vygotski aufbauenden Arbeiten von Engeström bezogen wie die Überwindung von Konstruktion und Instruktion ausgehend von Sfard betrachtet. Gern würden wir die Diskussion weiterführen, denn wir haben gemerkt, dass genau hier durchaus Potenzial bestehen könnte.

Interessant waren aber die Fragen, die trotz der fortgeschrittenen Zeit aus dem Publikum kamen: Zum einen die Frage danach, ob die schulische Diskussion um OER nicht eher eine politische sei als eine didaktische. Und genau das wollen wir ja mit den OERlabs: eine primär politische Diskussion nutzen, um die eigentlichen pädagogischen Fragen dahinter (Kooperation unter Lehrenden, Partizipation und Gemeinschaftlichkeit) zu adressieren. Und die zweite Frage betraf das Verhältnis von Produktion und re-Mixen, also inwieweit es uns gelänge, Studierende in eine Wiederverwendung und Neukonzeption zu bringen, anstatt alles neu zu machen. Und ich glaube, dass das die große Herausforderung ist, diese aber nur über den Umweg der Produktion und dem dafür notwendigen Wissen und den erforderlichen Kompetenzen machbar ist: Denn als Lehrperson muss ich wissen, was ich eigentlich wie verwenden darf und wie ich das wieder zusammenfüge, so dass hier ein zumindest basales Wissen über OER und Medienproduktion von Nöten ist. Aber ich denke, ich kann für alle sprechen mit der Neugier darauf, ob es uns in den späteren Labs noch gelingen wird, auch zu re-mixen anstatt „nur“ zu produzieren.

Creative Commons Lizenzvertrag Gerne weiterverwenden! Dieser Artikel (Text) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Mandy Schiefner-Rohs für OERlabs. Titelbild: Danke für das Foto an Luca Mollhauer, bereitgestellt unter CC BY 4.0.

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