Transkript der Podcast-Episode 10: Der Multistakeholder-Dialog aus Sicht der TU Kaiserslautern

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Bence Lukács: Hallo im Bildungsshaker Podcast, dem Podcast des BMBF-Projekt OERlabs. Mein Name ist Bence Lukács und ich darf mich diesmal aus Kaiserslautern melden und mir gegenüber sitzt Constanze Reder.

Constanze Reder: Hi.

Bence Lukács: Hallo. Ja, mir gegenüber auf dem anderen Tisch sitzt Matthias Andrasch, der natürlich auch mitgekommen ist…

Constanze Reder: Echt? Den erwähnst du auch. Das ist aber nett.

Bence Lukács: …und vielleicht auch noch hin und wieder seine Kommentare aus der Ferne reinschmeißen wird.

Constanze Reder (Lachend): Da bin ich mal gespannt.

Bence Lukács: Das Thema des heutigen Podcast ist eigentlich recht simpel, weil es sozusagen der Folgepodcast für unseren letzten Podcast ist, wo wir über den MSD gesprochen haben in Köln, wo wir ja natürlich schon Schwierigkeiten und Fragen im Prozess angesprochen haben. Stichwort: Design Thinking und Rapid feministic prototyping.

Constanze Reder: Ok. Solche Wörter werde ich nicht benutzen heute.

Bence Lukács: Das ist gut. Ich glaub da werden sich alle freuen. Und dementsprechend haben wir uns gedacht, es ist Zeit natürlich auch die MSD Planung in Kaiserslautern ein wenig zu reflektieren und ja da bist natürlich du die Ansprechperson für uns.

Constanze Reder (zustimmend): Mhmm.

Bence Lukács: Und ich weiß gar nicht, ob wir das schon konkret angesprochen haben in unserem Podcast aber natürlich folgt das Projekt den gleichen Arbeitsschritten sowohl in Köln als auch in Kaiserlautern. Das heißt ihr macht auch einige MSD Termine aber, was wir auf jeden Fall schon angesprochen haben ist, dass es doch einige Unterschiede gibt zwischen Köln und Kaiserlautern.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Und da würde ich eigentlich mal mit drei Grundfragen oder –fragezeichen den Podcast einleiten, weil ich glaub…

Constanze Reder: drei gleich?

Bence Lukács: Drei gleich, dass du da in Ruhe alles ausformulieren kannst, nämlich einerseits die Strukturen eures MSDs. Wir haben ja darüber gesprochen, dass wir ein paar Kerntermine haben und dazwischen offene Lab-Termine.

Constanze Reder (zustimmend): Mhmm.

Bence Lukács: Da werden wir natürlich auch nochmal genau darauf zu sprechen kommen, wie sich das dann tatsächlich abbilden wird, wie es bei euren Stakeholdern aussieht, weil wir haben ja auch schon erwähnt, dass die Universität zu Köln sehr groß ist, das heißt wir versuchen ja möglichst viele, ich sag jetzt mal unter Anführungsstrichen, unterschiedliche Stakeholder in unsere MSDs zu holen, die aber natürlich alle in dieser Bildungskette unterwegs sind.

Constanze Reder (zustimmend): Mhmm.

Bence Lukács: Und für uns war natürlich auch da, wie ja im letzten Podcast natürlich das Hauptthema war, diese Utopie ein wesentliches Ziel oder Thema und da wär auch die Frage, ob das für euch auch so ist oder ob ihr euch da irgendwelche anderen Ziele gesetzt habt und abschließend einfach nur dieser Gesamtaufbau der MSDs, weil ihr habt ja einige, wie gesagt, andere Voraussetzungen, da ihr ja OERlabs in regelmäßigen Abständen auch so schon habt mit Studierenden…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: …ob das einen Einfluss hatte auf die MSDs, die ihr mit den Stakeholdern plant, weil bei uns das natürlich mehr oder weniger weggefallen ist am Anfang beziehungsweise wegfällt, wir aber jetzt quasi hinten rum wieder dazu gekommen sind, offene Lab-Termine einzusetzen sozusagen, wo wir die Teilnehmer ganz offen einladen über Themen zu sprechen beziehungsweise Themen abzuarbeiten.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Ja.

Constanze Reder: Ok. Also hallo erstmal von meiner Seite. Genau. Schön, dass Ihr da seid übrigens. Ok also es waren jetzt viele Fragen. Ich hoffe ich vergesse nichts. Genau, also auch wir machen einen Multistakeholder-Dialog an der TU in Kaiserlautern. Ich würde sagen der erste signifikante Unterschied ist vielleicht einfach, dass es bestimmte Strukturen gibt, die jetzt schon bestehen, wie die laufenden OERlabs. Der Multistakeholder-Dialog kommt jetzt mehr oder weniger dazu. Wenn man ihn als großes Forum sieht, wo viele Beteiligte an einem Tisch sitzen, dann kommt er jetzt groß dazu. Wenn man es ein bisschen abgeschwächt sieht, existiert er schon insofern, dass es schon eine kleine Arbeitsgruppe gibt, da komm ich gleich drauf. Strukturen erstmal. Also unser erster Termin ist der 18.12. das ist quasi gleichzeitig das Einleiten der Weihnachtspause und das Ende des ersten Teils der Vorlesungszeit. Die Studierenden haben mich schon darauf hingewiesen: Oh ist aber hier letzte Vorlesungswoche. Ganz dramatisch. Naja gut wir werden mal sehen, wie weit wir kommen an diesem Montag. Genau. Und das Schöne an diesem ersten Termin ist aber wirklich, dass es erstens dieses Jahr noch klappt und so ein bisschen der Jahresabschluss ist für uns mit Rückblick darauf, was jetzt schon gelaufen ist. Das so als erster Termin. Der zweite Termin soll, anders als bei euch, nicht so hart danach kommen, dass man über die Winterpause noch ein bisschen verdaut und nochmal guckt, was im Frühjahr alles läuft. Das heißt der Zweite wird bei uns dann tatsächlich im April kommen und zum Abschluss des Projekts dann nochmal am Ende im Sommer beziehungsweise also Spätsommer, je nach dem. Müssen wir mal sehen.
Das wären dann drei große Termine. Dazwischen gibt es noch zwei Termine, die wir OERlabs Intensiv genannt haben. Der erste OERlabs Intensiv Termin wird irgendwann im Frühjahr stattfinden und der zweite OERlabs Intensiv Termin dann zwischen den beiden letzten Multistakeholder-Dialog/ Runde Tische-Termine und soll so ein bisschen dem dienen da das aufzugreifen, was vielleicht auch an den Runden Tischen verhandelt wird. Und wenn Weiterbildungsbedarfe identifiziert wurden oder tatsächlich, ich sag mal so, Hinweise darauf, was die OER nicht gerade Zementierung aber so die Nachhaltigkeit des OER Themas an der Hochschule und auch an der TU und bei uns in der Stadt weitertreiben könnte, dann würden wir das da gerne aufnehmen und nochmal so eine neue Perspektive auf OER eröffnen.
Genau. Das so zur Struktur. Wir haben ja laufende OERlabs, die schon seit Sommer initiiert wurden und jetzt im Wintersemester tatsächlich auch ganz gut angelaufen sind jetzt mit freiwilligen Studierenden, die Materialien produzieren und neue Erkenntnisse über OER gewinnen, hoffentlich, in den Labs. Die werden weiterlaufen, parallel. Es wird im Januar einige Termine dazu geben, die von den Studierenden auch selber gestaltet werden, sodass wir das, ich würde mal sagen, als Ergänzung haben. Tatsächlich in der Verbindung mit den Runden Tischen, steht es sofern nicht im Zusammenhang, dass es nicht dieselbe Zielgruppe anspricht aber natürlich das, was in den OERlabs erarbeitet wird, auch als Gegenstand dient, an den Runden Tischen diskutiert zu werden, die Sicht der Studierenden oder die Bedarfe der Studierenden da auch mit aufgenommen werden sollen und ja auch studentische Vertreter jetzt bei den ersten runden Tischen dabei sein sollen.
Zum ersten Runden Tisch nochmal, um das abzuschließen, wie so der Rundumschlag ist, weil es viele Fragen und schwer das alles zu verbinden aber beim ersten Runden Tisch. Der gruppiert sich so ein bisschen um eine Gruppe drum herum, die schon an dem Projekt ein bisschen dran ist sich zu vernetzen und daran zu arbeiten mit dem VCRP und dem DISS bzw. dem E-Teaching Service Center und der Bibliothek für Sozialwissenschaften und in der Bibliothek ist ja auch der OERlabs-Raum. Also da schließt sich wieder der Kreis. Wir werden das zusammen gestalten mit dem Zusatz, dass wir jetzt auch auf jeden Fall die Perspektiven anderer Stakeholder, die noch nicht mit uns wirklich am Tisch oder im Lab-Raum gearbeitet haben, dazu holen wollen und gespannt darauf sind, wie die die Debatte nochmal erweitern oder was wir auch vielleicht bisher eventuell nicht bedacht haben, wenn wir über OER an der TU in Kaiserlautern nachdenken. Ja.

Bence Lukács: Hier wär nur eine kleine Zwischenfrage…

Constanze Reder: Ja unbedingt. Genau.

Bence Lukács: Also wir haben ja gestern schon darüber gesprochen. Wir haben dir ja mal unser Konzept vorgestellt, was wir so haben und haben dann das nochmal gemeinsam reflektiert und dann hast du uns natürlich auch euer Konzept mal erklärt und dargestellt und also es war natürlich sehr interessant zu sehen, wie auch in vielen anderen Sachen natürlich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Wir haben halt immer das Gefühl, dass wir versuchen einfach alle mal einzufangen, die halt irgendwie so entlang dieser Bildungskette irgendwie im Lehramtsstudium dabei sind. Wir haben das ja schon einmal erwähnt. Also…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … ob das jetzt Intermedia ist, oder aus dem juristischen Bereich oder konkret aus der Lehramtsausbildung und du hast ja diesen OER Stammtisch erwähnt, den ihr ja schon habt.

Constanze Reder (zustimmend): Mhmm.

Bence Lukács: Und das ist eigentlich ganz interessant, weil das kann natürlich bedeuten, dass es schon so einen gemeinsamen Nenner gibt,….

Constanze Reder: Genau.

Bence Lukács: … was die Thematik angeht, wo wir uns natürlich auch sehr schwer getan haben, weswegen wir natürlich auch diesen Utopie-Gedanken irgendwie aufgegriffen…

Constanze Reder: …entwickelt habt.

Bence Lukács: haben, weil wir halt diesen gemeinsamen Nenner erstmal finden müssen.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Was für einen Einfluss hatte das, dass es da irgendwie schon diese Grundlage außerhalb des Projekts gibt sozusagen.

Constanze Reder: Genau. Du sprichst da einen Punkt an, den ich jetzt vielleicht auch bewusst nochmal rausgelassen habe, weil der also nochmal ein eigener Punkt ist in der strategischen Planung. Ihr habt den, also das kann alles Vor- und Nachteile beziehungsweise verschiedene Perspektiven oder Seiten haben. Ich würde tatsächlich nicht behaupten, dass wir hier im Stammtisch an einer Utopie arbeiten, sondern an wirklich sehr konkreten Projekten, die sich unterschiedlich verhalten und eher darüber nachdenken, wie wir unsere verschiedenen Zielgruppen, weil der Stammtisch ja wirklich ganz verschiedene Zielgruppen als Ansprechspersonen hat oder Angebote für verschiedene Zielgruppen macht, wie wir die zusammenbringen unter diesem Dach OER. Und wie wir OER denken, ist da auch noch gar nicht so zementiert, also noch sehr offen und auch sehr offen nochmal für andere Perspektiven. Deshalb finde ich, ist der Runde Tisch auch nochmal eine Chance auch andere Stakeholder mit denen wir noch nicht persönlich direkt gesprochen haben, da nochmal mit aufzunehmen und zu sehen: Ah ja ok. Das haben wir noch gar nicht gedacht, sondern wir denken gerade sehr zielgruppenspezifisch. Und das macht es leicht an konkreten Beispielen zu arbeiten, auch an konkreten Materialien und auch mal darüber nachzudenken auf welchem, vielleicht nicht Niveau aber von welcher Ausgangssituation müssen wir ausgehen, wenn wir irgendwie an unsere Zielgruppen OER als Thema ran tragen. Also schon ein bisschen enger als bei euch, hätte ich gesagt, aber wir versuchen quasi da auch nochmal am Runden Tisch das Fass aufzumachen dahingehend, wie können wir aber wirklich alle da mitnehmen in diesem Prozess und wie könnte es so gehen in der jeweiligen Institution. Die TU hat ja auch ihre verschiedenen Partner-Institutionen, die, was halt bei uns ein wirklich ein großer Vorteil ist, einmal über den Flur sind oder einmal ein Stockwerk tiefer oder ich gehe einmal übern Campus und bin in der Bib. Das ist halt wirklich räumlich einfach total sinnvoll. Und insofern hätte ich gesagt, Utopie ist willkommen aber sollte glaub ich an der TU dann schon auch konkret greifbar werden. Also sowohl für die Studierenden bei uns, als auch für die Institutionen, um gleich raus zu finden, was habe ich für einen Mehrwert davon, wie kann ich das für mich sinnvoll verwerten. Also von dem her, Vor- und Nachteile insofern, dass man halt guckt das so offen zu lassen, dass wir wirklich ein Thema bieten, indem verschiedene Perspektiven auch immer noch tragbar werden oder tragfähig werden. Und bei euch in Köln ist halt der, also ich finde das ist eine ganz tolle Sache, dass ihr so viele, diese Multi-Perspektiven habt, aus verschiedenen Ecken, verschiedene Schwerpunkte zu haben. Und das muss dann bei euch auch einfach diese große Utopie sein, damit sich da jeder verorten kann.

Bence Lukács: Aber das ist auch ganz interessant, weil Matthias hat das natürlich auch sozusagen gleich erwähnt, dass von unserer Seite aus, klingt das halt schnell so, dass die, so eine Erfolgsgarantie eher gegeben ist, weil die Potentiale auf einer anderen Stufe schon aufgemacht werden, weil sich quasi die Leute schon kennen und das irgendwie diese Gesprächsgrundlage von OER schon gibt und es ist interessant dann, dass du natürlich sagst, es ist cool bei uns, weil wir halt natürlich viele Perspektiven reinbringen, die jetzt vielleicht nicht in diesem Thema schon drin sind.

Constanze Reder: Ja. Genau.

Bence Lukács: Aber gleichzeitig ist dann unsere Perspektive wieder ganz anders, weil wir das gar nicht so sehen, sondern wir denken halt noch in anderen Strukturen, weil wir erstmal die Leute irgendwie zusammen bekommen müssen aber es andererseits eben spannend ist, dann zu sehen, naja da gibt es schon diesen Stammtisch. Vielleicht…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … kann man da auf einer ganz anderen Stufe einsteigen in die Diskussion.

Constanze Reder: Ja, also es ist tatsächlich beim Runden Tisch, beim Ersten auch wirklich geplant diese Perspektive oder vielleicht auch diese Expertise, die durch den Austausch am Stammtisch gewachsen ist, mit reinzugeben in die Diskussion, quasi als Input oder Perspektive, an der sich dann auch besser diskutieren lässt. Also ich hab so das Gefühl, dass es immer einfacher ist, wenn einmal schon ein Gegenstand aufgemacht ist, in einer bestimmten Art und Weise und man sich da dann besser abarbeiten kann. Also man hat ja auch dann die Chance zu sagen: Nee, sehe ich gar nicht so oder ich würde es anders machen bei uns, weil das würde bei uns auch auf keinen Fall funktionieren vielleicht in der Institution oder bei dem Angebot, das ich gerade stricke für eine Zielgruppe. Wir bewegen uns ja also wirklich in einem Bildungsbereich hier, in einem ziemlich konkreten, dass man sich da einfach besser nochmal verorten kann: Wie sehe ich das? Und diese Perspektive da mit reinzubringen, da sehe ich wirklich auch ganz klar den Vorteil, dass wir eben jetzt schon eine Expertise am Tisch haben, die aus verschiedenen Ecken über verschiedene Zielgruppen und Gegenstände im OER-Bereich miteinander spricht und diesen Input geben kann, wodurch ich natürlich, wenn ich mit den, dann habe ich einen ganz konkreten Gesprächsgegenstand und das ist glaub ich schon leichter.
Die Schwierigkeit wiederum dabei ist, dass wir wirklich wollen, dass sich die Institutionen bei uns eingeladen fühlen da auch wirklich einzugreifen und zu sagen: Der Prozess würde bei uns in die falsche Richtung laufen, wir bräuchten andere Gelingensbedingungen, wir müssten es anders aufziehen oder, dass die auch zum Beispiel sagen können: Ja dann erzählt mal, wie ihr das wirklich konkret macht mit den Tutoren. Ist das eher ins Blaue hinein oder gibt es da eine konkrete Struktur, sodass man sagen könnte: Ok. Diesen Teil würde ich mitnehmen als vielleicht, eventuelle Möglichkeit, bei mir das Thema auch zu starten.
Also ich find das hat zwei Seiten. Eben das ein bisschen vorsichtig aufzuziehen, dass wir nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen haben aber, dass wir schon mal im Austausch miteinander so weit sind zu sagen, wir können hier was reingeben, wir können den Ball spielen und dann wird der natürlich auch eventuell leichter zurückgespielt.

Bence Lukács (zustimmend): Mhmm. Also ich versuche mal die Brücke zu schlagen zur zweiten Frage, mit euren Zielen mit dem MSD…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: beziehungsweise von diesem Utopie-Gedanken, den wir hatten, …

Constanze Reder: Ja.
Bence Lukács: … weil du uns auch da das Feedback gegeben hast beziehungsweise wir uns das natürlich auch beim letzten Mal schon gefragt haben, inwiefern eine Utopie überhaupt Rahmenbedingungen braucht, was natürlich…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … sehr absurd klingt, weil eine Utopie…

Constanze Reder: …eben keine Rahmenbedingungen hat.

Bence Lukács: …eben keine Rahmenbedingungen hat.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Nur wie wir das im letzten Podcast schon diskutiert haben, ist das halt trotzdem sehr schwer, weil wir das vielleicht eingrenzen müssen auf OER oder vielleicht grenzen wir das ein auf Schule, vielleicht grenzen wir das ein auf Hochschule. Also ist immer noch eine interessante Überlegung, wie man das eigentlich anstellt und da hast du uns auch das Feedback gegeben, dass man schon auch zumindest irgendeine thematische Rahmung einbauen sollte, dass es nicht zu…

Constanze Reder: Lachend

Bence Lukács: … offen ist.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Und da wäre dann die Frage, nach welchen Zielen sich dann bei euch das richtet. Kann jetzt auch nur der Erste sein oder die Gesamtstruktur aller MSDs.

Constanze Reder: Ja, genau. Gesamtstruktur aller MSDs ist bei uns insofern nicht gegeben, dass nicht alle MSDs diesen Aufbau in Form einer Klimax haben und am Ende steht man quasi vor dem, was man die letzten Monate erarbeitet hat, sondern das hat, sagt man mal eine Schwerpunktsetzung, wir versuchen ja jetzt erstmal gerade an der TU klarzukommen mit dem Thema OER, insofern dass wir ausloten, wer kann welche Perspektive auf OER miteinbringen, also wirklich dieses OER-TUK-Thema aufzumachen, das uns dann weiterführen soll, wenn wir überlegen, wie könnte OER und Lehrerbildung aussehen, weil natürlich die Technische Universität Kaiserslautern ganz stark in der Lehrerbildung sich verortet, obwohl sie sich natürlich auch sehr öffnet für andere Bereiche, deren Perspektive wir unbedingt auch mit reinbringen wollen. Stichwort ist diese Multi-Perspektivität, die wir dann durchaus versuchen, das was wir haben auf jeden Fall auch mit einzubeziehen. Aber Lehrerbildung ist ein großer Schwerpunkt und wird sich dann im zweiten Runden Tisch dem Thema öffnen. Da wollen wir uns auf jeden Fall dann auch ein bisschen mehr ins Land reinziehen wirklich und die Lehrerfortbildungsinstitute einbeziehen und andere Institute, die sich auch um Lehrerbildung kümmern, während der dritte Runde Tisch tatsächlich was mit OER in der Region zu tun haben soll. Also eben nochmal zu gucken: Was würden andere Bildungsinstitutionen für einen Blick auf das Thema werfen? Wie könnte die TU sich hier in dem Rahmen verorten? Also das wären so die Themen. Du sagtest jetzt, ich habe den Tipp gegeben oder ich habe euch mit auf den Weg gegeben, wenn ihr jetzt wieder zurückfahrt, das Thema doch ein Stück mehr zu rahmen. Jetzt ist Utopie trotzdem ein schöner Begriff und ich finde man kann ja auch miteinander verhandeln: Was wären Utopien in Bezug auf OER? Und dann hat man ja doch wieder einen sehr, durch unsere Vorstellungen von der OER Bewegung oder von freier Bildung einen sehr gerahmten Begriff einer utopischen Lehre oder utopischen Unterrichts oder utopischen Materials. Von dem her könnte ich mir schon vorstellen, dass das bei uns auch eine Rolle spielt, nur eben wahrscheinlich nicht mit dem Begriff Utopie gerahmt, sondern einfach das wünsche ich mir, davon dass ihr dieses Thema in die Schule tragt oder das Thema in die Lehrerbildung tragt. Diese Erwartungen habe ich daran, weil ich natürlich was optimieren oder verbessern will oder auch kritisch bin und sagen würde: Da ist aber eine Schwierigkeit, da müssen wir dran arbeiten. Also insofern liegt vielleicht eine Utopie dahinter und wir müssen einfach vielleicht miteinander ausloten, wie können wir uns da alle an der TU irgendwie unter einem bestimmten Dach wiederfinden oder was davon annehmen. Ja.

Bence Lukács (zustimmend): Mhmm. Also ein interessanter Punkt, der mir noch eingefallen ist beziehungsweise, den du am Anfang auch kurz erwähnt hast, ist natürlich eine studentische Beteiligung…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … am MSD weil ja Studierende natürlich auch Stakeholder sind…

Constanze Reder: Ja. Ganz wichtige. Na klar.

Bence Lucács: in dieser gesamten Sache. Das darf man natürlich nie vergessen,…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … dass man diese Stimme auch hereinholt einholt…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: Und für uns ist natürlich da die Planung schon etwas anders gewesen, weil wir ja keine physischen Labs haben sozusagen,…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … wo wir Studierende haben, die wir dann ansprechen können und sagen können: Hey, ihr arbeitet schon in Labs und habt da schon Erfahrungen gemacht, wollt ihr nicht mit euer Expertise in so einen Dialog…

Constanze Reder: … treten.

Bence Lucács: … treten. Aber wir haben natürlich schon Studierende eingeplant, das ist klar und ich glaub für uns ist natürlich auch die Überlegung, dass diese offenen Termine eben für alle Teilnehmer wieder offen sind.

Constanze Reder (zustimmend): Mhmm.

Bence Lucács: Das heißt das wollen natürlich auch für Studierende öffnen, dass man da auch einen Beitrag…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: …. leisten kann. Und da wär dann die Frage, wie das bei euch gelöst ist, beziehungsweise in welcher Form sich die Lab-Arbeit, die die Studierenden im tatsächlich offenen OERlabs machen beziehungsweise in deinen Seminaren.

Constanze Reder: Also du willst wissen, was der Unterschied ist?

Bence Lucács: Ja einerseits der Unterschied und welche Studierenden wie eingebracht werden in diesen MSD.

Constanze Reder: Ja. Also grundsätzlich läuft, hätt ich mal jetzt so eingeschätzt, die studentische Beteiligung im Moment natürlich doch sehr über die direkte Ansprache und über die direkte Beziehung, die wir haben. Also wenn wir irgendwie über Fachdidaktiken Studierende ansprechen, ist es eine andere Form der Wirkung, als wenn wir irgendwie einfach einen Facebook-Post abgeben. Von dem her hätte ich gesagt, dass das Gelingen der Ansprache der Studierenden, das nach wie vor auf einer sehr persönlichen Ebene, wenn man schon mal was vom Fachbereich gehört hat, wenn man da schon mal ein Seminar gemacht hat oder irgendwie schon mal in der Bibliothek war und das ganz gut fand oder sagt: Doch, irgendwie Medien spielen für mich eine große Rolle oder jemand hat wirklich ein ganz konkretes Problem, an dem er arbeiten will. Das sind immer noch immer so die direktesten Bezüge, hätte ich gesagt. Und im MSD ist es jetzt so, da wollen wir ein bisschen mehr in die Breite gehen, vielleicht auch wirklich mal bewusst, studentische Vertretungen in diversen Gremien heranziehen, mit dem ASTA auch zusammen da weiterarbeiten, sodass wir irgendwie den ASTA Vorstand mit einbeziehen wollen, die studentischen Vertreter in verschiedenen Gremien ansprechen wollen und ihnen auch als Basis mal das zeigen, was in den Labs schon gelaufen ist, sodass ich jetzt gesagt hätte, es ist nicht unbedingt nötig, also gewünscht natürlich, aber nötig die Studierenden aus den Labs physisch da vor Ort zu haben an den Runden Tischen, sondern das was sie erarbeitet haben an Expertise, nicht nur an Materialien, wirklich auch das, was dahinter liegt. Also wir haben ja heute im Lab ganz konkret gesehen, dass so ein Material viele Schritte durchlaufen kann.

Bence Lucács (zustimmend): Mhmmm.

Constanze Reder: Du fängst irgendwie an mit einer bestimmten Stufe, dann fallen Studenten aber Ecken und Kanten auf, z.B. dass es keine freien Bilder sind oder dass selbst die Software, mit der das erstellt wurde, keine Freeware ist, sodass es andere unter Umständen nicht bearbeiten können und dann nochmal einen Schritt weiter gehen, das heißt diesen Entwicklungsprozess auch aufzuzeigen. Nicht nur das eine Material, sondern zu sagen: Guckt mal, das ist irgendwie jetzt hier die Entwicklungsstufe, die unsere Studierenden durchlaufen haben und jetzt sind sie an dieser Stelle und jetzt muss man gucken, was man jetzt noch an Expertise reinholt. Also das führ ich grad noch zu Ende, auch wenn es jetzt lang ist, ohne zu monologisieren aber ganz konkretes Beispiel: Wenn die jetzt am Ende mit so einem Projekt stehen oder mit so einem Produkt, dann haben die ja zum Beispiel immer noch nicht die Schüler bei sich in den Labs, die das mal ausprobieren, dieses Unterrichtsmaterial. Und da kommen dann unsere Stakeholder wieder, die vielleicht am zweiten Runden Tisch spätestens aber auch schon dazwischen mal an den Tisch kommen und sagen, wir probieren das mal aus, das, was ihr da gemacht habt und dann kann man den Ball wieder zurückspielen und genau darum geht es eigentlich. Also die studentische Perspektive durch das, was sie sich an Entwicklungen, Materialien, Expertise über die Labs angeeignet haben, mit reinzugeben in die Runden Tische.

Bence Lucács: Ich glaub da ist auch ganz spannend, aber das ist wahrscheinlich eine methodische Lösung eher, dass man die Stimme der Studierenden, wie wir natürlich auch schon erwähnt haben, dass das Aufbrechen von Hierarchien…

Constanze Reder: Genau.

Bence Lucács: … dass man das schon lösen muss, weil jetzt ganz spontan hab ich halt dran gedacht, weil wir das auch irgendwie geplant hatten, Materialien vielleicht zu präsentieren, was aber natürlich dann schnell in eine Richtung gehen kann, dass halt das Thema OER wieder auf Materialebene…

Constanze Reder: Genau. Diskutiert wird…

Bence Lucács: … runtergebrochen wird.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … und die Studierenden dann aber eben, wie du sagst, nicht von dem Prozess berichten können.

Constanze Reder: Genau.

Bence Lukács: … einerseits, sondern halt nur darstellen: Ja wir haben das gemacht und das und das sind die Ideen mit dem digitalen Lernmaterial, zum Beispiel.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: Und da ist es aber interessant, denke ich, in so einem MSD auch die Studierenden auf diese gleiche Stufe zu bringen, …

Constanze Reder: Ja. Genau.

Bence Lucács: … dass sie vielleicht auch über ihren eigenen Prozess hinaus, mit diesem Thema irgendwie umgehen können.

Constanze Reder: Genau.

Bence Lucács: Weil es ist dann. Also einerseits kann man sagen, es wäre wahrscheinlich nicht ideal, dass Studierende nur ihre Materialien präsentieren.

Constanze Reder: Nee. Genau.

Bence Lucács: Aber es wäre vielleicht auch genauso weniger hilfreich, dass sie halt nur über ihren Prozess sprechen. Also ich denke mal,…

Constanze Reder: Beides.

Bence Lucács: … dass muss man dann aufbrechen

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … und sie wirklich auf die gleiche Stufe holen…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … dass sie ihre gesamten Erfahrungen teilen können, wie sie darein gekommen sind, wie sie mit der Arbeit zurechtgekommen sind und welche Ideen sie dann haben für eben diese gesamte Bildungskette.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: Und ich glaub das wird zumindest für uns auch sicher noch eine Schwierigkeit darstellen, dass man, natürlich Hierarchien aufbrechen ist so oder so ein eigener riesen Schwerpunkt im dem ganzen MSD aber auch, dass man die Studierendenstimmen richtig einfangen kann.

Constanze Reder (zustimmend): Mhmm. Ja. Wird eine riesen Herausforderung für uns auch werden, das adäquat darzustellen und ich bin deswegen wirklich, nicht nur angewiesen darauf, sondern auch dankbar darüber, dass wir jetzt also zwei Tutoren haben, die die Labs von Anfang an begleitet haben…

Bence Lucács (zustimmend): Mhmmm.

Constanze Reder: … aber übrigens auch noch mehrere Stakeholder haben, die regelmäßig bei den Labs teilnehmen, obwohl sie nicht direkt Tutoren sind aber das einfach sehen aus anderer Perspektive. Also es gibt zum Beispiel eine sehr engagierte Hilfskraft, eine Studentische in der Bibliothek, die den Prozess jetzt schon länger begleitet und immer dabei ist. Wir haben andere Hilfskräfte bei uns aus dem Fachbereich, die ihre Perspektiven mit angeben. Auch das sind studentische Blickwinkel, die in den Labs eine Perspektive haben und da bin ich auf jeden Fall sehr dran interessiert und im Austausch von wegen Hierarchiebruch. Mir persönlich fällt es total leicht. Ich kann sehr gut sagen: So an der Stelle habe nicht ich die Weisheit mit Löffeln gefressen. Und sag: Ich weiß genau wie die daran gegangen sind. Nee. Ich guck mir das an und sag: So aber jetzt hätte ich gern den Prozess dahinter nochmal aus dieser Perspektive, Schwierigkeiten… Wo fangen die an? Was ist denn überhaupt die Stufe? Und was machst du, wenn du Studenten hast, die sich schon total auskennen und welche, die noch gar nichts darüber wissen, sondern einfach nur ein Projekt haben, das sie gerne umsetzen wollen. Also diese Sachen mit reinzunehmen ist für mich ultra wichtig. Deshalb würde ich immer den Weg gehen die Leute zu nehmen, die wirklich ganz da an der Basis sind, vor diesen ganz alltäglichen OER Problemen stehen. Und das finde ich immer nochmal ganz wichtig, selbst wenn wir uns über, ich sag mal, offene Praktiken Gedanken machen, utopisch Gedanken machen, Dinge irgendwie zu initiieren. Das ist aber eigentlich der Alltag, wenn man mit OER wirklich ins Doing kommt und der Alltag ist auch sehr wichtig, für alle Zielgruppen, die mit Bildung arbeiten, denn wir wollen ja im Endeffekt Bildung neu denken ein Stück weit, mit OER und dann geht es genau an solche Praktiken. Wie schwer ist das? Wie viel Austausch braucht man da? Und meine Erkenntnis bisher ist: Es geht echt nur mit Kooperation und ganz viel Wissen, das zusammen an einen Tisch kommt und wenn man alleine da steht, kann man mit OER auch nicht die Welt verbessern, sondern das geht nur zusammen. Und dieses Zusammen würde ich gerne abbilden, auch in der Perspektive an den Runden Tischen.

Bence Lucács: Ja. Gut abschließend wäre denke ich noch ganz interessant vielleicht so einen kleinen Ausblick zu geben, wie du die Entwicklung dieser MSDs über die restliche Projektlaufzeit siehst, weil…
Ich weiß gar nicht, wie konkret wir das schon angesprochen haben aus Kölner Sicht. Also wir haben das außerhalb des Podcasts natürlich schon…

Constanze Reder: Liebe Hörer, das ist ein Aufruf zum Rückmelden. Genau. Nein.

Bence Lucács: … dass wir das außerhalb des Podcasts natürlich schon reflektiert haben,…

Constanz Reder: Ja.

Bence Lucács: … wie wir das sehen. Wie ich das erwähnt habe, also wir planen jetzt natürlich offene Termine, wo aus den Kernterminen Themen eingebracht werden können, die wir dann mit einer offenen Teilnehmerschaft sozusagen…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … aufarbeiten wollen, wo man wirklich eben in dieses Doing kommt mit OER, beziehungsweise mit dieser gesamten OER-Thematik. Das kann ja aus mehreren Richtungen aufgearbeitet werden…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … und da ist aber trotzdem dann interessant zu sehen, wie sich das dann entwickelt, weil also das kann natürlich so eine Eigendynamik dann auch entwickeln, grad mit offenen Labs und das finde ich bei euch eben spannend, weil ja gleichzeitig diese richtigen OERlabs mitlaufen, wo du jetzt per se gar nicht so beteiligt bist, …

Constanze Reder: Genau.

Bence Lucács: … sondern dass das Tutor*Innen machen.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: Wie siehst du da die Entwicklung der MSDs beziehungsweise irgendwie so Hand in Hand gehend mit anderen Lab-Geschichten?

Constanze Reder: Also ich hör so ein bisschen raus in deiner Frage, es geht auch so darum, wie schaffen wir es den Kontakt nicht zu verlieren, ne? So ein bisschen zwischen allen Akteursgruppen auch.

Bence Lucács: Genau. Und vielleicht auch diese Nachhaltigkeit…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … weil ich glaub das haben wir schon kurz angesprochen….

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … dass es halt natürlich ganz nett klingt, dass man sagt man macht halt ein paar MSDs. Aber wie füllt man die, dass dann vielleicht irgendeine nachhaltige Diskussion auch entsteht?

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: Und da muss man natürlich auch diese MSDs untereinander so vernetzen,….

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: dass die sich Themenstränge, sag ich einmal, durchziehen, die man auch gerne…

Constanze Reder: …weiterverfolgt.

Bence Lucács: … weiterverfolgt und bearbeitet. Und da seid ihr denke ich, in einer ganz besonderen Rolle, weil halt Labs mit Studierenden schon laufen, beziehungsweise auch weiter laufen werden.

Constanze Reder: Also ich glaub, dass tatsächlich der Knackpunkt darin ist, dass alle, alle, egal um welche Zielgruppe sich die Stakeholder kümmern oder in welchen Bereichen sie arbeiten, sie sind alle daran interessiert zu erfahren, wie ist es wirklich im Doing. Also wie machen die das, wie könnte meine Zielgruppe das machen und vor welchen Hürden stehen die eben, wenn die da sind. Und selbst wenn man irgendwie sagt, man hat eigentlich als Zielgruppe Fernstudierende oder du hast als Zielgruppe Hochschulmitarbeiter, was wir auch haben, oder die Bibliothek, die irgendwie sagt man versucht die Aufmerksamkeit auf andere Materialien, als nur Schulverlage oder überhaupt Verlage von Büchern zu lenken und da irgendwie neue innovative Materialien reinzuholen. Das sind ja ganz verschiedene Ansätze. Und ich hab also so bisher das Gefühl, dass egal aus welcher Ecke wir alle kommen an der Hochschule, auch an der Schule, uns immer wieder darum drehen: Und wie sieht es jetzt aus, wenn ich das jetzt wirklich mache? Und daraus nochmal das Thema groß zu machen. Im ersten Schritt geht es nie um Material, also es geht nie im ersten Schritt um Material produzieren, am Ende habe ich einen Arbeitsplatz, sondern es geht immer erstmal um ganz viele Fragen, die uns alle beschäftigen, also medienrechtliche Sachen, medienwissenschaftliche Sachen, wer stellt was zu Verfügung, welche App ist kommerziell oder nicht, ist wie die Studenten heute, ist eine Software irgendwie fei und kann das jeder. Also erstmal diesen Dreh überhaupt im Gehirn hinzukriegen zu sagen: Ach Mensch jetzt hab ich hier irgendwie ein Material, das ist hier irgendwie mit einer Software erstellt, die hat ja gar nicht jeder. Also irgendwie dann nochmal eine Alternative zu suchen, das sind die Praktiken und da komme ich nur in Zusammenarbeit mit anderen dran.

Bence Lucács: Ja.

Constanze Reder: Ich glaub das könnte tatsächlich das Thema sein, das alle interessiert, auch über die Runden Tische insgesamt. Das ist so mal eine Sache. Also von der studentischen Perspektive lernen, hätte ich mal gesagt, oder vom Erfahrungsschatz der Studierenden lernen, für Open Educational Practices tatsächlich auch. Und dann das Zweite ist so, wenn ich alleine hier an der TU kampfbereit für OER bin, das bringt mir gar nichts. Da komme ich nie weit. Das heißt also, nein, also das ist hier einfach wirklich klar. Deshalb nachhaltige Strukturen gehen grundsätzlich an der TU und in Kaiserslautern nur, wenn wir es zusammen denken und, wenn wir zusammen wirklich Stakeholder haben, die sagen: Ok. Das, was euch jetzt fehlt, das kann ich einbringen oder irgendwie: Da gibt es Expertise. Die hast du nicht. Also du sagtest Hierarchie aufbrechen. Also das könnte auch alle Stakholder interessieren. Selbst wenn wir an OER in der Region denken, dass halt klar ist, wenn ich irgendwie eine einzelne Bildungsintitution bin in Kaiserslautern, kann ich noch nicht viel bewirken. Wenn ich aber sagen kann, ich kann schon auf einen Erfahrungsschatz oder auf vielleicht dann tatsächlich eine Base, und nicht nur Materialbase, sondern wirklich Erfahrungsbase, Schritte, zurückgreifen, dann kann ich das natürlich auch implementieren und dann wieder die Erfahrung zurückspielen. Und das haben wir jetzt gerade gemacht und sind auf folgende Fragen gestoßen, ne? Also ich habe wirklich das Gefühl, bei den ganz kleinen Runden, drei Studierende sitzen zusammen und machen OER, funktioniert ganz anders, als wenn ich da alleine der Kämpfer bin. So kannst du es auch auf der großen Ebene denken. Wenn es nur ich mache an der TU funktioniert es nicht und wenn es nur die TU alleine macht, bring ich noch kein OER in eine Lehrerbildung im breiteren Sinn, weil es kann sich nur etablieren und weiterentwickeln, wenn wir da alle uns irgendwie verorten können. Von dem her hätte ich gesagt, das sind so die Perspektiven. Wenn ich das machen will, muss man irgendwie hier in diesem Rahmen zusammendenken und eben hier gibt es dann schon Dinge, die man anbieten kann als zum Start.

Bence Lucács: Ja. Ich glaube als Schlusswort können wir definitiv feststellen, dass diese Multisteakholder-Dialoge wortwörtlich genommen werden sollten.

Constanze Reder: Ja. Unbedingt.

Bence Lucács: Also man muss in der OER-Thematik wirklich so viele Stimmen wie möglich hören…

Constanze Reder: Ja.

Bence Lukács: … beziehungsweise so viele Gesprächspartner wie möglich finden, weil, wie du es auch sagst, also alleine kommt man egal auf welche Hochschule nicht weit.

Constanze Reder: Ja. Genau.

Bence Lucács: Ich glaub das nehmen wir gleich als Schlusswort. Ich bedanke mich mal bei dir …

Constanze Reder: Ich mich auch.

Bence Lucács: … für deine Erläuterungen über euer MSD. Zwei kurze Hinweise. Wir hören uns ja nächste Woche sowieso nochmal im Podcast, …

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: … weil wir in Flensburg unterwegs sind…

Constanze Reder: Stimmt. Schon wieder.

Bence Lucács: wo wir auch einen interessanten OER Workshop mit echten Lehrpersonen machen…

Constanze Reder (lachend): Mit echten Lehrern. Ja.

Bence Lucács: … dürfen. Da werden wir natürlich vor Ort berichten und nochmal gemeinsam reflektieren, wie denn dieser Workshop gelaufen ist…

Constanze Reder: Ohjaa.

Bence Lukács: … beziehungsweise wie es über die ganze Veranstaltung war.
Und abschließend wie immer der Hinweis auf die OERlabs-Türklingel, wo sowohl interessierte Studierende oder sonstige Stakeholder, sage ich jetzt mal…

Constanze Reder: … ihre Fragen loswerden.

Bence Lucács: … ihre Fragen stellen können, Kommentare ja auch platzieren können. Wie ich es jedes Mal sage, Matthias hat ein sehr schönes Formular zusammengebaut, wo man auch sehr genau markieren kann, zu welchen Themen man sich melden möchte oder zu welchem Thema man ja Stellung nehmen möchte. Von dem her bezieht sich das natürlich sowohl für Personen hier in Kaiserslautern, als natürlich in Köln. Das ist immer so der abschließende Hinweis.

Constanze Reder: Ja.

Bence Lucács: Somit vielen Dank.

Constanze Reder: Ja. An euch auch.

Bence Lucács: Und bis bald.

Constanze Reder: Ja. Sehr schön.

 

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