Transkript der Podcast-Episode 12: We have a Lift-Off (MSD1 Köln)

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Matthias Andrasch: Ja. Hallo und herzlich willkommen zum Bildungsshaker, die letzte Ausgabe in diesem Jahr 2017. Ich glaube ein ereignisreiches Jahr für alle Menschen, die sich mit Open Educational Ressources beschäftigt haben und vielleicht auch alle anderen Leute, die sich mit Bildung, digitaler Bildung, Medienbildung, zeitgemäßer Bildung, wie auch immer man es bezeichnen möchte. Mein Name ist Matthias Andrasch. Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt OERlabs und befinde mich heute… Trommelwirbel… mal wieder an der TU Kaiserslautern.

Constanze Reder: Jaaaa.

Matthias Andrasch: (lachend) Genau. Vor mir sitzt Constanze Reder, hier an der TU Kaiserslautern, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die gerade… na gut jetzt komplett… doch du bist eigentlich freudestrahlend, weil…

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: … der Organisationstag vorbei ist, weil wir heute tatsächlich hier in Kaiserslautern auch den Auftakt der Multistakeholderdialoge an der TU Kaiserslautern wurde hier begangen…

Constanze Reder: Ja wohl.

Matthias Andrasch: … und eine Woche vorher am Donnerstag, den 14.12.2017, gab es auch den Auftakt in Köln an der Universität zu Köln, wo praktischerweise Constanze auch vor Ort in Köln war.

Constanze Reder: Ja. Ein ganz wunderbarer Zufall, dass wir uns da so gut ergänzen. Ja. Hallo ihr Lieben. Ich freu mich auch schon wieder hier zu sein und von dir interviewt zu werden.

Matthias Andrasch: Genau und deswegen ist es halt ganz praktisch. Wir beide können uns jetzt halt ganz gut die Veranstaltungen spiegeln wahrscheinlich.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Haben aber nochmal in den Podcast, nachdem wir die jetzt ein bisschen zurück geblickt haben auf die Episoden festgestellt, dass wir vielleicht manchmal nicht deskriptiv genug waren und unsere Hörerinnen und Hörer vielleicht etwas oft im Dunklen gelassen haben darüber, worüber wir eigentlich gerade reflektieren.

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: Falls dem tatsächlich so ist oder das weiterhin so bleibt, meldet euch gerne und spiegelt uns das kritisch zurück, weil wir würden jetzt tatsächlich mal versuchen das zu verbessern…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … und mal über die beiden Veranstaltungen in Köln und Kaiserslautern zu reden und erstmal tatsächlich darüber zu reden, was dort eigentlich passiert ist.

Constanze Reder: … oder passiert sein sollte. (lachend)

Matthias Andrasch: … oder passiert sein sollte. Genau. Und deswegen würden wir jetzt anfangen mit dem Multistakeholderdialog an der Universität zu Köln. Wir waren in einem Raum. Der nennt sich Repräsentationssaal, sah eher repräsentativ aus finde ich, Constanze.

Constanze Reder: Ja wohl. Total. Man konnte es sich auch sehr gut vorstellen, dass da vor 100 Jahren schon Leute was gemacht haben oder zumindest vor 40, weil…

Matthias Andrasch: (lachend)

Constanze Reder: … war ja 70er Jahre Stil, ne? Aber sehr schön, ja. War sehr atmosphärenreich.

Matthias Andrasch: Genau. Also es war an sich… wir werden auch noch… wir haben einen Blogbeitrag darüber natürlich. Da kann man auch ein paar Impressionen sehen. Es war halt ein relativ großer Raum, der tatsächlich durch vier Säulen, auf die wir noch kommen und eine Bühne ausgestattet war und eine Menge Tische und Stühle bot sozusagen. Also wir waren nicht in einem klassischen Hörsaal oder Seminarraum jetzt top modern, wie man das halt vielleicht hätte auch machen können.
Der Tag begann halt eigentlich schon mit einer Entscheidung muss man sagen ein bisschen, weil wir sind ja im Projekt immer sehr dafür Sachen sehr offen zu teilen aber wenn es um Persönlichkeitsrechte und Fotos von Personen geht, ist ja immer so die spannende Frage: Erlegt man ihnen das sozusagen auf, dass wenn sie eine Veranstaltung besuchen dann einfach alle ihre Rechte sozusagen an der Tür abgeben müssen oder lässt man ihnen da noch eine Entscheidung? Und da haben wir bei der Anmeldung tatsächlich entschieden… eine Praktik… die gibt es auch auf BarCamps oder war auch auf dem OER-Festival so… dass zum einen einmal schwarze Schlüsselbänder für das Namensschildchen auslagen. Das heißt halt: Ja. Ich habe kein Problem damit für Dokumentationsfotos, die dann im Internet erscheinen fotografiert zu werden. Aber man konnte sich auch rote Bänder nehmen, die dann gesagt haben so: Eigentlich würde ich das gerne vermeiden, dass ich da in einer Großaufnahme oder halt so beim Diskutieren oder Debattieren halt dann im Internet lande.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Für welches Bändchen hast du dich denn entschieden Constanze?

Constanze Reder: Schwarz natürlich (lachend). Schwarz natürlich. Nein ich finde es auch gut, dass wir das in Köln so geglückt gesehen haben, sodass wir das in Kaiserslautern gleich mal abgekupfert haben…

Matthias Andrasch: geremixed, kopiert.

Constanze Reder: (lachend) Genau wir haben es geremixed und kopiert. Nein wir haben es genauso gemacht und das ist ja auch einfach sinnvoll, weil ich finde so grundsätzlich eine Tagungsdokumentation intern ist ja eigentlich schon sinnvoll. Zumal man dann auch darüber diskutieren könnte, warum ich… also ich habe heute bei uns niemanden mit einem roten Band gesehen.

Matthias Andrasch: Mhmmm….

Constanze Reder: Gab es bei euch welche?

Matthias Andrasch: Deswegen war ich ja bei der Veranstaltung bei euch… es geht ja auch nicht um schlecht oder besser…

Constanze Reder: Nein nein.

Matthias Andrasch: … aber ich habe schon ziemlich viele mit rotem Band gesehen heute.

Constanze Reder: Heute bei uns?

Matthias Andrasch: Ja.

Constanze Reder: Ah ja ok.

Matthias Andrasch: Aber ich weiß jetzt auch nicht welche Akteure das genau waren. Das sah mir eher so aus, dass die Hilfskräfte sich dazu entschieden haben sich durch das rote Band vielleicht auch von der Veranstaltung abzugrenzen.

Constanze Reder: (lachend) Das kann natürlich sehr gut sein.

Matthias Andrasch: Thematisch wie persönlich…

Constanze Reder: Aah ja ok.

Matthias Andrasch: Nee von den Hauptgästen sozusagen habe ich das auch nicht gesehen und in Köln tatsächlich ist wohl überliefert… wir haben ja jetzt keine Statistik erhoben, dass sich auch mehrheitlich schwarze Bänder durchgesetzt…

Constanze Reder: … durchgesetzt haben. Naja ist ja spannend.

Matthias Andrasch: Da könnten wir jetzt wieder natürlich sehr über Gruppendynamiken und so weiter, ne? Was ist… die ersten drei Leute, die eine Entscheidung treffen…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Aber das war… spielt gleich auf einen Punkt an, den wir in Köln versucht haben zu machen, dass wir während der gesamten Veranstaltung, die dann von 14:00 – 18:00 tatsächlich stattfand, also ganze vier Stunden, implizit immer wieder so Entscheidungen und offene Praktiken… zumindest darauf anspielen wollen.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Genau. Da kann dann Constanze auch gerne nochmal im Nachhinein sagen, ob uns diese pädagogischen Kniffe gelungen sind sozusagen, weil das war halt so ein bisschen nur die erste Idee. Danach ging es halt erstmal… unsere Moderatorin war Prof. Dr. Sandra Aßmann, jetzt an der Ruhr Universität Bochum, die netterweise sozusagen, war ja auch im Projektantrag beteiligt, die Moderation übernommen hat. Hat das aus meiner Sicht sehr großartig gemacht da alle durch den Tag zu führen…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … und das auch nochmal zu rahmen, was auch ganz gut war, weil sozusagen dann uns als Mitarbeitern und da diese Rolle sozusagen… was heißt erspart… aber wir konnten uns halt auf andere Dinge konzentrieren.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Genau und dann auch… sieht man ja wieder unseren Willen zur Zusammenarbeit zwischen den Verbundpartnern… hat sich Mandy Schiefner-Rohs, die ja hier als Juniorprofessorin das Projekt OERlabs auch durchführt an der TU Kaiserslautern, sich bereit erklärt für uns einen Input zu machen zu… sie hat es glaub ich aufgegriffen im Vortrag, dass sie von uns die Frage gekriegt hat, wozu eigentlich Schule…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … also wir haben ihr natürlich mehrere Fragen geschickt aber das war so ein bisschen die Idee, dass sie halt auch nochmal aufzeigt, dass sich sehr viele Akteure, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die gesamte Gesellschaft immer sehr gerne an dem Thema Schule abarbeitet und dann immer Konzepte entstehen wie Schule 2020 und dann da auch so ein bisschen aufgezeigt, dass es halt immer wieder spannend ist, weil ja Schule 2020 dann sozusagen nächstes Jahr schon in zwei Jahren Realität wäre sozusagen…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und dann ist immer die Frage wie viel von diesen Visionen dann umgesetzt wird, übrigbleibt und was da passiert.

Constanze Reder: Ja. Ja, das war tatsächlich insofern interessant, dass sie das Ganze nochmal also so aufgemacht hat, dass man sich viele Fragen schon während dem Vortrag gestellt hat, ne?
Also wir haben uns eigentlich ganz grundsätzlich überlegt: Ist Schule eigentlich der Ort der Wissensvermittlung wirklich? Was ist an Schule da positiv? Also wo gibt es irgendwie… also ich sag mal im Zusammenhang, den wir hier gerade sehr nett haben. Wir sitzen in Mandy Schiefner-Roh’s Büro und sie hat eine Postkarte an der Wand hängen. Auf der steht: Schule hat auch gute Seiten. Und das passt gerade sehr gut, denn es ist ja nicht nur so, dass der Vortrag darauf hinaus wollte die Schule abzuschaffen, sondern wir haben schon auch… das hat nochmal so die Gedanken geöffnet: Ok was ist an dieser Institution Schule? Was wollen wir von der? Also auch im gesellschaftlichen Kontext. Und da war schon nochmal der Weg zu dem was danach kam sehr zielgebend, fand ich. Also zielführend, vielleicht so.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. Gut ist jetzt halt auch deine Chefin. Da ist das… ne? (lachend)

Constanze Reder: Ah jaa. Du meinst da ist es ganz logisch, dass ich jetzt nichts… ja genau.

Matthias Andrasch: (lachend)

Constanze Reder: Ja, jetzt hast du den Salat. Tja, tja.

Matthias Andrasch: (lachend) Nein. Spaß am Rande natürlich. Aber das ist ja… da werden wir glaub ich nochmal eine Abschlussepisode zu machen, was man im Podcast eigentlich alles offenlegen kann und was dann so irgendwie den klassischen Hierarchien zugeordnet ist.
Aber bis jetzt kann ich zumindest von mir sagen und auch glaube ich auch von allen anderen, dass wir das immer sehr ehrlich mit umgegangen sind und auch…

Constanze Reder: Ja. Klar.

Matthias Andrasch: … unsere Fehlschläge sehr gerne bereit sind…

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: … auch nochmal in Podcast-Form zu dokumentieren.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Dem Hochschulerfahrenen Zuhörer oder der Hochschulerfahrenen Zuhörerin wird jetzt allerdings nicht entgangen sein, dass ich eine wichtige Sache vergessen habe. Vor dem Input-Vortrag, gab es natürlich ein Grußwort.

Constanze Reder: Achso. (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Wobei man hier… Also erstmal muss man sich ja eh bei unserem Schirmherrn der Veranstaltung sozusagen bedanken. Das war Professor Dr. Stefan Herzig, Prorektor für Lehre und Schule an der Universität zu Köln. Lehre und Studium, Entschuldigung. Ich bin jetzt schon total im Schulthema. Stefan Herzig, Prorektor für Lehre und Studium, der ein sehr prägnantes Grußwort gemacht hat, was auch nicht… also auch wieder Hochschulerfahrene Leute werden das glaub ich wissen, Grußworte kann man auch ziemlich in die Länge ziehen. Er hat das ziemlich kurz aber auch prägnant und glaub ich auch inspirierend für alle Teilnehmer gemacht, was ich sehr spannend fand und da auch eigentlich so ein bisschen tatsächlich, da so ein bisschen auch er selbst implizit irgendwie diese Offenheit ein bisschen begonnen hat, weil er das dann schon wieder so ein bisschen aufgeweicht hat, weil er halt gesagt hat: Ja das muss jetzt hier kein super langes Grußwort werden, sondern hier geht es darum, dass wir uns vernetzen.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Fand ich sehr schön, dass das so geklappt hat. Genau. Danach kam halt wie gesagt der Input über den wir schon gesprochen haben und danach ging es dann gleich sozusagen weiter in eine pädagogische Gruppenarbeit, würde ich jetzt mal sagen.

Constanze Reder: (lachend) Ja.

Matthias Andrasch: Oder zumindest Gruppenphase zumindest, in der wir auch wieder implizit die OER-Praktiken oder offenen Praktiken bisschen ansprechen wollten. Nämlich es gab fünf Begriffe. Die waren: Zeit, Raum, Tempo, Lernpfade und Vernetzung.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und dann gab es immer Runden. Und zum Beispiel zu dem Begriff Zeit sollte man sich dann erstmal auf einer Karte selber eine eigene Definition finden oder halt Gedanken dazu notieren und danach wurde diese notierte Karte an eine andere Person im Saal weitergegeben. Und jetzt kommt quasi der pädagogische Kniff am Ende. Diese fremden Karten, die man dann hatte, wurden wieder mit einer anderen Person diskutiert. Also nicht irgendwen, dem man eine Karte gegeben hat, sondern man ist dann zu einer anderen Person gelaufen und hat über die Definition, die andere Teilnehmer gefunden haben sozusagen diskutiert ohne direkt die Autorin oder den Autoren für Rückfragen sozusagen adressieren zu können. Die Begriffe hatten wir auch von Philippe Wampfler, der eine Grafik zu zeitgemäßem Lernen gemacht hat. Constanze?

Constanze Reder: Mhmm?

Matthias Andrasch: Wie war das denn als Teilnehmerin über fremde Definitionen und Gedanken zu philosophieren?

Constanze Reder: Mhmm. Also ich habe so festgestellt, trotz dass man… also dass die Idee sehr nachvollziehbar und gut und auch Gedanken anregend war, habe ich in allen Nachgesprächen zu diesen fünf Begriffen rausgehört oder reflektiert nochmal, dass wir uns sehr fokussiert haben auf eine Sache, die dann auf der Karte stand. Also die Karte war ja… ihr habt ja ein bisschen Zeit gegeben, und was ja auch gut so war, weil wenn man mal ins Denken kommt, will man sich ganz viel aufschreiben. Das habe ich glaub ich auch so gemacht. Also beim Begriff Zeit hatte ich bestimmt auch drei Sätze dazu, also drei Definitionen oder drei Sachen, die mir dazu eingefallen sind. Ich habe jetzt nochmal überlegt… dadurch, dass man sich eh fokussiert auf eine Sache und die eine Sache meistens vorgegeben wird von demjenigen, der anfängt zu sprechen. Also wenn man sich dann in der Gruppenarbeit zusammenfindet und die Person sagt dann: Ja ok. Ich bin die. Ich bin die. Was machst du? Ja genau das ist so und so. Ja sag mal, was ist dir dazu eingefallen? Und der Andere gibt dann quasi schon vor über was man redet, redet man darüber den Rest der Gruppenarbeit.
Wiederum so als Kritikpunkt auch an… natürlich an uns alle, auch an mich selber. Irgendwie bräuchte man nochmal so die Haltung dazu sich ganz auf diese Idee einzulassen und nicht in dieser Gruppenarbeit darüber zu diskutieren, was ich dazu sagen will. Also weißt du wie ich meine?

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Dass das so… die Gruppenarbeit soll ja dazu führen sich ganz auf den Gedanken von jemand anderes einzulassen…

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: … und das ist mir zumindest… in den fünf Gesprächen habe ich das bei keinem erlebt, dem das geglückt ist. Man hat eigentlich ganz viel darüber gesprochen, was man selber für eine Haltung hat.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Man hat halt nicht darüber gesprochen, was der Andere damit… was die Hintergründe da sind, wie er darauf kommt, was da Sinn und Zweck dahinter sein könnte, wie er das meint. Also das sind so… das ist so ein Punkt, wo ich für die pädagogische Arbeit nochmal dachte: Der Ansatz ist gut. Also die Idee ist gut und die Durchführung war auch nicht schlecht aber die Durchführung hat Lücken aufgelassen in der Hinsicht, dass ich eigentlich über mich gelernt habe: Wow. Der Mensch ist doch ein bisschen nazistisch, ne?

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Man will sich selber irgendwie eigentlich da nicht profilieren aber man will halt seine eigene Meinung kunt tun und man will halt darüber sprechen, was man selber für eine Haltung zu dem Thema hat, selbst wenn man die eigene Karte ja aus der Hand gegeben hat. Also das fand ich total spannend. Ich weiß nicht, ob man das Bedürfnis auch so stark gehabt hätte, wenn ich jetzt vorher… wenn ich selber keine Karte ausgefüllt hätte, weißt du?

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Da dachte ich nochmal, dadurch dass ich selber jetzt ganz arg vor Augen habe, was ich zu diesen Begriffen denke, war natürlich so der Dreh, ich muss mich jetzt darauf einlassen, was jemand anderes zu dem Begriff sagt, total schwer und ich glaube… also das geht bestimmt vielen so. Ich glaube das ist einfach menschlich, dass man dann sich eigentlich viel mehr mit dem beschäftigt, was man selber tut. Das heißt das Einlassen darauf, was denkt jemand anderes zu dem Thema, wäre noch spannender gewesen, wenn das halt tiefergreifender geklappt hätte, ne? Also vorher das Ding, sich zu fokussieren auf eine Sache, von mir aus einen Satz zu einem Thema, echt ein Symbol, ein Satz, ein Stichwort, das einem einfällt und darüber dann unvoreingenommen zu diskutieren.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Das hätte für mich die ganze Sache noch viel spannender gemacht, weil so war es natürlich… wir wussten am Ende ganz viel also so… ah ja der denkt das, die denkt das… ah die hat die Haltung… achso ja das ist das und witzig, weil die Karte war ja gar nicht von meiner Gesprächspartnerin…

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: … oder von meinem Gesprächspartner. Die war ja von jemand anderem.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Aber trotzdem wusste ich über die Person dann total viel. Also so zumindest, was ich hätte interpretieren können.

Matthias Andrasch: Total spannend. Vielleicht für die Hörerinnen und Hörer: Wir haben uns vorher tatsächlich auch nicht… Nee du musstest zum Zug am Donnerstag…

Constanze Reder: (lachend) Ja wir haben danach nicht mehr… Genau.

Matthias Andrasch: Wir haben das… das sind auch sozusagen neue Erfahrungen, die ich gerade total spannend finde die zu hören. Man muss natürlich sagen, Constanze ist jetzt eine von circa…. na gut auf ganz 30 sind wir nicht gekommen… aber ist halt eine der Teilnehmerinnen sozusagen und kann jetzt bei allen anderen jetzt wieder anders gewesen sein…

Constanze Reder: Auf jeden Fall.

Matthias Andrasch: … aber das ist total spannend, weil das war ja auch so ein bisschen unsere Anspielung…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … sozusagen, dass man halt zum Beispiel auch was in die Welt setzt, einen Gedanken und der dann von Leuten interpretiert wird. Also das kann man jetzt auf ganz vielen Ebenen auch psychologisch glaub ich betrachten. Ist halt ja nur immer spannend, dass dann auch… also einmal gibt es ja diese große Angst manchmal im OER-Kontext…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … jemand nimmt das dann und versteht das dann falsch…

Constanze Reder: Genau. Genau. Ja.

Matthias Andrasch: … sozusagen oder aber auch dieser Punkt glaube ich, was bei dir auch sehr deutlich war, dass es total schwer an einer Hochschule ist sozusagen, wenn man seinen eigenen Punkt schon irgendwie formuliert oder im Kopf hat, davon abzurücken…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und sich tatsächlich mal auf die Meinung eines anderen einzulassen.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und das war auch so ein bisschen der Versuch in unserem ersten Multistakeholderdialog die klassische Gremienarbeit, wo ich jetzt niemandem unterstellen will, dass er sich nicht auf andere Positionen einlassen möchte… aber dazu auch so eine Abgrenzung zu finden und zu sagen: Wir experimentieren jetzt mal damit…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … und ich glaube da in deiner Erzählung hat sich so ein bisschen gezeigt, dass so vielleicht auch in klassischen Gremienarbeiten, wo 30 Leute zusammen kommen, eine Meinung zum Thema haben dann…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … vielleicht auch nicht so… nehme ich mich selber auch gar nicht so raus so… dass man dann sich irgendwie doch wirklich auf den Punkt des Anderen einlässt…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und mal herausfindet: Was wollte er jetzt eigentlich damit sagen sozusagen?

Constanze Reder: Ja. Genau.

Matthias Andrasch: Genau und ein anderer… eigentlich der methodische Hintergrund sozusagen war halt auch ein bisschen tatsächlich diese Hierarchien abzubauen, deswegen das was du sagst, geht schon sehr in die Richtung, was wir eigentlich vorhatten, dass man die Menschen über einen Gegenstand, in dem Fall halt diesen fremden Notizzettel, ins reden bringt und tatsächlich… vielleicht ganz spannend, was du gerade gesagt hast, dass man dann mal den Menschen mit seiner Haltung so ein bisschen sieht.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Also auch… klar die Rolle, die Funktion, die er an der Hochschule hat, spielt da glaube ich immer mit aber wenn man sich so einem Begriff dann über… egal, ob es die fremden Gedanken sind oder die eigenen sind darüber austauscht, dann wird da ja schon eine Haltung vermeintlich deutlich sozusagen. ‚

Constanze Reder: Ja. Unbedingt. Hätte ich auch gesagt.

Matthias Andrasch: Genau und an sich haben wir uns da relativ viel Zeit zu gelassen.

Constanze Reder
: Ja.

Matthias Andrasch: Ich habe jetzt gar nicht mehr die genaue Zeit im Kopf aber es waren auf jeden Fall mindestens 45 Minuten vielleicht.

Constanze Reder: Ja. So hätte ich es auch in Erinnerung gehabt.

Matthias Andrasch: Genau. Also das war jetzt auch kein Spiel von 10 Minuten, wo wir dann gesagt haben: Naja schön, dass jeder was gesagt hat. Und nach dieser Zeit war es dann tatsächlich auch erst einmal Zeit für die Kaffeepause sozusagen, wo wir Bienenstich und Streuselkuchen serviert haben…

Constanze Reder: (lachend) Ja.

Matthias Andrasch: … und gelernt haben, man muss aufpassen auf die Stückgröße und falls die Stückgröße zu groß ist, sollte man auf jeden Fall ein Kuchenmesser mithaben.

Constanze Reder: Ja. Mandy hat das ja dann…

Matthias Andrasch: An dieser Stelle vielen Dank an Mandy Schiefner-Rohs, die uns mit ihrem kleinen Schweizertaschenmesser kurzzeitig aushelfen durfte…

Constanze Reder: (lachend) Ja.

Matthias Andrasch: … was auch ein kleines bisschen wieder sinnbildlich auch für die OER-Entwicklung ist, dass da halt viel Bottom-Up, mit viel Herzblut dann erstmal gemacht wird… aber wir haben den Bienenstich durchgekriegt und ich habe auch gehört, dass er allen geschmeckt hat.

Constanze Reder: Ja was grundsätzlich auch einfach… also was wir sagen wollen: so das leib- und seelische Wohl ist halt bei so Veranstaltungen schon auch wichtig, ne? Wenn die Leute irgendwie keinen Kaffee kriegen ist schon mal schwierig oder kein Wasser… und Kuchen ist dann natürlich noch das i-Tüpfelchen an Bereitschaft mitzuarbeiten.

Matthias Andrasch: Nach der Mittagspause sind wir erstmal tatsächlich mit einem Video-Impuls gestartet, ohne auch vorher weitere Erklärungen zu machen.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Und zwar haben wir uns ein Video von SpaceX rausgenommen, der Firma von Elon Musk. Wer ihn nicht kennt, damals PayPal mitgegründet, selber gegründet, weiß ich gerade nicht so genau, jetzt mit Tesla und ist halt ziemlich kontrovers bei allen Szenarien dabei, wenn es um die Gestaltung der Zukunft geht der Städte und er hat halt auch mit SpaceX sozusagen ein Raketen- und Weltall-Start-Up und hält halt so manchmal Vorträge, wo es halt darum geht die Menschheit auf den Mars zu schicken, sodass man eine multiplanetarie Spezies wird, wie er das glaube ich ausdrückt…
Das haben wir uns ein bisschen zu Nutze gemacht, weil da gibt es ein ganz nettes Video, wo man halt die ganze Zeit durchs Weltall fliegt und dann auf dem Mars ankommt, als Menschheit sozusagen und das war unser Einstieg in die Szenario-Arbeit.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Ich fand es ganz spannend, weil ich habe ja am Laptop nur auf Play gedrückt, mal dann alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beobachten. Ich weiß nicht wie es für dich war. Also ich habe das Gefühl gehabt dadurch, dass das nicht moderiert wurde, konnten einige vielleicht auf die Idee kommen, dass wir auch vielleicht das falsche Video abgespielt haben oder so.

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: (lachend) War mir nicht ganz sicher.

Constanze Reder: Du meinst dieser Einsatz von dem Video?

Matthias Andrasch: Ja ich habe ein paar Blicke so, wo…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … irgendwie was anderes Pädagogisches erwartet wurde oder so. Ich bin mir nicht sicher (lachend).

Constanze Reder: (lachend) Was anderes Pädagogisches. Also tatsächlich war es irritierend das Video. Das Problem ist: Ich wusste ja den Kontext. Also ich wusste ja auf was es hinaus läuft, dementsprechend kann ich das jetzt gar nicht so beurteilen wie das war.

Matthias Andrasch: Ja. Falls man im Hintergrund Geräusche hört, das ist ein Kaiserslauterner Käfer, der sich…

Constanze Reder: (lachend).

Matthias Andrasch: … mit der Lampe austobt.

Constanze Reder: Komm wir machen jetzt erstmal weiter…

Matthias Andrasch: Aber das Mikrophon zeigt nicht genügend Ausschlag von daher ist das schon ok…

Constanze Reder: Ja dann ist ja gut. Also ich fand es eben schwer sich da nochmal reinzuversetzen, wenn man es nicht gewusst hat. Ich denke grundsätzlich eine schöne Idee. Vielleicht ein Ticken zu lang. Also das Video war wie lang? 10 Minuten?

Matthias Andrasch: Nee. Nee. Nee.

Constanze Reder: Fünf Minuten?

Matthias Andrasch: Ja vier irgendwas. Ich leite das an SpaceX weiter, …

Constanze Reder: (lachend) Genau.

Matthias Andrasch: … dass das Video zu lang ist.

Constanze Reder: Genau (lachend). Nein. Also es kam mir auf jeden Fall ziemlich lang vor. Aber wahrscheinlich auch nur, weil man halt lang einem Raumschiff zugeguckt hat auf seinem Weg zu… oder durch verschiedene Stationen.
Und wie gesagt, ich fand es schön aber ich glaube so ein… also vielleicht noch ein Satz dazu: Bitte genau angucken, weil hat einen tieferen Sinn oder so, wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. Aber auf der anderen Seite. Warum nicht irritieren?

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. Sehr gut, weil Bildungsprozesse gehen ja auch oft mit Irritationen…

Constanze Reder: Eben.

Matthias Andrasch: … einher. Um das nochmal als Randbemerkung zu machen.

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: Danach hat aber Moderatorin Sandra Aßmann das Ganze halt nochmal kontextualisiert und halt gesagt: Wir machen jetzt eine Szenario-Arbeit, das heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jetzt Teil einer Expertengruppe, welche die Mars-Unternehmung zu schulischen Fragen beraten soll und sozusagen dann halt eine Schulutopie für den Mars gemeinsam erarbeiten kann.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Bisschen das Potential haben wir dann herausgehoben, dass ja auf dem roten Planeten sozusagen bisher keine Gesetze existieren,

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: …keine Rahmenbedingungen, auch keine anderen Zwänge des Alltags sozusagen außer die grundmenschlichen Bedürfnisse glaube ich, weil das kann ja immer… also das ist… war auch immer im Vorfeld ein Problem, was wir diskutiert haben, wenn wir jetzt sagen: Ja. Schule 2025 dann ist man… also ich glaube sehr offene Menschen sind da gleich begeistert dabei aber viele, inklusive mich… würde mich da gar nicht ausschließen, denken da vielleicht an sehr viele Hürden wie Brandschutz, Datenschutz…

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: … alles wichtige Themen aber natürlich stellt sich dann die Frage. Wie ist es dann auch mit der Umwelt weitergegangen und mit welchen Gefährten fahren wir da durch die Gegend?

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Schafft die Erde vielleicht nochmal ein paar 100 Jahre? Was ist mit den Rohstoffen?
Und deswegen… weil der rote Planet ist so ein bisschen ein guter Utopie-Grund sozusagen, da seine neuen Ideen zu entwickeln. Die erste Frage… also die Frage aus dem Plenum, die auch total zu Recht kam und sozusagen aber auch irgendwie dann auch logisch war, war nochmal die Nachfrage, ob denn die physikalischen Besonderheiten dieser Mission und des Planeten dann in dieser Schulutopie dann sehr detailliert einfließen sollen, was natürlich total Sinn macht, wo wir aber gesagt haben, aufgrund der Zeit, beziehungsweise die Moderatorin dann nochmal aufgrund der Zeit gesagt hat, dass wir das vielleicht nicht ganz so detailgetreu und in den Tiefen der Physik debattieren sollten, weil es halt eher so um die Utopie einer neuen Schule, die man da… oder eines neuen Schulsystems sozusagen, was man da aufbauen könnte, geht.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Wir haben dazu auch noch acht Regeln aufgestellt. Bevor ich dazu komme wie wir das konkret gemacht haben, die lese ich nochmal ganz schnell vor. Die Grafik dazu kann man sich auch unter freier Lizenz bei uns runterladen, falls man diese Utopie-Phase auch mal machen wollte.
Nämlich Regel 1 war: keine Fachbegriffe ohne Erklärung.
Die 2. Regel: Keine Idee ist zu abwegig.
Die 3.: Mehrere Ideen können nebeneinanderstehen.
Die nächste Regel war: offene Fragen sind wertvoll.
5. Regel: Gemeinsam Dialog auf Augenhöhe suchen.
6. Regel: Es gibt keine Hürden, nur Herausforderungen.
Die 7. Regel: Sich auf Gedanken anderer Personen einlassen, was auch wieder ein bisschen auf unsere Anfangsübung tatsächlich anspielt…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … was mir jetzt gerade erst bewusst wird.
Und die 8. Regel: Freiraum für Vereinbarungen in der Gruppe.
Und danach haben wir halt… das hat architekturmäßig ganz gut gepasst, weil dieser Raum eben auch vier große Säulen bot…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. Das stimmt, ja.

Matthias Andrasch: … was tatsächlich aber auch in der Konzeption aber… ich würde jetzt sagen, dass es nicht bewusst war und auch nicht unbewusst jetzt so eine große Rolle gespielt hat. Wir hätten die vier Säulen glaube ich auch egal welchen Raumes genommen…. Dass wir zu vier Säulen, die jeweils durch eine Stellwand repräsentiert wurden, thematisch arbeiten.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Und diese Säulen waren einmal die Schülerinnen und Schüler. Dann gab es die Säule: Lehrendenschaft. Dann gab es eine Säule: Schulmanagement und eine Säule Infrastruktur.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Genau, da kommen wieder Erinnerungen hoch.

Constanze Reder: (lachend ja).

Matthias Andrasch: Und wir halt diese knapp 30 Leute in vier Gruppen eingeteilt sozusagen. Nur war jetzt… nicht dass man das falsch versteht… die mussten jetzt nicht alle vier Säulen an ihrem eigenen Produkt bearbeiten, sondern wir hatten jeweils Runden, wo diese Stellwand für die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, ihnen für 20 Minuten zur Verfügung stand. Sie konnten damit arbeiten und danach wurde die nächste Stellwand zu ihnen gebracht und die Stellwand, die sie bearbeitet haben, ging an die nächste Gruppe im Uhrzeigersinn. Habe ich das gut erklärt? Du warst auch dabei. Das ist eine schlechte Frage an dich.

Constanze Reder: Ja eben. Also da ich…

Matthias Andrasch: (lachend)

Constanze Reder: Also ich denke man kann es sich vorstellen. Das ist… Genau. War ein Zirkelverfahren, nur dass die… vielleicht umgekehrt zu sonstigem Zirkelverfahren, dass man nicht als Gruppe den Tisch wechselt, sondern der Tisch wechselt quasi die Gruppe. Also das, was an dem Tisch erarbeitet wurde, fährt dann weiter zur nächsten Gruppe aber die Gruppe bleibt immer gleich.

Matthias Andrasch: Genau. Und dazu noch wieder implizit eine OER-Praktik halt versucht einzubringen, dass das, was die Gruppen schon vorher… also die anderen Gruppen auf der Stellwand gemacht haben sozusagen, also in Runde zwei war ja dann schon was da, dass das verändert werden konnte, dass man auch einfach Karten abnehmen konnte, überschreiben konnte sozusagen… also ein bisschen dieser Kollaborations- und Remix-Gedanke da eingeführt wurde, ohne dass wir da explizit jetzt drüber geredet haben sozusagen. Also wir hatten einen ganz kleinen Zettel an den Stellwänden, dass alles verändert werden darf sozusagen. Ich glaube ich habe hingeschrieben: Veränderungen sind strengstens erlaubt. Aber ansonsten gab es jetzt nicht vorher jetzt auch nochmall Regeln von wegen: Es soll ganz viel kollaboriert werden oder man soll ganz viel austauschen, sondern wir haben das halt den Gruppen überlassen. Da kannst du ja mal exemplarisch so ein bisschen vielleicht sagen, ob ihr denn auch… habt ihr denn auch Karten ausgeschlossen sozusagen?

Constanze Reder: Also jetzt muss man mal sagen. Ich hatte das Gefühl ich war jetzt in meiner Gruppe ein Sonderfall, weil ich einfach im Projekt drin bin…

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: … und dann auch immer Lust habe… das war jetzt auch gerade beim… als kurzer Ausblick auf den MSD jetzt bei uns… das war genauso. Also man nimmt dann automatisch diese Rolle ein die Dinge zu erfüllen zu denen man ermöglicht wird. Also ich sag jetzt gezielt ermöglicht wird, weil ich zumindest habe es deutlich so verstanden, dass ihr dazu aufgefordert habt zu sagen:

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: … Wendet diesen Gedanken an,…

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: … macht mit dem Material was, arbeitet damit und ich spring auf sowas ja sofort an und weiß aber auch, dass jemand anfangen muss damit es akzeptiert wird oder damit man diese Handlungspraktik dann durchführt. Es ist trotzdem dabei geblieben, dass ich einmal eine Karte gekillt habe.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Und dann war es auch ein: Hhhhhhmm??? Jetzt nimmst du die einfach ab? Nee….

Matthias Andrasch
: (lachend)

Constanze Reder: Und so: Was machen wir jetzt damit? Und deshalb habe ich dann eine Kategorie eröffnet: Gekillt. Also die Karten, die gekillt wurden. Es blieb aber bei der einen und wir haben auch nie eine Wand gekriegt, auf der das so war. Wir haben nie eine Wand gekriegt auf der mal eine Karte überschrieben, rumgedreht, sonst irgendwas wurde. Also jetzt muss man irgendwie vielleicht auch nochmal trotz deskriptiven Podcasts, was wir gemacht haben, da nochmal dazu sagen: Klar es geht nicht so sehr darum, was das jetzt für Auswirkungen hatte aber vielleicht reicht, dass man das ermöglicht, was alles möglich ist, vielleicht reicht das nicht ganz, sondern vielleicht hätte man die Methode erweitern können dadurch, dass halt doch an jedem Tisch irgendwie einer sitzt, der bisschen der Insider ist.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Also ganz bisschen. So im Sinne von: einer, der halt das vormacht damit sich die anderen trauen. So.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Weil ich glaub das ist halt so ein ungewohntes Format. Das ist wie mit allen Formaten bei den OERlabs.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Alles was irritiert, was anders ist als die Systeme, in denen wir uns sonst austauschen, braucht irgendjemanden, der damit selbstverständlich umgeht.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Dann machen es die anderen vielleicht auch nochmal nach.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Aber… also jetzt gerade bei den Labs gab es… Äh bei dem Multistakeholderdialog von eben gab es ja auch wieder so ein Beispiel, dass es…

Matthias Andrasch: Da wollten wir jetzt in der zweiten Hälfte dieses Podcasts drüber reden

Constanze Reder: Ja Entschuldigung. Ich wollte auch nicht näher darauf eingehen. Ich wollte nur sagen, ich finde das beobachtet man oft so.

Matthias Andrasch: Ja.

Constanze Reder: Also von dem her, ich fand es gut…

Matthias Andrasch: Ja.

Constanze Reder: … und es hat auch Spaß gemacht aber ich glaube, es ist wenig praktiziert worden aus genannten Gründen.

Matthias Andrasch: Ja. Was aber auch sozusagen total in Ordnung war, weil das halt erstmal unser Experiment war sozusagen, also das Offene, wie weit… also was heißt dann auch weit… ob das überhaupt angewendet wird oder nicht.
Es ist auch ganz spannend, weil bei euch hieß das dann halt killen sozusagen. Finde ich ganz spannend. Wir hatten vorher auch überlegt, das haben wir dann organisatorisch erst nachgeholt, so eine kleine Tüte ran zu hängen, für weggelegte Karten sozusagen…

Constanze Reder: Genau. Ja.

Matthias Andrasch: War ja auch in Bezug auf offene Praktiken oder OER ist es ja zum Beispiel so, in Wikis hat man ja diese…

Constanze Reder: Die Verläufe, ne?

Matthias Andrasch: Genau. Die Überarbeitungshistorie und sieht dann halt ganz genau, welcher Satz da raus ist und da ist es dann glaub ich tatsächlich auch einfacher Sachen zu löschen…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … weil man halt sagen kann: Ok, selbst wenn ich gerade vielleicht einen Fehler mache und das jetzt… vielleicht bräuchte man das nicht Löschen, ist es ja noch da und ich kann es mir halt wiederholen.

Constanze Reder: Ja. Genau.

Matthias Andrasch: Nur nochmal vielleicht auch klassisch zu so einer Stellwand-Arbeit, die ich halt kenne, auch im Moderationsbezug, ist es ja dann so, dass jede Gruppe halt eigentlich immer nur an ihrem eigenen Produkt arbeitet, ihrer eigenen Stellwand und dann zum Ende halt alles präsentiert.

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: Und das fand ich halt sehr spannend bei diesem Multistakeholderdialog, weil natürlich dann von ins der Planung auch so die Frage kam, naja Präsentieren die Gruppen dann halt eigentlich noch, wie man es halt einfach so gewohnt ist irgendwie,…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … was bei diesem Format auch hätte man machen können aber es war ja sozusagen gemeint… also jede Stellwand für sich war ja irgendwie das Ergebnis von vier Gruppen.
Und da waren wir halt auch wieder bei so einer impliziten Praktik, dass wenn das jetzt die Gruppen erklärt hätten sozusagen, wäre es total spannend gewesen, weil da auch wieder jede Gruppe theoretisch ihr eigenes Verständnis dieser Stellwand sozusagen hätte haben können…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … oder wie sie halt Karten deutet. Deswegen hat mir das eigentlich schon ganz gut gefallen sozusagen. Wir haben da auch im Blog… kommt da so eine kleine GIF Animation, wie einfach diese Stellwände gewachsen sind sozusagen, weil das was wir halt einfach zeigen wollten, dass es schon möglich ist, dass 4 Gruppen an einer Stellwand… also da war es auch nicht so… also man muss auch schon sagen… hätte dass das mit den Praktiken jetzt nicht so funktioniert, hätte man ja da vielleicht, weil jede Gruppe hatte ihre eigene Kartenfarbe… dann hätten wir halt links oben Gruppe eins gehabt, rechts an der Stellwand Gruppe zwei aber die Karten haben sich schon alle irgendwie so thematisch angegliedert.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Sieht man dann in den GIF Animationen ganz gut. Also es ist jetzt nicht so, dass dann eine Gruppe gesagt hat: Nein das was die andere Gruppe gesagt hat, da passt jetzt überhaupt nichts zu, was wir schreiben, …

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … was ich da ganz spannend fand sozusagen. Aber klar. Ist halt wahrscheinlich irritierend. War auch halt… naja ein bisschen irritierend geplant, weil das wird dann später glaube ich auch eine schöne Überleitung auf die Veranstaltung heute, weil wir uns auch bewusst zum Ziel gesetzt haben: Wir wollen erstmal den Raum öffnen. Wir wollen eher über offene Praktiken reden, eh wir später… weil der Multistakeholderdialog ist ein langer Prozess bis bei uns in den Juli hinein… wir wollen später auf die harten Fragen: Lizenzen. Wie mache ich das jetzt genau? Wo sind die rechtlichen, sozialen, kulturellen Hürden?… Da wollen wir halt erst später darauf eingehen. Genau, weil für den Kölner Multistakeholder Dialog, Termin Nummer eins, sind wir dazu dann auch ziemlich zum Ende gekommen, weil dann nur noch… Also Junior Professorin Sandra Hofhues, die ja meine Chefin ist sozusagen, über die ich jetzt nichts Böses sagen darf, Bence Lukács mein Kollege und ich dann auf die Bühne gekommen sind. Wir hatten halt noch ganz schnell eine Stellwand exemplarisch als GIF vorbereitet als GIF Animation, was da passiert ist und haben dann halt nochmal eingerahmt, was aus unserer Sicht, diese ganzen Sachen, die wir gemacht haben an dem Tag, jetzt mit OER zu tun hatten, weil wir halt auch keine Definition für OER gegeben haben, wir nicht die Creative Commons Lizenzen erklärt haben und so weiter und jetzt auch nicht Remix direkt irgendwie mal thematisiert haben.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Das haben wir dann ganz kurz gemacht und halt den Ausblick gegeben auf unseren nächsten Termin, mit dem wir jetzt eigentlich auch schon direkt in der planerischen Anpassung in Bezug auf die Ergebnisse, die es jetzt gab, stecken, weil morgen kann ich mich dann wieder mit Bence sehr ausführlich mit auseinandersetzen. Der findet nämlich schon am 11. Januar 2018 statt, unser nächster großer Kerntermin. Zwischen diesen Kernterminen, der Letzte ist wie gesagt im Juli, haben wir dann auch noch offene Lab-Termine, die allen Interessierten… also auch liebe Hörerinnen und Hörer, da könnt ihr auch gerne dazu stoßen. Mehr Infos gibt es dann da auf unserer Website 2018. Die Termine stehen noch nicht ganz mit den Uhrzeiten. Da können dann alle hinkommen. Also da sind dann bestmöglicherweise sozusagen die Teilnehmer, die im Multistakeholderdialog strategisch von uns eingeladen wurden und aber auch alle Interessierten aus Köln und Umgebung oder aber auch wenn halt jemand aus dem Ausland anreisen möchte, auch sehr gerne dann eingeladen und da werden wir auch nochmal zu Themen arbeiten, die uns aber auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Multistakeholderdialogen reingeben. Dat ist der Plan. Zumindest in Köln.

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: Würd’ ich mal so sagen.

Constanze Reder: Ja. Schön.

Matthias Andrasch: Genau. Hast du noch abschließend was zu der Kölner Veranstaltung zu sagen?

Constanze Reder: Es war eine schöne Veranstaltung, sehr informationsreich, sehr diskussionsanregend auch, also am Ende haben sich… habe ich gesehen, wie sich einzelne bilaterale Paare in Anführungsstrichen auch nochmal gefunden haben, die dann gesagt haben, dass es toll war zu diskutieren und so. Also ich glaube da haben sich auch irgendwie einzelne Gesprächspartner gefunden, die manche Anregungen besonders toll fanden oder besonders wertvoll für ihre eigene Arbeit und das ist natürlich immer gut, ne?
Also sehr sinnvoll und irgendwie gewinnbringend für eine Veranstaltung, wenn man rausgeht und hat Gedanken mitgenommen oder Ansätze von wegen offene Fragen auf die jemand anderes gekommen ist, wo man denkt: Mensch, so kann man es auch denken. Das ist immer toll. Von dem her, sehr geglückt. Herzlichen Glückwunsch! (lachend)

Matthias Andrasch: Vielen Dank! Da das ja der Anfang eines Prozesses ist,…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … kann ich die jetzt noch nicht entgegennehmen aber wer sich für die Teilnehmerliste auch interessiert…

Constanze Reder: Ich kann es nur empfehlen. Das wollte ich damit sagen.

Matthias Andrasch: Genau. Constanze kann es nur empfehlen uns mal zu besuchen. Vielen Dank. Wer sich für die Teilnehmendenliste interessiert, die haben wir dann auch nochmal im Blogbeitrag, das sprengt jetzt ein bisschen den Rahmen. Aber ich kann jetzt halt sagen, da kamen halt aus allen Ebenen der Uni… haben wir da versucht strategisch Leute für den ersten Termin zu versammeln. Genau. Dann kommen wir zu der Veranstaltung… also nochmal zur Transparenz… am Donnerstag den 14.12.2017, fand die Auftaktveranstaltung in Köln statt, des Multistakeholderdialogs an der Universität zu Köln und wir haben heute Montag, den 18. Dezember 2017,…

Constanze Reder: Schon.

Matthias Andrasch: … sitzen in Kaiserslautern und hier fand ebenfalls die Auftaktveranstaltung des Multistakeholderdialogs an der TU Kaiserslautern statt.

Constanze Reder: Ja wohl.

Matthias Andrasch: Constanze.

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: Ich wechsle jetzt zurück.

Constanze Reder: Genau. Danke für die schöne Überleitung, ja. Ja genau. Also bei uns war heute der Multistakeholderdialog genau, der genau um die Hälfte der Zeit kürzer war als der in Köln. Das liegt an verschiedenen Rahmenbedingungen, auch einfach an dem Format der Veranstaltung, weil ja klar ist, dass bei uns noch weitere Multistakeholderdialoge kommen und zwischendrin ja auch immer die freiwilligen Labs weiterhin stattfinden, die schon seit Juli installiert sind, zusätzlich zu diversen anderen Veranstaltungen. Also das hat sich glaube ich ganz gut angelassen so kurz vor Weihnachten so einen kurzen Termin zu machen, was nicht heißt, dass alle anderen auch immer so kurz sind aber eben als Auftakt und mal zu gucken, welche Strukturen schon gewachsen, wo wir irgendwie hin wollen an der TU, war das jetzt ein ganz guter Auftakt. Mal so als Rahmenbedingungen: Wir haben zwei Stunden eingeplant gehabt, von um zwei bis um 16 Uhr, eine Nachmittagsveranstaltung, die gerahmt war von Kaffee und Kuchen. Also eben auch wieder das leibliche Wohl, das man nicht vernachlässigen darf. Ich hätte gesagt vielleicht ähnlich viele Teilnehmer. Ich weiß nicht wie du es siehst. Also ich weiß, wie viele da waren aber ich hätte so gesagt, grundsätzlich deckt sich das ein bisschen, also ungefähr um die 30 Leute. Auch ganz verschiedene Ecken der Hochschule. Wir haben Studiengangsmanager hier gehabt, wir haben Leute aus der Verwaltung da gehabt, wir haben Hochschulleitungsangehörige dabei gehabt, ganz unterschiedlich. Bei uns war der Aufbau folgender. Der war ein bisschen anders als der in Köln, was ja auch klar war. Wir konnten nicht so viele pädagogische Methoden reinziehen, was eigentlich schade ist, weil es hat mir bei euch wirklich viel Spaß gemacht. Wir haben ein Grußwort gehabt. Ein ganz… ja, geplantes, natürliches Grußwort unseres Vizepräsidenten für Studium und Lehre, Herrn Dr. Löhrke und der Herr Löhrke war vorher schon sehr eingebunden in das Konzept, ist da nicht irgendwie überfahren wurden, hat das ausführlich mit uns geplant, dankenswerterweise und ist da wirklich in die Thematik auch eingestiegen. Sein Grußwort, das er auch kurz und knapp gehalten hat und einfach ein paar aufbereitende oder wegweisende Worte für die Veranstaltung, wurde dann gefolgt von einer Key-Note von Professor Doktor Jäckel. Dr. Jäckel ist Präsident der Universität Trier aber in dieser Funktion war er nur so halb da, denn eigentlich ist er als Experte eingeladen worden für Digitalisierung in der Hochschule, da er auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe  Governance und Policies im Hochschulforum Digitalisierung und dementsprechend uns nochmal so einen Einblick geben sollte, was eigentlich Digitalisierung an der Hochschule und OER verbindet, was es da für Schnittmengen gibt und was das auch für einen Weg hinter sich hat diese beiden Themen. Und das ist in einer Keynote passiert, ungefähr eine halbe Stunde. Da kannst du mal so deinen Stand abgeben, was da für dich hängen geblieben ist oder ob das so zielführend für die Veranstaltung war.

Matthias Andrasch: Mhmm. Erstmal würde ich noch gerne zu dem Herrn Löhrke sagen… fand ich sehr nett in seinem Grußwort, dass er erst gesagt hat: Sehr geehrte Damen und Herren, den Herrn Jäckel begrüßt hat…

Constanze Reder: Genau, ja.

Matthias Andrasch: … und sich dann sich noch zu dem Spruch gekommen ist: Liebe OER Fans…

Constanze Reder: (lachend) Ja.

Matthias Andrasch: … was auch gerade schon Markus Deimann auf Twitter als Clash of Cultures so ein bisschen bezeichnet hat, dass durch OER da doch nochmal Sachen auch aufgebrochen werden irgendwie, weil ich fand auch, dass Herr Lörke da sehr engagiert und ja auch auf das Publikum zugekommen ist. Also das war generell bei euch so irgendwie, dass sich keiner irgendwie hinter diesem Redner Pult entweder verstecken…

Constanze Reder: … verschanzt hat.

Matthias Andrasch: … wollte oder halt genau das den Spirit der Veranstaltung so ein bisschen mitgenommen hat. Deswegen stand er auch da ganz vorne, hat das trotzdem professionell in seiner Funktion gemacht, aber war doch… hat ja auf jeden Fall Offenheit signalisiert und gelebt sozusagen.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Genau. Dann die Keynote von Herrn Jäckel. Fand ich nochmal ganz spannend, weil er ja auch so auf… also Einstieg waren… ich will jetzt nicht sagen natürlich… wir hatten die halt auch bei unserem Abschlusssatz auf dem Multistakeholderdialog nochmal die 5 Rs von Wiley, die man immer ganz gut rausholen kann glaub ich, um in das Thema Offenheit einzusteigen, weil sie einem so Koordinaten geben, ohne jetzt zum Beispiel durch Creative Commons Lizenzen zu überfordern, hat er ja aufgespannt, was ich… müsste man gucken, welche Ansätze sich noch eignen aber das ist ja auch einer, der so dann auch in vielen Publikationen diskutiert wird und eigentlich einen ganz guten Zugang zu dem ganzen Thema bietet. Deswegen fand ich das gut. Und dann hat er so ganz spannend, halt so irgendwie… schon irgendwie Aspekte, die lustig… also auf der einen Seite irgendwie so lustig sind aber dann auch irgendwie so bitterböse für die Hochschule sozusagen. Ich weiß gar nicht mehr auf welchen… von Richard Sennett, den…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … Schriftsteller, wo es dann um Gruppenarbeit ging und das dann da eine erniedrigende Oberflächlichkeit… hatte er ein Zitat rausgesucht… in der man sich dann halt in dieser Gruppenarbeit bewegt. Also schon dieses Spannungsfeld ganz gut aufgespannt, von wir wollen eigentlich mehr Kollaboration, Kreativität in Gruppen, wäre halt eine gute Kompetenz für die Hochschule auch, dass da mehr Zusammenarbeit stattfindet aber halt, dass auch das System dazu gerade wenig Anreize bietet, vor allem in der Lehre und dass man das halt auch auf vielerlei Hinsicht dann auch wieder kritisch einordnen kann und dann gucken muss, was da passiert irgendwie. Ganz spannend fand ich auch in der einen Grafik die Matrix. Da hat er glaube ich ganz unten links bei… also Kreativität und Messbarkeit ist eh so eine Sache… aber wenig Kreativität und wenig Kollaboration war so ein bisschen dann der Trittbrettfahrer bei ihm,…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … den er da eingeordnet hat und auch gesagt hat, dass das Leute sind, die wollen schon dann irgendwie von Offenheit profitieren aber haben auch eigentlich keinen Bock auf Kollaboration und sich da auch kreativ auszuleben und dass das dann da so ganz, weil es der niedrigste Punkt der Matrix so ein bisschen war, was ich ganz spannend fand, weil da hat er auf jeden Fall nochmal ein paar Impulse gesetzt so, was ich total gut fand, die auch… jetzt aus meiner Sicht, keine Ahnung, wie es andere gesehen haben, schon provokativ waren teilweise…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … um dann halt da nochmal kritisch drüber diskutieren zu können. Also hat jetzt auch keine… war jetzt kein Vortrag, der jetzt irgendwie Antworten gibt und sagt: Hier an der TU Kaiserslautern müsst ihr die nächsten 10 Jahre jetzt das und das und das bitte im Feld OER machen…

Constanze Reder: Richtig. Genau.

Matthias Andrasch: … und dann passt das schon. Genau.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und hat halt nochmal das Feld zwischen halt sozusagen der, in Anführungszeichen jetzt, Verlagslobby aufgemacht und halt den OER Akteuren, die dann auch halt auf der ganz großen Skala, wenn man dann ganz weit nach rechts oder links geht auf so einer Skala dann schon in den ideologisch gefärbten Bereich kommen sozusagen und hat dann da so rund um Openness so ein bisschen Schlaglichter gesetzt, würde ich es jetzt nennen, sozusagen.

Constanze Reder: Ja. Schlaglichter ist vielleicht ein guter Oberbegriff für seine fünf Fs, die er genannt hat. Das war ja, also für mich, so mit ein Highlight und er hat diese fünf Fs dafür eigentlich selber… das war so sein Resümee zu der ganzen Debatte, er würde gerne fünf Fs aufmachen für Faszination. Also immer Faszination für bestimmte Dinge und das eine war mein Highlight. Ein F war nämlich die Faszination für Partizipation.

Matthias Andrasch: (zustimmend/zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Und das ist was, was mir gerade in unseren Projekten super gefällt, dass wir eine Plattform bieten oder einen… ja Anknüpfungspunkt für alle möglichen Hochschulangehörigen partizipativ mitzuwirken und da miteinander in Kontakt zu kommen und ich finde das hat er sehr schön aufgespannt.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Von dem her… Ja, fand ich das war schon so wegweisend. Er hat dann auch gut den Bogen geschlagen zu den OERlabs, was die dazu beitragen können, das wirklich so umzusetzen oder Gedanken dieser Debatte wirklich umzusetzen an der Hochschule. Und so sind wir dann in den zweiten Teil gelangt.

Matthias Andrasch: Wobei ich noch eine Sache sagen muss tatsächlich.

Constanze Reder: Ja, bitte.

Matthias Andrasch: Vergleichend tatsächlich hat nämlich Herr Jeckel, Michael Jeckel ne?

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Ja. Namen sind nicht so meine Sache und Podcast macht das nicht einfacher. Hat aber tatsächlich dann im Vortrag relativ schnell den Creative Commons Joker sozusagen, wenn man das überhaupt Joker nennen will, gezogen und hatte dann halt die Grafik eingeteilt nach Offenheit da der verschiedenen Lizenzvarianten. Nur das, um das vergleichend nochmal festzuhalten, damit wollten wir halt bewusst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Köln sozusagen, die noch keine OER-Vorerfahrung haben, nicht konfrontieren. Hier hat ja schon das Grußwort ein bisschen deutlich gemacht, ihr seid ja hier schon sehr an den runden Tischen organisiert und eigentlich kennen auch alle die Lizenzen aber das war wieder so ein spannender Vortragsmoment, den ich auch, nur ganz kurz zur Anekdote, auf dem Digital Education Day in Köln hatte als ich da spontan noch für die OERlabs an einer Session zusammen mit der OER Infostelle und dann auch dem EDUlabs Projekt teilgenommen habe, wo wir die Projekte kurz vorgestellt und zur Diskussion gestellt haben, wo es dann auch auf einmal Teilnehmende mit mir über die Creative Commons ShareAlike Einschränkung debattiert haben mit dem Detail mit gewissen Felden (?) und ich bei anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ja gekommen sind um sich zu informieren zum Thema grundlegend, halt schon gesehen habe: Ok für die ist jetzt die Veranstaltung gerade gekippt. Die wissen gar nicht mehr worum es geht…

Constanze Reder (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … und das ist jetzt gerade Zeitverschwendung für die.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Fand ich nochmal ganz spannend. Hier in dem Rahmen glaube ich war es total gut, weil damit nochmal diese Lizenzen nach Offenheit ein bisschen sortiert wurden. Ist ja auch ein Schaubild, können wir dann auch noch unter den Podcast posten, kennen wahrscheinlich sehr viele, wo halt das nochmal so im Kontext steht. Eine kritische Sache dazu, die mir halt nicht ganz so gut gefallen hat war halt, dass es aus meiner Sicht immer wichtig ist zu sagen, die Creative Commons Lizenzen leiht man sich aus einer Bewegung, die halt kreative Werke im Internet einfacher verbreiten und nachnutzen wollte sozusagen. Also die sind nicht explizit für OER gemacht worden, sondern die nimmt man halt weil die weltweit jetzt schon eine sehr gute Verbreitung haben und so ein Lizenzwerk nochmal neu zu etablieren ist halt total schwierig. Sind so eine Antwort auf das restriktive Urheberrecht und deswegen… für mich schwingt da immer so ein bisschen mit, wenn man dann immer sagt: Ja Creative Commons Lizenzen sind ja so kompliziert und warum gibt es denn da so viele? Dann muss ich halt immer sagen: Ja OER leiht sich ja eigentlich per Definition nur die CCO, die CC By und die CC By ShareALike aus. Also so komplex müsste man es eigentlich nicht machen. Aber ich weiß, das wird auch an Hochschule auch immer sehr gerne nochmal von vorne diskutiert und es ist glaube ich auch ein wichtiger Prozess, dass man durch diese ganzen Diskussionen geht. Genau. Das nur konstruktives Feedback zu dem Vortrag. Ich weiß gar nicht, wie schätzt du denn deine Teilnehmenden ein? Für die ist ja Creative Commons Lizenzen keine Irritation oder?

Constanze Reder: Im Gegenteil. Also es ist einfach so, dass es an der TU in Kaiserslautern ganz konkrete Fragen gibt und die Fragen sollten auch zumindest ein Stückweit ernst genommen werden insofern, dass es die eben gibt. Natürlich können wir jetzt in 2 Stunden keine Antworten auf alle konkreten Fragen bringen aber erstens gab es ja kurz vorher schon einen Workshop hier an der Uni. Der hieß Workshop Lehre plus und in diesem Format haben schon sehr viele…

Matthias Andrasch: Oh. Da war ich nicht eingeladen.

Constanze Reder: Ja genau ich weiß. (lachend) Da durftest du nicht vorbeikommen, nein. Das hängt zusammen mit dem Referat für Qualität in Studium und Lehre, hier an der Uni und diese Veranstaltung wurde auch schon von Mandy Schiefner-Rohs und Monika Haberer aus dem Distance and Independent Study Center geleitet und da wurde schon viel vorbereitet und tatsächlich decken sich wirklich recht viele Teilnehmer von heute mit den Teilnehmern von da. Und Andere, die jetzt heute dabei waren, die eben dort natürlich nicht dabei waren, weil es eine ganz andere Zielgruppe ist. Die sind natürlich durch die OERlabs damit in Kontakt. Also alle Studenten, die heute da waren, kennen die labs und kennen eben auch die Lizenzen und dementsprechend hätte ich gesagt: Da gibt es eine breite Base an Grundwissen und für die, die es vielleicht nicht kannten, die sind froh danach was davon gehört zu haben, weil die einfach mal so eine handfeste Geschichte brauchen.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Also den Ansatz verstehe ich total und da würde ich auch ein gutes Stück weit mitgehen, weil das natürlich eher so der… doch ja… der Joker, wie du gesagt hast, ist ne? Das man irgendwie sagt: So und daran ist es richtig gut zu erklären, wie das eigentlich geht, ne?
Wir könnten ja auch mal von einer ganz anderen Ecke kommen und sagen: Das muss man neu denken, wie könnte man irgendwie offene Bildungspraktiken noch betreiben?

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend)

Constanze Reder: Aber die CC Lizenzen sind halt einfach sehr greifbar, sehr haptisch, sehr konkret und das ist für die meisten einfach super gut sich da gerade beim ersten Mal dran zu orientieren, hätte ich gesagt.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Ja. Genau.

Matthias Andrasch: Genau. Jetzt habe ich dir nur deine Überleitung zum nächsten Punkt total zerstört.

Constanze Reder: (lachend) Nein du hast nur etwas sehr Schönes angebracht. Die Überleitung war dann, dass quasi die, die beim OER TUK Stammtisch regelmäßig teilnehmen und dabei sind… wir haben noch so ein bisschen Rückblick oder einen Überblick darüber gegeben, was an der TU schon alles läuft. Das war dann auch so eine Verbindung zu einem Faltplan, den es heute gab. Der war so ein bisschen aufgebaut wie eine Straßenkarte auf der ein kleiner, sehr verschwommener TU Plan zu sehen war, der nur so ein bisschen Orientierung geben wollte, wo es an der TU alles Institutionen gibt, die schon in OER arbeiten und da haben wir uns nochmal so ein bisschen dran orientiert den Rückblick zu geben, welche Projekte machen was und arbeiten an welchen Bezügen zu OER und da waren halt die beiden Projekte, die jetzt in der BMBF Förderlinie sind, also das große Projekt OER RLP, das halt Rheinland-Pfalz weit durchgeführt wird, hier vom virtuellen Campus Rheinland-Pfalz und unser Projekt halt mit den OERlabs halt in der Fläche nochmal aufgezeigt und dann haben wir die Teilnehmenden an Arbeitstische geschickt. Die hatten drei verschiedene Themen und die drei Themen kann ich nochmal rekapitulieren. Das eine war Medienproduktion – Entfaltungsmöglichkeit oder Hürde? War da das Motto. Dann gab es einen Tisch Offenheit – Marketing oder Markenbildung?, war da das Motto. Und mein Tisch war das Open Kiosk. Das war der Kooperationskaufladen und das waren quasi so die drei Thementische, an die sich die Teilnehmenden verteilen konnten und ich hatte das Gefühl, das ging ziemlich schnell. Also ohne weitere Probleme hat da jeder so sein Feld gefunden und eigentlich… also wir beide können jetzt intensiv Einblick geben zu den Tischen: Offenheit mit dem Marketing und ich zum Kooperationskaufladen aber wir haben noch nichts… also doch ich habe schon viel zurück gespiegelt gekriegt aus der Medienproduktionsecke…

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend ) Mhmm.

Constanze Reder: … aber da haben wir jetzt gerade niemanden am Tisch sitzen, der das nochmal beurteilen kann. Aber an den Tischen wurde ungefähr eine halbe Stunde, hätte ich gesagt, intensiv dazu gearbeitet zu den Inputs, die gerade an der Hochschule laufen. Es gab immer eine Hand voll, also immer zwei… ein bis drei Leute, glaube ich, die die Tische betreut haben aber Betreuung ging jetzt aber nicht so weit, dass man jetzt sagen könnte, die haben jetzt alles in eine bestimmte Ecke geschoben. Also bei uns gab es zum Beispiel einen Kaufladen im ganz wörtlichen Sinn. Den habe ich meinem dreieinhalb jährigen Neffen abgeluchst, in der Vorweihnachtszeit und hab daraus Kooperationsbeispiele genommen, also bestimmte Gelingensbedingungen, die man sich an einer Hochschule wünscht um kooperativ zu handeln. Und ich denke das war ganz anschaulich dafür, was man eigentlich alles bräuchte, um selber irgendwie ein gutes Projekt zu starten oder sich da auf den Weg zu machen.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Ja. Also das waren die drei Tische. Und vielleicht kannst du noch etwas zu deinem Tisch mit der Offenheit erzählen, wie so dein Eindruck war.

Matthias Andrasch: Genau. Das ist jetzt natürlich sozusagen… wir haben ja auch ein bisschen immer so im Projekt die Meinung, dass wir halt sozusagen jetzt so Einzel… also aus solchen Sachen, zum Beispiel das haben wir in Köln versucht, das ist glaub ich auch hier auch der Konsens, dass wir jetzt keine Einzelmeinungen…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … mit der Rolle und Funktion sozusagen rausziehen. Dafür hatten wir in Köln zum Beispiel Chatham House Rule sozusagen, dass man Perspektiven von Teilnehmern, die geäußert werden schon nach außen tragen kann aber dann nicht halt sagt: Ja der Prorektor hat halt das und das gesagt und dann hat die Verwaltungsdame das und das gesagt und der Verwaltungsherr… sondern dass man da eher… schon so ein bisschen… naja so einen Spagat zwischen Offenheit und dann halt doch vielleicht bisschen geschützteren Rahmen für Diskussionen ermöglicht, was ich jetzt hier das Gefühl hatte, auch überhaupt nicht das Problem war, weil das hat mich tatsächlich gefreut. An dem Tisch waren ja jetzt auch verschiedene Hierarchiestufen, wenn man das jetzt so nennen kann, mit dabei und da ging es eigentlich sehr offen los tatsächlich. Und ich habe mich mal gefreut, dass das Thema Offenheit so in Bezug auf die gesamte… also Markenbildung ist jetzt eher das positiv besetztere Wort gewesen sozusagen… ja auch ein bisschen die Hochschulkultur, die man dann nach außen vertritt sozusagen aufgreift. Marketing eher… meist halt eher so negativ in manchen Kontexten konnotiert, weil dann ist es halt am Tisch wurde es ein bisschen so zusammengefasst, naja Marketing ist dann halt manchmal ein Versprechen, wo dann halt wenig dahinter steckt sozusagen, …

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. Ja.

Matthias Andrasch: … was in Bezug auf… wenn man dann sagt: Ja hier, wir sind die offenste Hochschule Deutschlands…

Constanze Reder: Ja, ja.

Matthias Andrasch: … halt so sein könnte, dass das halt vielleicht jetzt an der Hochschulkultur oder so wenig ändert, sondern das halt so ein bisschen… also so das war so diese dystopische Sicht, so ein bisschen halt, wenn jetzt alle so auf den Offenheitszug aufspringen sozusagen.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Ich fand es total gut. Ich habe gemerkt da gibt es halt viel Gesprächsbedarf…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … sozusagen auch zu der Frage Offenheit jetzt, warum will das eine Hochschule eigentlich?

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Wurde glaube ich auch so ein bisschen geäußert von wegen… wieder dieses bisschen die Filterblasenthematik. Vielleicht so: Wir wollen das halt irgendwie,…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … schon intrinsisch motiviert und wissen ja eigentlich noch gar nicht so genau warum aber wissen halt da kann halt gute Sachen draus entstehen, oder Potential aber, dass man das ja auch irgendwie transparent machen muss, ob das nun in Policies ist

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … oder die Bottom-Up-Geschichten wurden auch wieder ganz stark debattiert, wie man die eigentlich mit Top-Down in Verbindung bricht.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Wer wann was sagen muss…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und auch tatsächlich dann auch sehr stark. Ich habe glaube ich… die Hälfte der Zeit war es auch quasi der Medienproduktionstisch, bisschen.

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: Also ich konnte da wenig Unterschied in den Diskussionen tatsächlich erkennen, weil es natürlich… das sind die Fragen, die gerade alle an der Hochschule beschäftigen. Also wenn wir OER wollen, wie können wir das halt realisieren?

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und dieser Markenbildungsgedanke wäre ja quasi erst der nächste Schritt, wenn man dann sagt: Ok. Wir haben jetzt ganz viel OER an der Hochschule oder…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … wir wollen das sehr stark fördern, in Lehrverpflichtungen stärker einbringen…

Constanze Reder: … einbinden.

Matthias Andrasch: … beziehungsweise überhaupt einbringen. Was machen wir dann eigentlich damit?

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und da glaub ich hat… also bei meinem Tisch gab es da viele Impulse…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … und ich glaube man hat sich da jetzt mal… also ich glaube alle haben jetzt mal ihre Gedanken zu geäußert…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und vielleicht wo sie noch die Hürden sehen und da müsste man halt anknüpfen aber sonst fand ich das sehr spannend, dass der Prozess überhaupt mal…

Constanze Reder: … angestoßen?

Matthias Andrasch: …. In Gang kam.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und ich glaube das ist auch eure Chance in Kaiserslautern das dann zu nutzen sozusagen in den nächsten Veranstaltungen…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … diese Fragen, die hier eh schon… also ich habe das Gefühl die schwirren hier sozusagen eh schon irgendwie rum. Auch mit den anderen Projekten.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Also es gab jetzt keine Phase an diesem Gruppentisch, wo jetzt erstmal überlegt wurde: Was meint die Frage jetzt? Was heißt das denn für uns? Wieso macht die TU überhaupt was mit Offenheit?

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Weil die macht halt schon was mit OER und Offenheit. Jetzt ist es halt eher die Frage: In welche Richtung gehen wir da gemeinsam? Gehen einzelne Bereiche und

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … wie will man das zum Beispiel im Bereich Lehre machen sozusagen?

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Und dann ging es halt… ist jetzt vielleicht auch für die Hörerinnen und Hörer ein alter Hut… tatsächlich um Anreizsysteme…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … mal wieder und halt Haltung und Kultur sozusagen. Also warum soll ich was teilen, wenn kein anderer was teilt?

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. Das kann ich bestätigen. An dem Tisch, den ich betreut habe, waren ähnliche Themen. Also auch Anreizstrukturen, Leute überzeugen davon an dieser Bewegung auch teilzuhaben. Obwohl ich sagen muss, jetzt an dem Tisch war schon sehr viel: Was brauche ich um gescheit zu kooperieren? Was fehlt noch an den Impulsen, die auf dem Tisch lagen? Also an den Beispielen? Wie stellt man sich das vor? Wie könnte es gehen? Wie ist das mit den Entscheidungsträgern an der Uni? Ab wann müssen die eigentlich spätestens dazu kommen damit ein Projekt halt wirklich gelingen kann?
Ja. Also das war schon sehr spannend. Ich glaub zu was es gar nicht kam oder wenig kam, weil da auch alle Teilnehmer an dem Tisch sehr bei sich waren, aus ihrer Gruppe herausgedacht war wirklich der Gedanke: Hierarchiebruch. Also wirklich Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen, auf Augenhöhe. Es ging gleich wieder in so eine Richtung wie ein Fortbildungskatalog zu entwerfen nach dem wie Leute geschult werden, also mit verschiedenen Erfahrungsgraden oder Abschnitten und dann eben die Frage nach: Naja könnte es nicht eine Hürde sein in so etwas einzusteigen, weil dann ist man ja wieder in diesem Ding: Das kann ich eh nicht, das will ich auch nicht lernen, sondern… und eben nicht an dem Punkt: Ich habe schon Kompetenzen und wo kann ich die anbringen. Dann waren sich auch alle nochmal: Achso ja. Mhmm. Das stimmt. Das ist natürlich so ein System, das es verhindert, dementsprechend nochmal anders ran zu gehen an diese Sache. Also waren schon sehr, sehr gute Gedanken dabei aber auch spannend zu sehen, dass die Strukturen in denen man sowas wie Kooperationen denkt auch sehr vorgegeben ist durch das Bildungssystem in dem wir uns als Hochschule bewegen. In dem halt ganz viele Settings schon in der Regel vorgedacht und vorgelebt wurden und es da immer schwer ist, sich nochmal anders zu verorten und zu sagen: Nö. Ich gehe ganz anders an die Sache ran und will jetzt vielleicht unbedingt was mit einer Person machen, die eigentlich gar nichts mit mir zu tun hat, ne?
Also das ist… war sehr spannend und ich glaube das war für alle… es gab so ein paar Aha-Erlebnisse und gerade zum Ende als dann irgendwie die Veranstaltung dann darauf hinaus lief nochmal zusammen zu fassen und sich zu verabschieden und den Abschluss zu machen, war grade nochmal so ein Punkt: Ach ich hätte da noch ein Bedarf und ich hab noch dies. Also ich habe mehrere Leute gesehen, auch Mitarbeiter hier von der Hochschule, die nochmal zu diesen Plakaten gegangen sind, die ich jetzt noch gar nicht thematisiert habe. Das kann ich vielleicht noch dazu sagen. Das ist das Beispiel das ich vorhin anbringen wollte, dass das bei uns auch so ein Punkt war… habe ich ja vorhin schon angedeutet… etwas, was wir uns als Regelbruch oder Gimmeg gedacht haben, was bestimmt genutzt wird, was man auch gerne mal mitmacht und was auch so nicht funktioniert hat. Wir haben von eurer Grafikerin, die auch den tollen Shaker gemacht hat in unserem Projekt, ein tolles Plakat designen lassen mit einem Pfad drauf, einem Weg drauf, der vom Start zum Ziel führt, mit unterschiedlichen Stationen zwischendrin. Große Stationen für unsere OERlab… nicht für unsere OERlab-Termine, sondern für die Multistakeholderdialog-Termine und die kleinen für die OERlabs, so rum war es.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: So. Und demenentsprechend war das sehr… ja spannend eigentlich. Das war so gedacht, dass sich die Teilnehmenden mit Postits da verorten und sagen: Das ist mein Bedarf. Das ist noch ein guter Gedanke. Das hätte ich gerne. Wie so ein Wunschpfad. Das wurde auch vorher deutlich anmoderiert. Also Sandra Aßmann, die ja auch bei uns die Moderation dankenswerterweise übernommen hat und jetzt glaube ich einen total Insider-Einblick aus den Multistakeholderdialogen hat. (lachend). Vielleicht sollten wir bei Gelegenheit einen Podcast mit ihr machen.

Matthias Andrasch: Ja. Sandra, falls du das hörst: Herzliche Einladung.

Constanze Reder: (lachend) Genau. Die hat dann auch nochmal aufgenommen… oder das nochmal anmoderiert wirklich, was damit passieren soll. Trotzdem war es vielen nicht klar, weil absolut unklar ein Plakat zu haben, das man mitgestalten soll und auch das mit in der Entwicklung zu sehen. Hat nicht so geklappt. Also bei uns gab es dann am Ende erst ein paar Leute, die es gemacht haben und dann kamen nochmal zwei zu mir und sagten: Was war das jetzt eigentlich mit den Plakaten? Als ich dann erklärt habe: Achso jetzt! Ja dann muss ich nochmal zurückgehen. Ja und dann haben viele nochmal, also diese beiden zumindest sich da nochmal Postits genommen und die angehangen, sodass wir jetzt so eine Projektdokumentation haben.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Genau und dann gab es eigentlich recht pünktlich haben wir es dann zumindest versucht um vier Uhr den Abschluss. Da hat… das fand ich jetzt bei uns sinnvoll und auch schön und auch was, was mir sonst glaube ich sehr gefehlt hätte, so eine Zusammenfassung der anderen Tische, weil Sandra Aßmann damit beauftragt war oder also gebeten worden ist, sag ich eher mal, sich an den Tischen mal umzuschauen. Sie hat sich selber als Zaungast bezeichnet. Also mal zuzugucken wie das… wie die anderen in welche Richtung die gehen und hat das auch nochmal so schön zusammengefasst. Also dass es bei uns zum Beispiel viel darum ging: Welche Angebote gibt es? Wo finde ich die? Wo kann ich die nutzen? Also solche Sachen. Dass es bei der Medienproduktion viel darum sich gedreht hat: Wo fängt eigentlich OER-Produktion überhaupt an? Was ist ein OER-Produkt? Ab wann ist irgendwie das Produkt, das ich mache dann ein fertiges OER-Produkt? Wie finde ich dann den Abschluss? Und das ist bei der Hochschulentwicklungsgeschichte, also Offenheit… bei euch vielleicht willst du es selber nochmal zusammenfassen… aber ich finde sie hat das auch nochmal sehr schön auf den Punkt gebracht zu sagen: Ok. Was muss alles getan werden? Wo sind wirklich die Bedarfe, die Unterstützung, die die Leute brauchen, um da an der Hochschule voran zu kommen? Und warum sollte Hochschule da rangehen an das Thema?

Matthias Andrasch: (zustimmend) Mhmm.

Constanze Reder: Also ich finde sie hat es nochmal schön zusammengefasst.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. War auf jeden Fall ein runder Abschluss. Was ich gerade ganz spannend fand tatsächlich… das war also wie gesagt der Tisch mit Marketing oder Markenbildung, war halt auch ein bisschen der Medienproduktionstisch, zu 50%,…

Constanze Reder: (lachend) Ja.

Matthias Andrasch: … weil es dann halt auch viel darum ging und ich dann halt auch nochmal so gemeint habe… also sonst… diesen Zwiespalt, indem du halt in Köln warst sozusagen…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Hier ich will eigentlich so viele Sachen sagen, weil ich beschäftige mich jetzt schon das ganze Jahr damit…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und vs. Nee ich höre jetzt einfach mal zu, weil das ist auch total spannend… konnte ich mir dann trotzdem nicht verkneifen nochmal das zu sagen, was ich vom OERFestival dieses Jahr mitgenommen habe, dass halt schon irgendwie der Konsens ist: Wir bringen jetzt Hochschulen dazu, dass wir erstmal den Produktionsprozess, jetzt in Anführungsstrichen, so rechtssicher wie möglich gestalten,…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … dass Rechte abgeklärt werden, dass wir da alles wissen und ganz am Ende reden wir darüber, soll das OER werden oder nicht…

Constanze Reder: (lachend) Ja.

Matthias Andrasch: …und wenn dann halt einige sagen, das ist nicht OER, dann ist das jetzt… das ist dann nochmal eine ganz andere Ebene der Entscheidung. Aber wenn sie dann halt sagen es ist OER,…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: …stehen wir nicht vor diesem Punkt wo gerade jetzt Hochschulen glaube ich, meiner Einschätzung nach, stehen, dass die dann sagen: Wo kommt denn das Bild her? Wo ist die Grafik? Wo kommt dieser Text denn her? Haben denn eigentlich für alles die Rechte und können wir das jetzt so einfach mal als OER rausgeben?

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Und diesen… Also das war glaube ich… habe ich mehrheitlich gehört auf dem OERFestival… diesen Rückwertsprozess nach einer Produktion zu gehen,…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … der so unglaublich aufwendig und zeitaufreibend

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … und nervig… vielleicht gibt’s dann auch wieder Mitarbeiter und Hilfskräfte, die irgendwas rausgesucht haben…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … der lohnt sich einfach nicht.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Also deswegen jetzt tatsächlich 2018. Gute VOERsätze sozusagen.

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: OERWortspiel

Constanze Reder: (lachend) Hast du gerade VOERsätze gesagt?

Matthias Andrasch: Ja. Es gibt schon einen Hashtag. Der wurde offiziell schon eingeführt

Constanze Reder: (lachend) Oh mein Gott, Matthias.

Matthias Andrasch: Ein guter VOERsatz ist übrigens keine OERWortspiele mehr in 2018.

Constanze Reder: Die armen Hörer.

Matthias Andrasch: Ne guter VOERsatz tatsächlich, wenn wir den Produktionsprozess… du hast ja die Frage: Wo fängt ein OERProdukt an? Aber wenn wir das schon mal unter Kontrolle haben,…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … dann ist es gar nicht mehr so schwer und dann kann man auch auf einer ganz anderen Ebene diskutieren. Dann ist nur noch die Frage: OER, ja oder nein? Und wenn wir dann ja sagen dann können wir es halt rauspacken.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Was ich noch sagen wollte, was tatsächlich den Rahmen bildet und was wir in Köln vergessen haben, wir hatten zum Ende ja auch noch die Partizipationsmöglichkeit des One-Minute-Paper, wie wir das genannt haben…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Das waren einfach drei Fragen. Eine war zum Beispiel: Was will man uns mitgeben? Und eine andere waren zum Beispiel die Themen für die offenen Lab-Termine und das finde ich, ist eine ganz schöne Klammer, weil das ist ja schon das, was jetzt beide Multistakeholderdialog-Veranstaltungen verbindet, sozusagen…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: … dass wir halt tatsächlich versuchen… also tatsächlich jetzt in dem Sinne von partizipativ… die Themen für diese kleinen Lab-Termine, die wir machen…

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm. Ja.

Matthias Andrasch: … tatsächlich von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestimmen zu lassen und ich glaub auch das irritiert vielleicht Leute, weil aus dieser ganzen Partizipationstheorie kennt man das ja, es gibt ja auch Pseudopartizipation, also dass man halt auf Tagungen sagt: Ja und wir sind total an Ihren Meinungen interessiert und schicken Sie uns mal eine Mail und dann schickt man halt eine lange Mail und dann passiert halt sozusagen nichts, weil halt einfach keine Transparenz entsteht. Das versuchen wir halt tatsächlich 2018 an beiden Standorten,…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Da kann ich glaube ich für beide Standorte sprechen.

Constanze Reder: Jaja, auf jeden Fall.

Matthias Andrasch: … das wir halt tatsächlich Themenvorschläge aufnehmen und die dann halt zielgerichtet behandeln

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … und dass dann halt klar ist, das fließt alles unseren Prozess mit ein und das ist halt nichts, was wir in die Schublade stecken und sagen: Naja, weiß ich nicht… ist jetzt nicht unsere Aufgabe oder so.

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: Nur das rüberzubringen ist glaube ich pädagogisch. Also es ist ja auch A eine organisatorische Frage, weil wir zum Beispiel jetzt die offenen Lab-Termine nicht vorplanen können, weil wir wissen ja jetzt nicht direkt… also ich habe so eine Vorahnung vielleicht… aber es kann ja auch ein ganz anderes Thema werden…

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: … das heißt auch die OER-Expertinnen und -Experten, die wir noch einladen können vom Projektantrag her und sozusagen auch Mittel dafür haben. Die müssen wir dann halt relativ zeitnah halt beziehungsweise spontan und kurzfristig anfragen und das ist ja wieder eine organisatorische Hürde, die wir aber gerne bereit sind zu machen sozusagen, um das halt partizipativ zu gestalten. Hier in Kaiserslautern gibt es den OERlab-Raum, der das mit Studierenden versucht. Es ist ja auch ganz spannend. Ihr hattet jetzt heute Hochschule sozusagen, wir hatten uns eher mit dem schulischen Bereich beschäftigt.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Ich glaube da gibt es schon Überschneidungen aber es ist glaube ich auch spannend im Kontrast zu sehen wie unterschiedlich das doch wird, wenn man halt die Bereiche…

Constanze Reder: Voll.

Matthias Andrasch: … wechselt sozusagen.

Constanze Reder: Das finde ich tatsächlich vor allem in Bezug darauf, was die Teilnehmer so einschätzen an Meinungen, was sie haben und ich habe das Gefühl Hochschulangehörige sind mit ihrer eigenen Institution an der sie arbeiten, selbst wenn sie hier studieren, sehr viel mehr… also viel kritischer, viel… irgendwie ein Stück weit, wie sagt man… ratloser, im positiven Sinn, nämlich dass sie eben noch beeinflussbar sind oder sich sehr offen über Thesen Gedanken, wirklich dann den Kopf zerbrechen, während Schule sofort Bilder assoziiert und dann, zumindest war es in unserer Gruppe so, das war wirklich spannend, das hat super viel Spaß gemacht da in der Gruppe bei euch in Köln. Und es hat sich da deutlich gezeigt, dass trotzdem alle eine ganz heftige Meinung von Schule haben und vor allem darüber, wie sie anders sein müsste, und dass man darüber trefflich diskutieren kann, während man bei Hochschule vor einem Tanker steht, der gar nicht so durchsichtig ist für alle, ne? Der ist vielleicht transparent in meinem Studium und da auch nicht immer, ne? Oder der ist vielleicht transparent an meinem Arbeitsplatz aber von dem kann ich nicht alle Strukturen durdringen. Ich weiß nicht was da jeder einzelne macht und deshalb erlaubt man sich vielleicht auch nicht sofort so ein Bild oder eine Meinung darüber zu vertreten, sondern guckt sich erstmal an, was eigentlich hier überall passiert.

Matthias Andrasch: Ja.

Constanze Reder: Während Schule echt sofort… also wir sind jetzt hier fünf Experten und wir rätseln jetzt darüber wie Schule zu sein hat, auch auf dem Mars.

Matthias Andrasch: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Constanze Reder: Und das fand ich super spannend, die beiden Ausrichtungen nochmal, ja.

Matthias Andrasch: Genau und um da die Klammer für den Abschluss zu finden tatsächlich. In dem nächsten Multistakeholderdialog-Termin in Köln gehen wir tatsächlich mehr in Richtung Hochschule. Sind sozusagen dann vermutlich eher auf dieser Ebene unterwegs, die wir heute gesehen haben sozusagen, wo es halt auch viel mehr glaube ich um Strukturen geht tatsächlich… Ist jetzt nur eine These, kann ich dann nach dem 11.01. mit Bence wahrscheinlich, hoffentlich vielleicht auch zu dritt, reflektieren. Während ich ja bei euch gehört habe, es soll ganz am Ende, was ich auch total spannend fand, nochmal auf diese Perspektive der Stadt Kaiserslautern tatsächlich gehen.

Constanze Reder: Ja genau. Und zwischendrin. Also die Station davor ist ja im April, im Frühjahr genau die Steuerung auf dem Mars, die ihr gemacht habt nur nicht mit dem Motto. Da sind wir noch alle ganz offen aber eben genau die Richtung, die ihr jetzt schon vorher hattet, also der Punkt OER und Lehrerbildung und Schule wird quasi unser nächster Step und nachdem wir dann so abgefrühstückt haben, ich nenn es mal so Schule und Hochschule miteinander zu verbinden, wenden wir uns nochmal dem zu: Was heißt eigentlich offene Bildung auch für die Stadt? Und wen gibt es eigentlich in der Stadt Kaiserslautern noch, wer Bildung betreibt? Und ich glaube das wird nochmal ganz spannend. Wir haben da schon Strukturen drin oder denken hier schon in Wegen, die man gehen kann, Institutionen, die man hier an den Tisch holen kann, die auch zu mehreren runden Tischen passen, einfach strategische Stakeholder in der Stadt und ich glaube, dass wird nochmal richtig spannend am Ende des Projekts so weit zu öffnen. Ja.

Matthias Andrasch: Genau und da hätten wir dann schon wieder fast ein neues Podcastthema,…

Constanze Reder: Richtig.

Matthias Andrasch: … weil dann geht es auch nochmal um Third-Mission oder Third-Space…

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: … wie man so gerne sagt. Da muss ich mich aber selber noch ein bisschen vorbereiten. Deswegen machen wir das jetzt nicht…

Constanze Reder: Nein. Danke. (lachend).

Matthias Andrasch: … und finden glaube ich den guten Abschluss. Mir wäre es nochmal wichtig: Falls es jetzt Zuhörerinnen und Zuhörer gibt, die tatsächlich bei unseren Multistakeholderdialogen waren, egal ob in Köln oder Kaiserslautern: Erstmal vielen Dank für die Beteiligung!

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: Wir hoffen, dass wir diesen spannenden Weg gemeinsam weitergehen.

Constanze Reder: Ja.

Matthias Andrasch: An alle, die nicht da waren, schon mal jetzt die herzliche Einladung fürs Jahr 2018. Besucht gerne die offenen Lab-Termine von uns. Da werdet ihr noch früh genug von hören.

Constanze Reder: (zustimmend/ zur Kenntnis nehmend) Mhmm.

Matthias Andrasch: Sucht euch aus, ob ihr näher an Kaiserslautern oder Köln dran sind

Constanze Reder: (lachend)

Matthias Andrasch: Das ist jetzt geografisch nicht ganz so clever aufgeteilt in Deutschland aber wir werden auch eine virtuelle Teilnahme, virtuell jetzt wieder so in Anführungsstrichen, Videoaufzeichnungen, Life-Streaming oder es fließt in den Podcast… werden wir auf jeden Fall ermöglichen.

Constanze Reder: Genau.

Matthias Andrasch: Und falls ihr sonst noch Fragen habt, meldet euch gerne oder Anregungen und schreibt uns.

Constanze Reder: Vielleicht auch über die Türklingel.

Matthias Andrasch: Die OERlabs-Türklingel. Ding Dong. Das wäre auch schön.

Constanze Reder: Genau oder ihr kommt in die Labs. Also tausende Angebote.

Matthias Andrasch: Genau, sucht euch eins aus. Damit hast du das Schlusswort Constanze.

Constanze Reder: Ja, wir freuen uns. Ich habe dir gar nicht mehr viel hinzuzufügen. Wir freuen uns über Beteiligung, Gedanken und so weiter und wer nah am Pfälzer Wald wohnt, sollte doch gerne mal, an jedem zweiten Freitag ist das wieder möglich, in die freiwilligen labs kommen.

Matthias Andrasch: Um welche Uhrzeit genau?

Constanze Reder: 10:00 bis 13:00 Uhr, jeden zweiten Freitag. Termine stehen auf oerlabs.de.

Matthias Andrasch: Sehr schön. Das ist doch ein schönes Schlusswort für Kaiserslautern und in dem Sinne eine schöne Restzeit des Jahres.

Constanze Reder: Genau. Frohe Weihnachten.

Matthias Andrasch: Chiao.

Constanze Reder: Chiao.