Transkript der Episode 13: Die Erkundung des Wissensflusses (MSD2 Köln)

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00:04
Matthias Andrasch: Ja hallo und herzlich willkommen beim Bildungsshaker Podcast, der Podcast des Projekts OERlabs, gefördert vom BMBF und hier an der Universität zu Köln und der TU Kaiserslautern. Mein Name ist Matthias Andrasch. Wir sitzen heute bei sehr stürmischen Wetter sicher drin in unserem Büro im Triforum an der Universität zu Köln und neben mir sitzt auch Bence Lukács, der sich durch den Sturm tatsächlich mit dem Fahrrad heute gekämpft hat.

Bence Lukács: Genau. Hallo.

Matthias Andrasch: Man muss dazu sagen, Bence hat in Holland… darf man das hier sagen?

Bence Lukács: Ja klar.

Matthias Andrasch: Wahrscheinlich schon. … genug Fahrerfahrung gesammelt um das zu machen.

Bence Lukács: (lachend)

Matthias Andrasch: Das wäre mir heute zu heiß, weil heute ist der Tag… ich hoffe man wird sich nicht voller Schrecken an ihn erinnern… der 18. Januar, an dem jetzt zumindest der Zugverkehr schon eingestellt wurde in NRW und das Sturmtief Friederike ein bisschen wütet. Das soll uns aber glaub ich nicht abhalten.

Bence Lukács: Nein.

01:04
Matthias Andrasch: Erstmal allen Hörerinnen und Hörern, ein frohes neues Jahr! Und wir wollen heute reden über den zweiten Termin des Multistakeholderdialogs. Der erste Termin war ja am 14. Dezember. Da hatten wir schon gemeinsam eine Reflexions-Episode dazu aufgenommen.
Da wurde auch die Veranstaltung in Kaiserslautern, der dann auch gestartet ist, der Multistakeholderdialog, reflektiert. Und wir hatten jetzt am 11. Januar unseren 2. Termin. Diesmal im alten Senatssaal und damit sogar im Hauptgebäude der Universität zu Köln. Also wer sich in Köln ein bisschen auskennt, da gibt es ja diese Brücke, die dann unter dem Platz hindurchfährt bei der Universität zu Köln und wir waren tatsächlich in dem Hauptgebäude. Bence, wie fandst du es denn generell dort so?

Bence Lukács: lachend. Ja also, wenn wir die organisatorischen Punkte vielleicht kommentieren wollen, dann muss man natürlich sagen, dass das glaube ich für alle Beteiligten einfacher war. Einfach nur, weil wie du sagst, also das kennt man vermutlich das Hauptgebäude und somit war das glaube ich auch ganz einfach da irgendwie hin zu finden, weil der erste Multistakeholderdialog, den wir hatten… also da war ja selbst unsere Suche… hat ein wenig problematisch begonnen den Raum zu finden und der war halt nicht ganz so präsent, sag ich einmal. Ich mein wir haben jetzt nicht allzu viel Marketing betrieben während des Events aber ich glaube es hat niemand wirklich ein Problem damit gehabt, dass wir jetzt im Hauptgebäude waren und wir haben ja dann die Abschlussveranstaltung haben wir ja genauso im Hauptgebäude. Also es kann ja nur gut sein dann.

Matthias Andrasch: Im Herzen der Universität sozusagen. Wir veröffentlichen auch noch einen Blogbeitrag mit Fotos von dem Raum, weil dieses Mal war es so ein bisschen altehrwürdig würde ich sagen. Verschiedene Bilder von den Universitätspersönlichkeiten an der Wand, große… wie nennt man das… Lichter…

Bence Lukács: lachend.

Matthias Andrasch: … sind es Kronleuchter?

Bence Lukács: Eigentlich Kronleuchter, ja.

Matthias Andrasch: Ja, halt in Gold gehalten und sehr groß. Also jetzt nicht so einen klassischen, wie man den vielleicht aus Filmen kennt, sondern schon sehr massiv im Raum, aber dafür auch sehr viel Licht.

Bence Lukács: Ja. Aber was man halt gleich vorweg… vielleicht was ich erwähnen kann ist, dass halt ein riesen Tisch in dem Raum gestanden ist mit mehr oder weniger den Stühlen einfach nur um den Tisch herum und vielleicht dann noch am Rand ein paar Stühle und das hat natürlich für uns auch geheißen, dass wir uns von… also bei der Umsetzung des Programms sozusagen, haben wir uns schon auch auf den Raum irgendwie einlassen müssen, weil wenn ich zurückdenke an die Planungen zum ersten MSD haben wir ja sehr viel an dieser Utopie-Baustelle sozusagen durch den Raum irgendwie kreiert. Also ich glaube wir hätten vielleicht Umsetzungen nicht so tatsächlich dann geplant, wenn der Raum anders gewesen wäre. Also wir hatten halt bei diesem Raum… mussten wir halt damit arbeiten, dass wir einen großen Tisch haben, wo man gerade mal Stühle verrücken konnte, aber die natürlich auch nur sehr limitiert, weil der Tisch war halt der Tisch und halt ein Beamer drin war und man vielleicht Stellwände hätte reinstellen können. Aber das war schon das Maximum, was an Equipment möglich war und dementsprechend haben wir natürlich auch ein wenig anders planen müssen. Nur so als kurzer Einwurf, weil du ja schon das Programm vor dir liegen hast und gleich über das Programm sprechen wirst.

04:41
Matthias Andrasch: Ja das ist halt vielleicht aber tatsächlich spannend, weil wir haben… zum einen ist es an der Universität jetzt, sag ich mal, nicht super einfach Räume zu bekommen. So, uns kommen alle entgegen und es gibt auch für Veranstaltungen verschiedene Räume aber es ist jetzt nicht so, dass man halt, sage ich jetzt mal, 10 Räume sich anguckt und sich dann für den einen entscheidet, der jetzt für unser Konzept tatsächlich da tragfähig ist, sondern wir müssen da schon ein bisschen mit arbeiten, was man da kriegt und wir hatten halt… bei der Auftaktveranstaltung haben 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu uns gefunden, was uns sehr gefreut hat.
Jetzt bei dem Zweiten verlief so der Prozess auch wegen dem Jahreswechsel glaube ich vielleicht so ein bisschen mühsamer da die Zusagen zu bekommen und so waren wir am Ende nur, sage ich jetzt mal, bei 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Und das ging halt ganz gut für uns aus, weil wir dann halt zwei Gruppenarbeiten, sozusagen am Tischkopf und am Tischende, machen konnten.
Hätten wir noch eine dritte Gruppe gebildet, dann wäre es schon… das Konzept schon wieder…

Bence Lukács: lachend

Matthias Andrasch: … hätte sich ein bisschen schwieriger gestaltet tatsächlich.

Bence Lukács: Ja.

Matthias Andrasch: Wie man ja so schön sagt dann immer pädagogisch, hätten wir dann eine weitere Herausforderung…

Bence Lukács: Ja.

05:44
Matthias Andrasch: … bewältigen müssen. Genau. Aber um das vielleicht für euch liebe Hörerinnen und Hörer einmal transparent zu machen, unser Programm, was wir da jetzt eigentlich gemacht haben: Es ging halt los um 14:15 am Nachmittag erstmal mit einer Begrüßung natürlich von uns. Dieses Mal hat Sandra Hofhues, unsere Junior-Professorin, die Moderation übernommen, hat begrüßt und wir sind  erstmal mit einer kleinen Reflexion zu der Auftaktveranstaltung in großer Runde sozusagen am großen Tisch gestartet, was ich auch ganz spannend fand, weil da nochmal Einblicke gekommen sind, auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass sich so eine Utopie-Phase halt irgendwie schon gelohnt hat, auch wenn man das vielleicht von außen immer nicht so sieht oder auch wir manchmal dann denken: Naja eigentlich sind ja alle bereit so offen zu denken aber es gab schon Feedback in die Richtung, dass es halt doch nochmal gut ist so Räume zu schaffen, nochmal ganz bewusst zu sagen, wir denken jetzt utopisch, wir denken nicht an unsere erstmal irdischen Probleme, all die Limitierungen, die wir auch in NRW haben, sondern halt da nochmal ganz offen zu sein. Genau, da haben wir halt eine Reflexion halt nochmal gesammelt, auch nochmal für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die halt bei der ersten Veranstaltung nicht dabei waren, weil es uns da ganz wichtig ist halt, alle sozusagen Stakeholder in den Prozess mitzunehmen und deswegen war das nochmal so ein Rahmen, den wir da geschafft haben.
Wir haben da halt gleichzeitig nochmal unseren Ablauf des Multistakeholderdialogs im Jahr 2018 skizziert, da können wir am Ende ja dann nochmal kurz drauf zu sprechen kommen, und dann ging es tatsächlich schon… das hatten wir hier geplant mit 25 Minuten, diese Begrüßungs- und Reflexionsphase, um auf den gemeinsamen Stand zu kommen… und danach ging es tatsächlich schon in unsere Austausch- und Visualisierungsphase. Und das große Thema unseres zweiten Termins, waren jetzt Wissensflüsse. Wie sind wir denn darauf gekommen?

Bence Lukács: Das ist eine sehr gute Frage,…

Matthias Andrasch: lachend

Bence Lukács: … wo ich jetzt im Nachhinein vielleicht gar nicht mehr so genau benennen kann, wie das gekommen ist. Aber vielleicht so als Gesamtkontext kann man ja irgendwie den ersten und den zweiten MSD vielleicht unter einen Hut packen, den Hut des vielleicht: Beginnen zu kontextualisieren, was denn OER vielleicht im Kern darstellen oder in welche Bereiche das irgendwie hineinfließt, weil unsere Überlegung war ja von Anfang an den Prozess so zu gestalten, dass wir mehrere MSDs haben natürlich, also jetzt bis zum Ende des Projekts, und dass wir nicht davon ausgehen können, dass alle auf dem gleichen Informationsstand beginnen, was OER angeht. Ich glaube das haben wir bestimmt schon einmal in einem Podcast erwähnt. Aber grundsätzlich war halt auch hier die Sache so, dass wir mal jetzt diese Utopie irgendwie quasi auf dem Mars entwickelt haben und jetzt ganz konkret die Fragestellung ist: Wie geht es denn auf der Erde sozusagen weiter? Und Schule ist zwar natürlich ein ganz wichtiger Teil auch in dieser Bildungskette des Lehramtsstudiums aber wie man auf der Hochschule mit solchen Gedanken umgeht, ist ja wieder eine eigene Sache. Und da haben wir uns dann irgendwie dafür entschieden, dass wir uns dem irgendwie vielleicht etwas abstrakter widmen, weil ja wir unter Wissensfluss im Endeffekt verstanden haben, wie mit OER im Grunde genommen gearbeitet wird, weil man kann natürlich jetzt OER herunterbrechen konkret als Material aber am Ende des Tages geht es halt einfach um Wissen, das in irgendeiner Form offen gestellt wird oder offen gelegt wird und man kollaboriert sozusagen und das Wissen dann halt irgendwo anders hinfließt, vielleicht zu einer Person, die man gar nicht kennt und die Person nutzt dieses Wissen und remixt das Wissen oder gibt irgendwas dazu. Also das sind halt wieder diese OER-Prinzipien und da haben wir uns dann irgendwie gedacht, dass diese Fluss-Metapher da eigentlich ganz gut hineinpasst. Und nicht nur zu OER an sich, sondern halt auch für unserem Prozessablauf, weil wir uns dann auch irgendwie in so einer Fluss-Metapher sehen, wo wir halt natürlich eine Quelle sozusagen haben, wo der Fluss entspringt aber der Fluss natürlich nicht nur gerade irgendwo entlang fließt, sondern wir, ja, haben natürlich mit kleinen oder großen Problemen zu kämpfen, die halt natürlich auch von der Thematik her herkommen aber an sich ist halt die Fluss-Metapher eigentlich da sehr gut gewählt gewesen.

10:30
Matthias Andrasch: Genau und für uns war es halt glaube ich spannend, weil wir da… da geht ja jeder mit seinem eigenen Bild und seinen Erfahrungen so ein bisschen rein. Bence, du als ausgebildeter Lehrer sozusagen. Ich ja jetzt halt eher der so aus dem medienpädagogischen Wissenschaftsbereich da irgendwie reinkommt. Da hat man ja immer irgendwie so Erfahrungen gemacht, wie auch Informationen oder dann halt Wissen weitergegeben wird, in gewisser Weise vermittelt wird, wie man sich selbstständig auch Wissen aneignet sozusagen, was gar nicht transparent ist. Und für uns war glaub ich so ganz spannend überhaupt mal, weil es ja auch Ziel des Multistakeholderdialogs ist, dass dieser Austausch überhaupt mal darüber stattfindet: Wie ist denn jetzt der Ist-Zustand? Auch aus den Perspektiven der verschiedenen Personen, die da sind, weil wir haben natürlich, wo wir sehr dankbar für sind, Lehramtsstudierende, die uns besuchen, Studierende aus dem Intermedia-Studiengang aber auch zum Beispiel sehr präsent bei diesem Termin halt aus der Bibliothek Vertreterinnen und Vertreter und da ist ja vielleicht nochmal auch schon in diesen Dimensionen so ganz unterschiedliche Sichtweisen, und das wurde vielleicht auch schon in den unterschiedlichen Vertreterpositionen schon jahrelang sozusagen behandelt, die Themen. Da gibt es ja aber vielleicht trotzdem einmal Widersprüche, Gegensätze oder halt auch ganz viel Überschneidung aber das ist für uns glaube ich vor allem eine Herausforderung beim Multistakeholderdialog irgendwie so alle Perspektiven versuchen so zusammen zu bringen und auch irgendwie auf eine Ebene zu bringen, wo man sich mal offen austauschen kann und auch mal diese impliziten Sachen offenlegt. Und deswegen sind wir halt da zu der Idee gekommen, dass es ja eine schöne Arbeit für einen Gruppendialog wäre, da mal eine Visualisierung von Wissensflüssen zu machen. Wir haben dann einfach, ganz einfach darauf zurückgegriffen, dass wir… es gibt die Seite Noun Project, da gibt es ganz viele kleine Icons unter CC By Lizenz, die haben wir halt einfach auf Zettel gedruckt sozusagen und die konnten sich die Leute ausschneiden und dafür nutzen. Also wir haben es ganz, würde man jetzt sagen stupide halt fast, haben wir so Wasserrohre zum Beispiel mit verschiedenen Abzweigungen einfach als kleine Kärtchen vorbereitet aber auch ganz unterschiedliche Sachen wie einen Computer oder dann halt aber auch eine kleine, weiß ich nicht… Fische oder so halt abstrakte Sachen, weil wir selber nicht unser Bild da irgendwie aufdrücken wollten sozusagen. Und da war sozusagen die Aufgabe, die wir gegeben haben oder den Impuls war halt eine Wissensfluss-Visualisierung erstellen mit dem Fokus einmal auf Lehramtsstudierende, das heißt halt Leute, die gerade Lehramt an der Universität Köln, sozusagen direkt sich im Studium befinden, dann doch nochmal auch auf die Personen gucken, die sich im Referendariat befinden. Also an diesem… letztendlich Übergang halt von der Hochschule, die sie ausbildet und befähigt Lehrer oder Lehrerin zu sein dann in den Beruf. Und dann als dritte Perspektive hatten wir dann tatsächlich die Berufsanfängerinnen oder die Berufsanfänger, die jetzt halt direkt im Lehrerberuf loslegen und das war sozusagen… in der ersten Phase haben wir halt da immer den Ist-Zustand erstmal in den Fokus genommen. Und dann haben wir nach einer kurzen Pause dann nochmal Zeit gegeben für den Soll-Zustand. Was ist denn da bei dir so hängen geblieben Bence aus der Phase?

Bence Lukács: Also, was bei mir hängen geblieben ist, ist das der eigentliche Prozess bei dem Multistakeholderdialog, also die methodische Umsetzung wenn man so will, eigentlich in dem speziellen Fall relativ gut funktioniert hat, wenn man die Ergebnisse dann beziehungsweise die Erkenntnisse oder die Gedanken dann am Ende nochmal irgendwie sich vor Augen führt, weil wir haben ja natürlich beim ersten MSD einen vielleicht etwas traditionelleren Ablauf gewählt, wo wir halt eine Begrüßung, ein Input, dann halt eine Kennenlern-Phase, dann halt eine Pause dann nochmal ein kleiner Impuls und dann geht man in die Arbeitsphase und das war es dann und dann gibt es halt einen Abschluss.
Und dieses Mal haben wir uns überlegt, dass wir das irgendwie anders herum irgendwie gestalten wollen, dass wir, wie du es ja schon erwähnt hast, wir haben eine kurze Reflexion, wo natürlich auch sehr viele gute Sachen herausgekommen sind, die glaube ich nachher dann in der Gruppenarbeit durchaus relevant geworden sind, weil wie du schon erwähnt hast, Utopie sagt sich so leicht, aber die Frage ist, wie arbeitet man danach dann weiter. Und diesmal haben wir das eben so gewählt, dass nach diesem kurzen gemeinsamen Reflektieren, wurde dann sofort gearbeitet. Also im Endeffekt haben wir das erklärt, worum es geht, was wir uns ungefähr vorstellen oder wie du ja gesagt hast, wir wollen natürlich niemandem etwas aufzwängen, sondern hier sind einfach Icons, man kann machen was man möchte. Also da waren genauso Moderationskarten, Post-its oder so. Also man hat da wirklich kreativ werden können und dann lässt man alle einfach mal arbeiten. Und dadurch, dass der Raum so etwas eben anders zusammengesetzt war, war dann auch die Pause interessanterweise ganz anders gelöst von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie das letzte Mal, weil dadurch, dass der Raum halt so klein war und irgendwie die Verpflegung eigentlich so mitten am Tisch war, war selbst die Pause so ein informelles Weiterarbeiten irgendwie an der Stellwand oder an der Idee, was ich dann auch ganz interessant fand. Und letztendlich war dann so eine Abrundung erst dann dieser Impuls, der das Ganze eben nochmal kontextualisiert hat. Worum geht es denn bei Wissen eigentlich? Wie kann sich Wissen transferieren lassen? Und wie geht man überhaupt damit um? Und das war für mich der Take-Away. Also ich sage jetzt gar nicht, dass die konkreten Ergebnisse auf den Stellwänden irrelevant wären, weil die habe ich mir jetzt gar nicht sooo genau angeschaut, sondern wir hatten ja dann diese Kurzpräsentationen bei den Stellwänden. Aber das dann zu sehen, wie das Ganze dann schön abgerundet werden kann in diesem Kontext, weil man muss halt natürlich auch dazu sagen, dass wir in der Einleitung schon erwähnt haben, dass der dritte MSD schon lösungsorientiert sein soll. Das heißt wir nähern uns da, nachdem wir jetzt die Basis irgendwie geschaffen haben, nähern wir uns tatsächlich irgendwie konkreten Erarbeitungen von Lösungsansätzen. Das heißt die Personen, die dieses Mal dabei waren, hatten schon auch stark den Fokus: Ok, ein Ist-Zustand, ich muss ganz kalt reflektieren, wie sieht es bei diesen Positionen jetzt aus. Und der Soll-Zustand ist ja im Endeffekt schon so ein lösungsorientierter Ansatz und da sind eigentlich super Sachen rausgekommen, weil da war halt dann die Perspektive erst einmal geöffnet: Naja, wie geht man da mit Wissen um und wie hängt die Hochschule dann mit dem Lehrerberuf nachher zusammen? Also wenn man einmal aus dem Referendariat raus ist oder aus dem Studium raus ist, hat die Hochschule da noch irgendeine Aufgabe etwas mit Lehrern zu machen? Und das waren dann ganz interessante Sachen, wo dann teilweise schon Trennungen irgendwie konkret geworden sind, dass die Wahrnehmung so ist, dass das fast drei getrennte, klar mal schärfer, mal weniger scharf aber doch getrennte Positionen sind irgendwie, also dass quasi Lehramtsstudierende… klar die sind an die Hochschule irgendwie gebunden, haben aber vielleicht noch nicht so viel mit der Schule zu tun und bewegen sich halt irgendwie weiter weg und die Trennungen werden halt schärfer und verändern sich. Und das war ganz interessant, dass das rausgekommen ist aber letztendlich war halt der Kontext super, dass das so rausgekommen ist und ich glaube da haben wir nachher noch drüber gesprochen, dass ja der Impuls am Ende, das hatten wir gar nicht so erwartet, dass der so gut zu den Ergebnissen passt, sondern wir haben uns halt einen Impuls überlegt und welche Thematik halt interessant wäre und dann hätte man den halt anbringen können und dann schauen ob irgendein Aha-Effekt entsteht. Aber letztendlich hat das einfach toll dazu gepasst, weil einfach die ganzen Diskussionen schon in die Richtung gegangen sind mit: Welches Wissen wollen wir überhaupt behandeln und wie öffne ich diese Flüsse sozusagen zwischen den Positionen? Das fand ich echt super interessant.

19:02
Matthias Andrasch: (zustimmend) Mhmm. Kann ich auch nur zustimmen. Ich fand es auch spannend, weil eine Gruppe hat halt sich tatsächlich mehr an diesem Kanalsystem halt orientiert und das waren dann so tatsächlich so drei unterschiedliche Systeme, die halt so mit langen Leitungen schon irgendwie verbunden waren, aber das ist mir noch so im Kopf geblieben, das ist dann halt schon ein sehr langer Kanal, der jetzt auch nicht so oft genutzt wird. Den gibt es schon noch aber der ist jetzt auch nicht der Relevanteste irgendwie, was da noch aus der Hochschule kommt.

Bence Lukács: Ja.

Matthias Andrasch: Die andere Gruppe hat es ganz anders angegangen und hatte eher so ein Wissensmeer irgendwie, wo Studierende am Anfang dann auch sehr tief tauchen müssen und dann, ich weiß es gar nicht mehr genau, aber dann sich auch so diese ganzen Rollen verändert haben, wie man sich auf diesem Meer irgendwie bewegt, also dass man dann am Ende, da war man…

Bence Lukács: … ein Leuchtturm. Ein Leuchtturm ist am Ende.

Matthias Andrasch: Genau und dass man halt nicht mehr der Taucher ist, der ganz tief nach Sachen tauchen muss. Das fand ich super spannend. Das war vorher glaub ich auch so ein kleiner Punkt bei uns, wo wir nicht genau wissen, was jetzt passiert, weil auch wenn man so nach… naja wenn man so nach… wir hatten vorher diskutiert so Wissensdiagramme… Wenn man nach sowas halt fragt, da hat man halt schon irgendwie die Befürchtung, dass dann halt alle einfach irgend so ein Strukturdiagramm zeichnen, was dann eher hochtechnisch aussieht aber wo halt die und Kreativität und Offenheit fehlt.

Bence Lukács: Und was wir ja noch überlegt hatten, ist ja das, also wie soll ich sagen, plastischer zu machen mit einer, vielleicht einer Stadtkarte, wo man sozusagen Institutionen miteinander verbindet, was ja natürlich auch mehr oder weniger in einem Diagramm enden würde und deswegen war das eigentlich ganz gut, dass wir das sehr kreativ und offen gelassen haben letztendlich.

20:37
Matthias Andrasch: Also die Ergebnisse werden auch auf jeden Fall unter… wir werden das dann unter CC BY machen müssen, werden auf jeden Fall auch bei uns im Blog dann einmal veröffentlicht. Dann kann sich da jeder ein Bild selber machen. Ist natürlich mit der Kurzpräsentation, die es dann nochmal gab, erschließt sich einem dann mehr aber ich glaub da sieht man dann schon mal die Bandbreite. Da vielleicht noch ein Satz so für die Nerds, die uns sozusagen zuhören, es ist halt echt… also wir werden nochmal eine Podcast-Episode zu CC0 machen, weil gerade hierfür jetzt natürlich… ich habe glaube ich mindestens 20 verschiedene Icons, wo ich jetzt überall noch nachgucken muss von wem das genau kam, um halt für die Veröffentlichung der Stellwände jetzt sozusagen dann alle 20 Lizenzen da ordentlich draufzupacken, auf das Bild. Also für grafische Arbeiten und vor allem für so Sachen, wo man viel durcheinander bringt ist halt glaube ich CC0 dann einfach irgendwie der bessere Weg, weil dann müsste ich jetzt nicht aus dem Noun Projekt, die bieten es leider nicht an, dass man es direkt nach TULLU-Regel macht. Also das ist jetzt halt die Aufgabe, die ich mir sozusagen selber auferlegt habe.

Bence Lukács: Aber wie gesagt CC0 ist ja sowieso unser großes Steckenpferd irgendwie für 2018.

Matthias Andrasch: Ja.

Bence Lukács: Das braucht auch eigene Podcast-Folgen, glaube ich.

21:46
Matthias Andrasch: Genau. Falls da jemand noch Hinweise an uns hat, da geht es natürlich dann auch ganz viel um Haltungen irgendwie, das ist ja nicht nur eine Urheberrechtsfrage, gerne bei uns melden. Wir haben ja auch die OERlabs Türklingel auf unserer Website, wo jetzt eigentlich noch nicht so oft geklingelt wurde. Wir sind über jedes Klingeln sehr dankbar.

Bence Lukács: Genau.

Matthias Andrasch: Einmal kann man ja vielleicht schon mal offenlegen, wurde tatsächlich von einer Studierenden geklingelt, die jetzt dann auch an unseren Multistakeholderdialogen interessiert war. Deswegen: So was freut uns. Aber gerne öfter klingeln. Kein Problem. Wir haben Zeit. Um jetzt nochmal zu dem Programm zu kommen. Bence hat es ja gerade schon erwähnt. Also wir hatten diese zwei Arbeitsphasen. Dann eine Kurzpräsentation von beiden Gruppen. Dann gab es den angesprochenen Impuls von Sandra Hofhues, den wir auch nochmal auf die Website packen werden, der halt tatsächlich so eine Kontextualisierungsaufgabe hatte am Ende. Da werden wir glaube ich dieses Jahr auch nochmal öfter darüber reden, weil wir uns ja schon nicht dieses… es gibt ja… bisschen ist das ein geflügeltes Wort, Erklärbär..:

Bence Lukács: lachend

22:46
Matthias Andrasch: … in dieser Rolle sehen wir uns ja nicht. Also wir lassen gerne Leute teilhaben. Wir geben gerne Informationen. Aber ich glaube wir sehen uns alle nicht in der Rolle, dass wir jetzt halt alle Lizenzvorträge dann nochmal stundenlang halten und irgendwie Fortbildungsangebote bereitstellen, sondern wir wollen ja schon die Menschen vernetzen und sei das jetzt mit anderen Personen oder halt mit Informationsquellen, die es halt gibt. Und stehen aber natürlich bei Detailfragen immer zur Verfügung und verweisen auch gerne auf Links.
Aber aus dieser Erklärbär-Rolle haben wir irgendwie so ein bisschen geschlussfolgert für uns innerhalb des Teams, es gibt vielleicht auch noch so ein Kontextualisierungsbär, der verschiedene Phänomene dann doch einordnen kann, auch in verschiedene Disziplinen irgendwie, Fachrichtungen je nachdem, Haltungen, da werden wir uns dieses Jahr auf jeden Fall noch sehr mit beschäftigen, weil uns das alle glaub ich ein bisschen beschäftigt. Auch welche Erwartungshaltung man eigentlich an unser Projekt hat sozusagen. Genau. Den Vortrag findet man dann wie gesagt in unserem Blog. Danach gab es noch eine kleine Abfrage mit einem One-Minute-Paper. Das hatten wir schon beim letzten Mal. Da gibt es dann halt einfach Fragen, die dann möglichst in einer Minute beantwortet werden sollen, was bei uns dann halt dreieinhalb

Bence Lukács: lachend

Matthias Andrasch: … natürlich unsere pädagogische Blüte…

Bence Lukács: Inoffiziell drei Minuten, offiziell natürlich eine Minute ganz strikt. Strikt eine Minute mit Start- und Endzeit.

24:04
Matthias Andrasch: Genau. Weil da haben wir dieses Mal ein Etherpad ganz einfach genutzt und die Frage war, welche Probleme oder Herausforderungen existieren womöglich aus Ihrer Sicht im Kontext guter Wissensflüsse an der Universität zu Köln?
Eine sehr schön lange Frage, die ich mir da für einen One-Minute-Paper ausgedacht habe.

Bence Lukács: (lachend) Dass man eine halbe Minute das erstmal liest überhaupt.

Matthias Andrasch: Also die Frage war eigentlich nach Problemen und Herausforderungen, die halt zum Beispiel gute Wissensflüsse…als ja was heißt verhindern irgendwie?… so zumindest irgendwie nicht ganz so effektiv machen. Und da sind jetzt auch Sachen dazugekommen. Das ist halt ganz spannend jetzt aus dem Punkt, weil wir halt in unserem dritten Kerntermin, da soll es um Probleme, Strategien und Lösungen gehen, der wird am 19.04. sein und am 5. Juli, also 5.7. haben wir dann die Abschlussveranstaltung, wo diese Lösungsansätze dann nochmal besprochen und auch ein bisschen so ein Stück weit dann der Öffentlichkeit präsentiert und sozusagen der Allgemeinheit übergeben werden. Und was jetzt unser Gedanke war von Kerntermin zwei, der jetzt halt stattgefunden hat, zum Dritten ist, dass wir jetzt tatsächlich in so eine Austauschphase zu konkreten OER-Fragen gehen, das heißt das, was von Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch oft gefordert wurde so ein bisschen, ist halt dann die Diskussion natürlich um Lizenzen, um Best-Practice-Beispiele, um vielleicht was jetzt offene Praktiken konkret sein könnten. All diese Sachen versuchen wir jetzt halt in so einer… ich weiß nicht… ich will es nicht ganz virtuelle Phase nennen… weil wir sind ja da irgendwie aber schon in einer Phase, die halt vor allem erstmal von uns…

Bence Lukács: Blended. Blended-Phase, könnte man vielleicht dazu sagen.

Matthias Andrasch: Ja eher ein Blended-Ansatz. So wir stehen halt als sozusagen Coaches da zur Verfügung, wenn es da Sachen gibt. Wir machen auch in der Zwischenzeit am 22. Februar ein offenes Lab, wo alle Interessierten gerne eingeladen sind. Auch liebe Hörerinnen und Hörer, gerne vorbeikommen, schon mal den Termin markieren, 22. Februar 18 Uhr. Da gehen wir jetzt in dieser Phase vom zweiten zum dritten Termin tatsächlich erstmal in die Hochschulstruktur rein und haben jetzt… hier gibt es ja ein Learning Management System, das nennt sich Ilias, ist auch Open Source. Lernmanagement Systeme sind jetzt eine ganz andere Debatte, die ich jetzt hier nicht anfangen will. Die, die die Debatte kennen, die wissen worum es geht aber tatsächlich versuchen wir jetzt erstmal mit allen Teilnehmern da in eine Gruppe reinzugehen. Erstmal auch im Kontext Wissensflüsse, finde ich erst ganz spannend, was da passiert, da zu versuchen diesen Wissensfluss irgendwie ans Laufen zu bringen, die Fragen, die die Teilnehmenden haben zu beantworten. Wir stellen jede Woche halt ein paar Links oder Videos oder halt einen Podcast zur Verfügung, haben auch die Möglichkeit Expertinnen oder Experten hier nach Köln zu holen, da müssen wir mal halt gucken und wollen es halt jetzt erstmal sehr partizipativ angehen, weil wir uns halt nicht in dieser Rolle sehen, jetzt alles wie ein Online-Kurs oder wie eine Online-Fortbildung durchzustrukturieren.
Das ist unser Plan. Wie das so klappt, können wir dann wenn… Liebe Hörerinnen und Hörer, das werdet ihr glaube ich noch früh genug erfahren tatsächlich.

Bence Lukács: (lachend) Genau.

Matthias Andrasch: Aber da sind wir halt gerade da und da ist natürlich schon die erste Hürde alle in diese Ilias-Gruppe reinzukriegen, obwohl die natürlich alle einen Uni-Account haben und eigentlich darauf Zugriff haben müssten, ist jetzt natürlich schon mal die erste Hürde da Leute einzuladen. Aber davon lassen wir uns nicht entmutigen, weil da haben wir beide noch genug Ideen, wie man das vielleicht machen könnte und wir hoffen dann, dass zum nächsten Kerntermin im April, alle sich zumindest OER so angenähert haben, dass man tatsächlich irgendwie über Probleme oder halt Lösungen reden kann.
Oder wie halt offene Praktiken generell, jetzt ganz abseits von Lizenzen, Urheberrecht und so weiter an der Universität zu Köln sozusagen gefördert werden könnten und halt im speziellen Kontext dann des Lehramtsstudiums, was uns ja immer so, glaube ich aber auch ganz gut, als exemplarisches Beispiel dient, weil man darauf natürlich viel mehr festmachen kann, als wenn wir jetzt sagen es geht jetzt um alle Fächer und alle Studierenden und alle Disziplinen.

28:10
Bence Lukács: Genau. Ja ich glaube damit können wir den Podcast auch beenden und vielleicht hinweisen noch auf die Programme, die Podcast-Programme, die wir so geplant haben, weil wir natürlich nicht nur in Köln unterwegs sind Podcast technisch, also wir haben da noch ein Podcasts aus den Labs von Studierenden aus Kaiserslautern und Tutoren, also auf die kann man sich auf jeden Fall auch freuen und natürlich der schon lang versprochene Podcast mit dem Zentrum für LehrerInnen Bildung in Köln, das ja eben auch eine ganz relevante Rolle spielt für uns, da haben wir auch einen Podcast aufgenommen, noch im Herbst und den werden wir auch veröffentlichen.

Matthias Andrasch: Das war ein sehr schöner Werbeblog. Wir haben auf jeden Fall da echt… diesmal haben wir echt viel in der Hinterhand.

Bence Lukács: Genau. Diesmal haben wir wirklich etwas noch

Matthias Andrasch: …fertig produziert, müssen wir dann nur noch rausballern. An dieser Stelle, falls uns Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Multistakeholderdialogs zuhören:
Ihnen, Euch vielen Dank für die Teilnahme. Allen Hörerinnen und Hörern, die uns verfolgen, auch vielen Dank für das Zuhören. Wir hoffen, dass ihr uns treu bleibt im neuen Jahr und wer Fragen hat, wir freuen uns über jeden noch so kleinen Impuls und selbst wenn er noch so kritisch ist. Daran können wir tatsächlich wachsen und haben da schon interessante Impulse von verschiedenen Leuten gekriegt.

Bence Lukács: Absolut.

Matthias Andrasch: Ja, dann packen wir es.

Bence Lukács: Bis zum nächsten Mal, ja.

Matthias Andrasch: Ja. Neues Jahr, neues Glück.

Bence Lukács: Chiao.