Podcastepisoden-Transkript der ersten Folge des Bildungsshaker-Podcasts: Laberöffnung Kaiserlautern. Das Transkript kann gerne mit hypothes.is-VIA kommentiert werden: VIA-Version des Dokuments zum Kommentieren (rechte Seitenleiste).


[0:10] Matthias Andrasch: Ja. Herzlich willkommen beim Bildungsshaker -Podcast, dem Podcast vom BMBF-Projekt OERlabs. Ich bin Matthias Andrasch, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt und ich befinde mich heute nicht an der Universität zu Köln, sondern an der TU Kaiserslautern zusammen mit meinem Kollegen Bence sowie mit Konstanze, die hier an der TU Kaiserslautern gerade die Lab-Eröffnung hinter sich gebracht hat mit einigen Gästen und hier einen eigenen Raum einweihen durfte an der Zentralbibliothek der TU Kaiserslautern, Constanze.

[0:43] Constanze Reder:  Hi.

[0:45] Matthias Andrasch: Willst du dich vielleicht erstmal den Zuhörerinnen und Zuhörern vorstellen? 

[0:48] Constanze Reder: Genau, ich bin Constanze Reder und bin eben nicht aus Köln, sondern an der TU in Kaiserslautern, die wissenschaftliche Mitarbeiterin in unserem wunderbaren Verbundprojekt OERlabs, genau.

[1:01] Matthias Andrasch: Was hast Du denn vor dem Projekt so gemacht also was sind denn deine Expertisen? 

[01:07] Constanze Reder:  Ach so, so richtig vorstellen, meine Expertisen… Also genau, ich bin tatsächlich ausgebildete Medienpädagogin, wenn man das so will. Ich habe Kultur und Medienbildung in Ludwigsburg studiert und dann war ich viel arbeiten in anderen Städten und hab letztendlich noch den Master in Medienwissenschaften Leipzig studiert, drauf gesetzt. Und so mein Steckenpferd ist schon immer so die Medienbildung in Verbindung mit Lehrer-Bildungsprogrammen und wie kann ich das eine mit dem anderen, meistens in Fortbildungen, Weiterbildungen und jetzt seit der TU-Zeit auch in der Ausbildung verbinden, genau.

[1:43] Matthias Andrasch:  Im Gegensatz zu uns in Köln hast du es jetzt schon geschafft hier einen Raum zu akquirieren. Herzlichen Glückwunsch an der Stelle. Kannst du uns vielleicht oder auch den Zuhörerinnen und Zuhören so ein bisschen mal erklären oder erzählen wie es dann eigentlich dazu gekommen ist? Weil Räume vielleicht als Erklärung kurz sind ja immer sehr knapp an Hochschulen und Universitäten und es ist immer ein harter Kampf an sowas ranzukommen.

[02:06] Constanze Reder: Ja, gerne. Also an schmückt sich da ein bisschen mit fremden Federn. Also der Raum war nichts, was ich aus dem Hut gezaubert habe, sondern schon auch erarbeitet wurde durch die Kooperation die wir hier an der TU haben. Das kam so, dass bereits im Projektantrag die TU Kaiserslautern die Bibliothek mitgedacht hat als Projektpartner.
Im Sinne von hier findet ganz viel Bildung und Expertise statt und hier liegt auch viel Expertise und Kooperationsmöglichkeiten und Verbindungsmöglichkeiten mit den Partnern. Und da lag es sehr nah einer der ersten Kooperationsgesprächen mit der zuständigen Referenten hier in der Bibliothek zu führen und ich habe dann ziemlich schnell so einen Wunschkatalog entwickelt. Im Sinne von was wäre denn toll an der Bibliothek in Verbindung mit unseren OERlabs zu machen. Und ich habe mir eine Art Lernraum gewünscht den man gestalten kann in der Hoffnung, dass die Bibliothek eventuell eine Ecke oder eine Möglichkeit hat einen Zugang zu schaffen und den Rest hat, genau, meine Kooperationspartner, Frau Pletsch, erledigt im Sinne von das sie die Universitätsbibliotheksleitung überzeugt hat uns doch einen Raum mit einzurichten. Alle haben das Projekt sehr unterstützt.
Und deshalb war das jetzt ein Zusammenspiel aus vielen glücklichen Initiativen und Menschen die sich auch sehr für Thema engagieren tatsächlich.

[3:33] Matthias Andrasch: Vielleicht bevor Bence und ich noch mal unsere Erfahrung vom Tag schildern, wie war es denn jetzt für dich?

[0:10] Constanze Reder: (Lachen) Oje, hoffentlich sagen wir jetzt nichts ganz Gegenteiliges, genau. Ja, die Eröffnung heute stand unter dem Stern, dass das keine in erster Linie riesige studentische Veranstaltungen wird, was wir jetzt heute auch hätten gar nicht auf einen kurzen Wegen leisten können von den Räumlichkeiten her, sondern es sollte einfach erstmal alle Kooperationspartner darüber informieren, was wir machen. Wie die OERlabs gestaltet werden sollen, wie die sich abheben von normalen Hochschulbetrieb und schon noch zeigen, dass es auch durchaus ein Hochschulentwicklungs-Gedanke ist, der dahinter steht und das Projekt mit trägt.
Und ich hatte so das Gefühl dafür was doch sehr gut geeignet. Eigentlich waren alle Kooperationspartner oder auch die potentiellen die wir gerne noch ins Boot holen wollen da. Das sind bei uns verschiedene Institutionen die sehr nah beieinander sitzen natürlich auch (..) also wir haben auch wie an jeder Uni ein Zentrum für Lehrerbildung das ZFL. Wir haben eben die Unibibliothek hier aber auch verschiedene andere Institutionen die sich um Fernstudiengänge kümmern und da eben auf anderen Ebenen mit uns kooperieren und das war finde ich sehr erfolgreich. Das von allen Institutionen die an der Uni direkt sind, alle da waren, die die nicht an der Uni direkt sind wohin unsere Kreise im besten Fall auch noch ziehen sollen, die müssen wir dann an anderer Stelle nochmal ins Boot holen. Aber das war jetzt erstmal eine uni-interne Veranstaltung zur Breitenwirksamkeit, dass es das Projekt gibt und dass das auch befähigt werden soll sich darin auszuprobieren und auszufalten. 
Also ich bin zufrieden soweit. 

[5:13] Matthias Andrasch: Sehr schön. Das freut uns. Vielleicht auch ganz kurz zu den Sachen dir heute ausgestellt wurden. Es gab ja viele studentische Projekte. Kannst du vielleicht noch ganz kurz erzählen wie die denn zustande gekommen sind? Also weil hier waren die Wände voll und es ist ja aus einem Seminar bei euch entstanden.

[5:33] Constanze Reder: Genau also die OERlabs  bei uns im Sommersemester waren jetzt erstmal angedockt an eine bildungswissenschaftliche Lehr-Veranstaltung, also auch wirklich nach Lehrplan. Das waren Bachelor-Studierende die jetzt die ersten OER produziert haben, die auch noch gar nicht so lange an der Universität sind im zweiten Semester. Und die sich aber freiwillig für das Seminar entschieden haben. Die hätten auch andere Seminare belegen können um ihre ECTS Punkte zu bekommen. Das heißt da war schon meine Interesse für das Thema da und so der Wille sich mit anderen Handlungspraktiken in dem Sinne zu beschäftigen, anders vorzugehen, andere Dinge herzustellen. Mal in einem Seminar anders zu lernen, wie man sonst lernt. Und die Produkte, die sie erstellt haben, waren in der ersten Phase der Labs recht frei. Da wurden Materialien über OER produziert. Also das was man eigentlich so im ersten Schritt meistens macht, wenn man sich mit einem neuen Thema auch befasst. In dem Fall waren es eben OER.
Die ganzen neuen (..)  das neue Wissen zu verpacken und zugänglich zu machen und auch das Lizenzieren mal richtig auszuprobieren. Das war der erste Schritt und im zweiten Schritt sollten Sie sich tatsächlich ein wissenschaftliches Wissen aneignen zu einem bestimmten Thema. Bei uns war es das Thema Medienkompetenz- und Medienpädagogik-Begriff.
Weil das eben auch Lehrplaninhalt ist und sich daran angegliedert hat. Aber eben nicht mit dem üblichen wir packen alles was wir gelesen haben in eine PowerPoint und dann war es das. Sondern wir produzieren eigene Produkte aufgrund des Wissens, das wir uns angeeignet haben über dieses Seminar, über die Grundlagentexte und machen was Neues draus.
Das war quasi die zweite Runde OER, die jetzt entstanden sind und die Sachen, die jetzt an der Wand hingen. Das kann man natürlich hier jetzt nicht sehen, aber das war tatsächlich sehr bunt und gut gemischt eben sketchnoteartige Verpackungen im Sinne von kleine Grafiken, die erklären was der Sachverhalt ist. Dazu kommen natürlich kleine Zitate und eben auch ganz neue Formulierungen, Konzepte, wie man Sachverhalte erklären kann.
Es sind Erklär-Videos entstanden, kleine Programme haben geholfen eben Dinge zu veranschaulichen. Wir haben so die ersten Schritte getan und da müsste man jetzt noch im besten Fall noch ein bisschen weiter arbeiten, genau.

[7:52] Matthias Andrasch: Bence, willst du vielleicht mal deine Eindrücke vom Tag jetzt schildern? Wir beide war ja nur Gäste. Wir kommen bestimmt auch gleich noch auf das Cocktail-Thema, aber wir durften das ja mit erleben als Zuschauer sozusagen.

[8:04] Bence Lukács: Genau, also ich glaube für uns war der erste spannende Punkt, dass es hier einen Raum dafür gibt. Ich glaube da sind wir in Köln noch nicht so konkret unterwegs, dass wir einen eigenen OERlabs-Raum haben und von dem her war das eigentlich cool zu sehen, dass, sag ich mal, dieses Thema einen eigenen Raum bekommt, wo halt die Studenten ihre Sachen wirklich präsentieren können und es war jetzt vielleicht nicht ganz so vielfältig, wenn man Sketchnotes als große Produkte ansieht. Aber es war schon viel Content da und das war das war ganz cool und irgendwie. (..)
Geht das glaube ich auch in die Richtung, wo wir uns alle irgendwie so das Lab vorstellen das halt wirklich viel unterschiedliche Sachen drin passieren und das da halt irgendwie herumexperimentiert wird. Und wenn das Geld (schnurz? 09:02),  das hast du ja auch erzählt das ist ja auch aus dem Experimentieren entstanden. Also das hat halt eine studentische Gruppe begonnen und dann haben das andere gesehen und wollten damit halt auch irgendwas machen. Also das zeigt halt schon, dass dieses Lab im Prinzip mit den OERs eigentlich ganz gut funktioniert.

[9:21] Matthias Andrasch: Ja, das war halt auch ein Punkt, den ich kann spannend fand, weil jetzt hatten wir ja so einen Durchlauf mit Sketchnotes gemacht. Und ihr habt ja jetzt hier die Möglichkeit mit dem Raum, die halt auch an der Wand zu lassen sozusagen, deswegen wäre jetzt die spannende Frage, wenn es dann weitergeht mit den Labs sozusagen ob dann weitere Studierende wieder das „sketch-note“ Thema aufgreifen oder tatsächlich sich an andere Formate wagen.
Kannst du denn da sagen wie es ein bisschen weitergehen soll mit dem „Labs“ oder mit dem Raum? 

[9:46] Constanze Reder:  Ja, genau. Also die Labs haben (..) das ja die ureigene Form der Labs dass sie sehr offen sind für den Einfluss verschiedener Menschen, die mit dem Thema umgehen. Geplant ist, dass die Labs, die jetzt alle zwei Wochen wirklich stattfinden, auch über die Semesterferien, was ein gewagtes Unterfangen ist, dass wir die Studierenden mit Anreizen bisschen dazu anhalten sich an neue Themen ran zutrauen. Also ich hatte jetzt gerade schon Gespräche mit Kooperationspartnern oder potenziellen, die gesagt haben sie würden gerne mit einer Studentengruppe Erklärfilme drehen und sich da mal rantrauen, wie wird sowas gemacht, wie kann man da rangehen. Es gibt andere Kooperationspartner deren Ebene ist eher sich zu überlegen, wie kann man Kollaboration über Plattformen fördern, über verschiedene Foren Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Also ebenso das Doing zu unterstützen. Ich denke, es kommt da ein bisschen drauf an wie viel Einflussnahme durch andere Partner da passieren kann und darf und es soll ebenso werden, dass sie schon die Möglichkeit erhalten die Studierenden zu sehen, wie können Dinge aussehen. Weil da haben wir einen ganz großen Handlungsbedarf. Das ist nicht so, dass Studierende reinkommen und sofort wissen wie ein Video gedreht wird oder wissen wie ein Podcast funktioniert nur weil wir mediatisierten Gesellschaft sind. Das ist ein Trugschluss, den wir oft auf sitzen, dass wir irgendwo Medien drauf schreiben und dann rennen uns alle die Tür ein und sagen klar: Wissen wir, wie das läuft, weil wir jeden Tag irgendwie Handyvideos verschicken oder Sprachnachrichten senden. Das hat nichts mit einer Medienproduktion und einem ästhetischen Blick dafür zu tun, wie das funktionieren kann. Nichtsdestotrotz sollen natürlich die Studierenden nicht als Medien-Produzenten herhalten, die einfach produzieren, produzieren, sondern sie sollen natürlich ihre Inhalte mit in die Labs reinbringen und ihre Themen. Aber sie sollen eben bisschen Handlungsanleitung kriegen, was mache ich jetzt damit, was mache ich mit den Ideen, wie kann ich die verpacken. Weil das ist einfach nötig um sie eben auf diesem Weg zu führen, der für sie dann wichtig wird. Es ist wie du gerade gesagt hast, dass alle so begeistert von den Sketchnotes fahren hat einfach den Grund, dass das ein Medium oder ein Kanal war den die vorher nicht kannten. Das ich so Inhalte und Sachverhalte darstellen kann und dass sie das richtig cool fanden, wie das dann aussieht und wie das plötzlich verpackt ist. Ein Inhalt der ihn nicht mehr textlich ist und genau so soll es eigentlich weitergehen. Verschiedene Ebenen zu erhalten oder gezeigt zu bekommen, wie ich Dinge verpacken kann, wie ich meine eigenen Themen gut weiterentwickeln kann. 

[12:27] Bence Lukács: Ja, das Interessante ist, was wir auch währenddessen kurz angesprochen haben oder was du jetzt auch erwähnt hast, ist das es natürlich cool ist, wenn man Sketchnotes halt wirklich im Raum lang kann und aufhängen kann. Die Frage ist halt, wie man das dann lösen kann, wenn das andere Medien wären.

[12:43] Constanze Reder:  Ja, genau. 

[12:44] Bence Lukács: Weil es ist natürlich sehr schön, dann – ich weiß nicht – 3, 4, 5 Sketchnotes immer an zu haben, aber was ist wenn dann noch mal Studierende beginnen ein Erklärvideo zu machen oder Audioformate.

[12:55] Constanze Reder:  Soll ich da direkt drauf antworten? mhm (bejahend) Also ich habe aus der medienpädagogischen Praxiserfahrungen auf jeden Fall den Eindruck mitgenommen, dass ganz wichtig eine Form von Präsentation ist. Das ist natürlich auch bei Bildungsmaterialien noch mal was anderes, wenn ich ein im Vergleich ein medienpädagogisches Produkt präsentieren möchte. Aber es hat trotzdem den Effekt mich mehr hinter einem Produkt zu klemmen, mehr zu versuchen dann meine eigenen Inhalt reinzulegen. Von dem her finde ich schon wichtig, dass die Sachen nicht untergehen, dass alles was produziert wird, so sichtbar wird ähnlich wie es sketch-notes, die natürlich einen großen visuellen Vorteil haben. Das ist bei Erklärvideos anders. Denen muss man irgendwie ein Raum bieten, wo sie auch mal produziert und dann fertiggestellt und präsentiert werden. Also diesen Prozess eben durchzumachen. Gleichzeitig spielt hier unser Lab-Gedanke ja eine große Rolle der jetzt hier räumlich sich manifestiert hat. Aber der natürlich auch in anderen Welten – nenne ich es jetzt mal – eine Rolle spielen soll in der eben viel digitaler Content ausgetauscht und weiter entwickelt wird.
Und in der Welt wiederum in der unsere Labs weiter gedacht werden, dass sich Menschen mobil & digital zusammenfinden und weiterarbeiten. Da denke ich, dass ich digitale Medien schon gut machen und da auch ihr Publikum finden werden, das weiter denkt.
Eben diese beiden Ebenen wirklich zu haben, also selber Aufmerksamkeit und Publikum durch Präsentation zu generieren. Das wäre mir schon wichtig und eben der andere Weg auf die anderen Verbreitungswege auch zu hoffen, die die Labs ja sowieso mitgehen wollen.

[14:36] Matthias Andrasch: Vielleicht auch noch so als kleiner Einschub, wo die Hörerinnen und Hörer, die sitzen ja auch jetzt gerade. Wir werden auch noch in einem Blogpost in den Notizen Fotos verlinken. Wir sitzen jetzt auch nicht in dem PC-Pool Raum, das muss man glaube ich auch dazu sagen tatsächlich.
Also das ist ein Raum der hier freigestaltet werden kann und wir hatten ja in den Vorbesprechungen immer so ein bisschen die Idee, dass die Technik auch ein bisschen im Hintergrund steht. Also das kann man jetzt gerade auch noch mal ein bisschen raus, dass man da wahrscheinlich gucken muss, wie man das dann genau ausgestaltet. Je nach Medien-Form mit der man sich da beschäftigt.
Aber ich glaube das war ja auch eine ganz bewusste Entscheidung, dass ihr nicht gesagt habt: Wir wollen jetzt hier in den PC-Pool und wir brauchen jetzt 30 Rechner hintereinander weil (..) ganz lustig hier in der Zentralbibliothek zwei Räume weiter ist nämlich ebenso einen PC Pool wo die Studierenden hintereinander sitzen und an ihren Rechnern arbeiten sozusagen.
Genau (..) ihr hattet jetzt natürlich auch noch eine kleine unkonventionelle Sache, die ich jetzt nicht unerwähnt lassen würde. Weil wenn man sich die Fotos anguckt, dann könnte ein da so ein Cocktailstand in der Ecke auffallen. Wie kriegt man dann einen Cocktailmixer auf einer Bildungsveranstaltung

[15:49] Constanze Reder: Also das, so etwas, funktioniert nur in den OERlabs, genau dafür sind sie da. Unkonventionelle Wege zu gehen, die sonst an der Hochschule sehr unmöglich wären. Was vielleicht eine schöne Anekdote ist der Cocktailshaker, der uns heute beehrt hat, ist heute Abend auch auf dem studentischen Sportfest Event. Also eigentlich ist das der Rahmen in dem solche Sachen ja stattfindet. Das heißt das ist quasi ein Inhalt in einen ganz neuen Kontext gesetzt, was schon den ganzen Gedanken aufgreift. Das war tatsächlich, da will ich mich gar nicht mit fremden Federn schmücken, eine fantastische Idee von Mandy Schiefner-Rohs.
Die beschlossen hat, wenn wir doch überall unseren Key-Visual unseren Cocktailshaker und das Cocktailglas als Platzhalter für die Handlungspraktiken, die wir hier fördern wollen, nennen und immer brandmarken, nämlich das wir wollen, dass Materialen
geremixed werden. Das andere Ideen geremixed werden, das ich verschiedene Gedanken, Einflüsse zu meinen eigenen dazu nehmen kann und die vermischen kann.

[16:46] Dann machen wir das doch heute auch im übertragenen Sinne und laden einen mobilen Cocktailshaker ein. Wir haben uns natürlich schön an die Etikette gehalten und es gab nur alkoholfreie Cocktails. Wir sind ja hier in einer Öffnungsveranstaltung um 10 Uhr morgens. Nicht das hier falsche Eindrücke entstehen, aber durchaus zu empfehlen. Genau das war super toll. Wir haben lange gesucht um in der Pfalz, in der Gegend ist das glaube ich nicht so berühmt, einen mobilen Cocktailshaker zu erreichen. Aber genau den Leopold Cocktailshaker and more den haben wir dann die Cocktailbar, die haben wir dann gefunden und Gott sei Dank als Partner auch für (..) obwohl es nur es zwei Stunden sind, gewinnen können. Genau, ja das war der Gedanke dahinter.

[17:26] Matthias Andrasch: Das waren ja auch sehr leckere Cocktails auf jeden Fall.

[17:28] Constanze Reder: Ich gebe es weiter. (Lachen)  

[17:30] Matthias Andrasch: Vielleicht noch dazu die abschließende Frage; dieser Remix-Gedanke, den wir ja auch mit dem Shake auch so ein bisschen symbolisieren. Konntest du den denn schon jetzt in den ersten Seminaren beobachten? 

[17:43] Constanze Reder: Ja, das ist ein hehres Ziel, würde ich sagen. Auch einen OER immanentes Ziel, dass das eigentlich gewollt ist und das so die „Denke“ ist mit was reinzukommen und so gucken was gibt’s da zu schon und was würde zu meinem Thema passen.[18:01] Tatsächlich war das jetzt in der ersten Phase der „labs“ nicht im Vordergrund, weil es einfach ein ganz neues Thema war auch für viele Lehramtsstudierende hier in ein sehr abstraktes, mit dem sie noch nie in Berührung kamen. Dementsprechend mussten wir erstmal die ersten Schritte gehen und Annäherung schaffen zu dem Thema. Auch eine Identifikation mit dem Thema schaffen, wieso ist es für mich wichtig, warum muss das überhaupt relevant, wenn ich doch irgendwie einfach meine Schulbücher nehmen kann. Das war für viele eine ganz neue Art sich zu überlegen, wie ich unterrichten will auch. Also dass man selber eben Dinge herstellt.
Und im zweiten Schritt wäre es mir jetzt oder würde ich gerne den Anlass geben, genau diese entstandenen Produkte noch mal zu nehmen und eben neu zu remixen. Also das wäre tatsächlich dann der Anlass oder der Ansatz, dass man dann eben nicht fremde Materialien in erster Linie remixed, sondern dass man sich vielleicht aus verschiedenen Quellen und eben auch aus den eigens Produzierten einen Bestand rausholt.
Trotzdem machen wir den Studierenden auch Materialien natürlich zugänglich, die es schon gibt. Also da haben wir einiges an Bestand jetzt angeschafft und geholt. Arbeiten da auch mit anderen Projekten zusammen, die ähnliche Ansätze haben. Eben zu zeigen wie Materialien aussehen können, was so neue Arten sind Materialien darzustellen – auch Gedruckte. Also tatsächlich auch haptisch OER hier haben, die man zerreißen und rumbasteln und auseinander nehmen kann, wie es einem gefällt. Also das finde ich schon auch noch mal wichtig so eine kreative, ästhetische Erfahrung zu machen mit Materialien, wie Dinge aussehen ohne dass man sich dieses Langweilige: Ich kopier mir aus dem Schulbuch verschiedene Aufgaben in Mathe und mach das dann zusammen auf ein Arbeitsblatt, sondern es soll einfach ein kreativer Prozess mit eigenen Gedanken, eigene Materialien und vielleicht Fremden, die ich noch nicht kenne stattfinden. Genau.

[19:47] Matthias Andrasch: Sehr schön, weil das wäre glaube ich eine Herausforderung, die uns auch an beiden Standorten verbindet, wie wir das jetzt in nächster Zeit gestalten. Ich würde jetzt schon mal tatsächlich die Abschlussrunde einläuten und euch noch mal fragen, ob wir noch mal abschließende Bemerkung habt. Damit ihr ein bisschen Zeit zum Überlegen habt.

[20:03] Constanze Reder:  Fängst du an? (Lachen) 

[20:06] Matthias Andrasch: Fang ich natürlich an. Weil ich fand tatsächlich hier sehr schön,  auch weil wir oft drüber diskutiert haben in den Projekt-Vorbesprechungen so soll der Raum halt eher physisch verankert sein oder können wir da andere Räume schaffen. Und es ist ja jetzt auch halt mal ein Labformat, wo wir jetzt mal hier in Kaiserslautern mit dem Raum arbeiten bzw. ihr aktiv damit arbeitet. Und was mich dabei beschäftigt hat, war ganz spannend, weil heute war es ja auch eher so ein lockeres Zusammenkommen. Also es gab ja auch einfach eine kurze Einführung, also erstmal einen OER-Kahoot von Studierenden erstellt.
Und dann eine kurze Einführung von dir und ich fand es halt für Hochschule halt sehr locker sozusagen. Das war jetzt nichts das erstmal ein einstündiger Vortrag mit Grußwort jetzt das Projekt noch mal erklärt mit offiziellen Hochschulfolien sozusagen. Das fand ich sehr schön, dass sich hier auch die Kooperationspartner dann so so offen gezeigt haben und erst mal vorbei gekommen sind. Und was mich da mal beschäftigt immer noch in Köln ist halt, ob man auch in sehr offen in Settings halt so einen sicheren Raum braucht. Irgendwie im Sinne von ich weiß wo der ist und ich kann da hingehen und der hat sich halt etabliert so. Weil wir haben heute morgen auch den Raum gesucht sozusagen und haben ihn dann glücklicherweise gefunden, weil noch keine Schilder da standen. Ich weiß halt nicht ob man sowas dann auch immer so ein bisschen übersieht, wenn es halt da einfach darum geht Räume an Hochschulen zu etablieren, wo man tatsächlich dann auch gerne hingeht und ob da nicht schon einfach so die Etablierung des Raums im Weg steht, wenn man halt nur so einzelne punktuelle Events hat. Also das ist halt so meine Sache,  die ich mit nach Köln nehme. Wo wir dann auch noch mal gucken müssen, weil wir auch Ideen haben wie Rundreisen durch die verschiedenen Einrichtungen, weil man sich ja oft auch nicht so oft besucht, aber das ist dann halt auch wieder so eine kleine Hürde kann. Und da bin ich ganz gespannt wie wir da auch noch mal in den Dialog mit den Studierenden treten. Ihr hattet heute ja auch einen Plakat, wie sieht dein Lab aus? Da können wir hier jetzt auch noch mal zu aufrufen, wenn ihr Ideen habe für OERlabs Formate wie können Räume aussehen. Schick die uns gerne, weil wir arbeiten jetzt schon gedanklich glaube ich so zwei Monate an Lab-Formaten und wie man die aus gestalten kann und freuen uns da auch über eure Eindrücke oder eure Inspirationen, die wir kriegen können.

[22:15] Bence Lukács: Ja (…) Ich glaube es ist (..) Für mich ist so ein Punkt, dass jetzt die Veranstaltung war schon irgendwie eigen oder speziell, weil es so eine Präsentationsveranstaltung war. Und zu der Frage mit dem sicheren Raum kommt halt echt dazu, was passiert wenn man etwas produzieren muss.also wenn man sich trifft und dort gemeinsam arbeitet. Ist die Frage, ob sich dann das Gefühl mit dieser lockeren Stimmung mit der Arbeit (..)  ob das überhaupt zusammen kommt. Oder ob das dann tatsächlich immer Raumabhängig ist, dass man den einfach schön gestaltet mit den Tischen oder was immer da dann drinnen ist. Und einfach nur dazu aufruft, dass wir dort kollaborativ zu dem Thema arbeiten können. Also das ist halt noch so ein Punkt, wo ich mir jetzt nicht ganz sicher bin in welche Richtung das dann geht. Weil so das Event heute das war cool. Alles zu sehen wie es präsentiert war. Die Stimmung war super locker. Nur ist es halt eine sehr spezielle Veranstaltung gewesen, also da war jetzt nicht viel aktives dabei, wo man wirklich kollaborativ mit anderen Menschen arbeitet und deswegen ist die Frage, wie es sich dann weiterentwickelt.

[23:21] Matthias Andrasch: Aber nachdem ihr ja eh die Labs weiter macht, ist es ja dann eine super Erfahrung, dass man dann diese Vergleiche hat zwischen dieser Raum Öffnung und dann halt tatsächlich dem Arbeiten in dem Raum. Also das ist der Punkt auf den ich mach dann schon freue, also da bin ich gespannt auf die Erfahrungen. 

[23:38] Constanze Reder:  Ja ich auch. Ich kann da gleich dann das Schlusswort anknüpfen. (..)
Ich sehe das ganz genauso, das hier ist heute jetzt nicht repräsentativ für normalen Labablauf. Das wird so nicht so nicht sein. Wir haben das Glück mit dem Raum hier, dass der sehr gestaltbar ist also für (..) ihr seht es ja nicht. Wir haben Rollen an den Tischen die kann man wild umeinander schieben. Man hat irgendwie verschiedene Elemente die man gestalten kann. Klar, der Beamer hängt fest okay, aber da kann man Lösungen finden, also es gibt so ein paar gestaltbare Sachen.
Es wird sowieso so sein, das die Studierenden mit ihren eigenen Geräten und Sachen, Materialien, die sie mitbringen arbeiten werden, weil die Technik Ausstattung jetzt für die Labs keine andere ist als in sonstige Projekten an der Hochschule auch. Wir werden versuchen diesen Prozess des kollaborativen Arbeitens wahrscheinlich dann eben nicht mehr in dieser schöne Lockerheit, wie wir sie heute hatten, weil es ja auch ungezwungen ist. Man muss nicht was produzieren, man muss nicht zu etwas kommen.
Trotzdem insofern auffangen wollen, dass wir versuchen halt eben neue Impulse zu setzen, die Lust machen darauf, was zu machen.
Und wir hoffen dass wir durch die Impulse die mit Menschen auch hier reinkommen, es schaffen, dass sich die Studierenden nicht fühlen als müssen sie eine Seminarleistung erbringen, die niemanden oder die sie in dem Fall nicht interessiert, sondern dass es einfach ihr Thema wird und was ist auf was Sie Lust haben an diesem Projekt zu arbeiten – w
ie gesagt auch das ist ein hehres Ziel. Da müssen wir wahrscheinlich unheimlich viel gucken, wie man drin arbeitet. Vielleicht ist eine Lösung, dass der Raum jedes Mal anders aus. Keine Ahnung. Das man andere Situation eben schafft. Ist wahrscheinlich auch einfach davon abhängig was Menschen aus so einem Raum machen. Über Raumarchitektur und wie das auf die Arbeitsmoral und Kreativität von Menschen wird könnt wir noch mal einen anderen, einen zweiten Podcast machen. Deshalb werde ich das jetzt nicht weiter ausführen, sondern dann guck wir einfach mal nach den Erfahrungen, wenn jetzt ein halbes Jahr vergangen ist.

[25:37] Matthias Andrasch: Und du wirst ja auch über die Erfahrung wahrscheinlich im Blog und auf Twitter dann regelmäßig noch mal updaten, weil wir natürlich jetzt an dem Punkt stehen Semester-Logik ist dann erstmal Seminar-Logik durchbrochen und jetzt ist es wird ihr tatsächlich diesem Raum Experiment.

[25:52] Constanze Reder:  Genau.

[25:53] Matthias Andrasch: Das Team Köln drückt dir auf jeden Fall die Daumen.

[26:06] Bence Lukács: Genau, vielen Dank dass wir hier sein durften und schön das wir den Podcast zusammen gemacht haben.

Creative Commons Lizenzvertrag Gerne weiterverwenden! Dieser Podcast ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Bence Lukács, Constanze Reder und Matthias Andrasch für OERlabs.

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