Transkript der Podcast-Episode 05: Eine Reise durch die OER-Projektwelt

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[0:07] Matthias Andrasch: Ja. Hallo und herzlich Willkommen zum Bildungsshaker-Podcast. Mein Name ist Matthias Andrasch und gegenüber sitzt mir der Bence Lukács.

[0:16] Bence Lukács: Ja. Hallo.

[0:17] Matthias Andrasch: Wir melden uns wieder zu zweit aus Köln und wollen heute mal mit euch eine kleine Reise durch die OER- Material- oder Projektwelt unternehmen. Als Projekt OERlabs geht es uns ja vor allem darum, einmal zu sensibilisieren, und halt das große Ziel für das Lehramtsstudierende gemeinsam auszubilden und für OER zu sensibilisieren. Und wir vertreten da ja auch öfter die Ansicht, dass OER vor allem mit dem Aspekt Educational halt in ein breiteres Bild eingebettet werden sollte, dass es auch eine politische Perspektive ist. Aber natürlich geht es auch einfach mal ganz grundständig um Unterrichtsmaterial. Bence kann da wahrscheinlich mehr zu sagen, weil er ja ausgebildeter Lehrer ist, das Unterrichtsmaterial natürlich immer für den Lehrer eine große Rolle spielt. Kannst du da vielleicht nochmal kurz erläutern: Welchen Stellenwert nimmt denn jetzt so die Materialsuche, zum Beispiel für angehende Lehrerinnen und Lehrer aus deiner Sicht ein?

[1:25] Bence Lukács: Ja das ist ja irgendwie etwas was wir glaub ich schon einmal zumindest andiskutiert haben. Oder selbst wenn es noch nicht im Podcast andiskutiert wurde, aber zumindest haben wir außerhalb der Aufnahmen bestimmt schon hin und wieder drüber gesprochen, dass einfach diese Frage nach der Suche beziehungsweise: Wie findet man Unterrichtsmaterial? Ja irgendwie auch bei OER so die Grundfrage darstellt, weil zumindest für mich oder aus meiner Sicht, ist der Zugang, sehr grob gesagt, sehr einfach zu OER, weil ja die Grundfrage immer ist: Wie möchte ich unterrichten oder was verwende ich bei meinem Unterricht? Und ob ich das jetzt OER nenne oder ob ich das jetzt Schulbücher nenne oder selbst erstellte Materialien nenne, im Grunde genommen geht es halt immer um den Unterricht und wie ich meinen Unterricht aufbaue, mit welchen Materialien ich arbeite. Und deswegen ist halt für mich auch immer dieser Zugang zu OER möglichst praktisch zu sehen, dass man halt wirklich überlegen muss: Wie bauen junge Lehrer oder wie bauen Lehramtsstudierende ihren Unterricht auf? Also was sind so die Gedankenprozesse, die dahinter stehen? Und da ist halt natürlich auch die Kernfrage: Wie komm ich an Materialien ran? Also das ist glaub ich absolut zentral was OER angeht und eben für uns natürlich auch, weil wir ja wie du es schon gesagt hast in dieser Zwischenstufe sind, wo wir sensibilisieren wollen. Das heißt wir wollen weder Materialien selber erstellen, noch eine Beratung bieten, sondern wir wollen versuchen hinter die Prozesse zu kommen wie Lehramtsstudierende sich auf den Weg machen einen Unterricht zu erstellen.

[3:18] Matthias Andrasch: Und Du hast es ja gerade schon gesagt. Eine der großen Fragen ist natürlich dann immer: Wie findet man überhaupt dann mal OER-Material, um sich das einfach mal anzuschauen zum Beispiel? Und was glaub ich vor allem Anfängerinnen und Anfänger im Bereich OER dann merken ist halt, dass man mit Suchmaschinen wie Google schon einiges findet, aber auch irgendwie nicht alles und deswegen haben wir uns heute mal gedacht, dass wir einfach mal ein paar kurze Beispiele vorstellen, die alle in den Shownotes, also in der Beschreibung zu der Podcast Episode dann verlinken, dass man einfach mal so ein Bild kriegt, was denn eigentlich gerade da so an OER-Material, was so an Lernplattformen gerade vor allem im deutschsprachigen Bereich jetzt im Internet zu finden ist, beziehungsweise was wir gefunden haben. Wir werden da jetzt nicht das ganze Feld abdecken können. Wenn es da Ergänzungen gibt, immer sehr gerne in den Kommentaren ergänzen, wenn ihr noch tolle Materialien oder Plattformen kennt. Wer jetzt von den Hörerinnen und Hörern noch nicht so ein klares Bild davon hat, was jetzt eigentlich als OER-Unterrichtsmaterial zählt und was nicht, da haben wir auf unserer Website: oerlabs.de/oer kleingeschrieben nochmal eine Unterseite, wo das auch mit Erklär-Videos und kleinen Texten erklärt ist. Genau. Sollen wir unsere kleine Reise beginnen Ben?

[4:40] Bence Lukács: Ja. Ich würde sagen wir starten direkt hinein.

[4:44] Matthias Andrasch: (Lachend) Ok. So die erste Kategorie, die wir uns jetzt so ein bisschen ausgeguckt haben, waren Unterrichtsmaterialien, die jetzt von Autorenteams erstellt werden. Unser erstes Beispiel wäre da die Plattform segu Geschichte. Das ist s e g u Geschichte und steht für – da muss ich jetzt selber noch, wir gehen jetzt beide auf die Homepage, das werden wir jetzt die ganze Zeit während der Reise so machen – das steht für selbstgesteuert, entwickelnder Geschichtsunterricht. segu Geschichte bezeichnet sich selber als nicht kommerzielle Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht. Und was wir jetzt auf dieser Lernplattform zum Beispiel sehen, es gibt dort ganz viele Lernmodule. Einmal zum Beispiel „Was ist Geschichte?“ und dann geht man so quasi durch die historischen Epochen durch: Frühgeschichte, Antike, Mittelalter, Neuzeit bis hin dann zum 20. Jahrhundert, den Weltkriegen und dann gibt es auch noch eine Kategorie „Geschichte quer denken“. segu Geschichte ist jetzt schon eher als Plattform aufgebaut, würde ich jetzt mal sagen. Es gibt dann auch verschiedene Multimedia Formate. Also das ist jetzt nicht alles auf Text beschränkt und ist unter einer Creative Commons Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Lizenz lizensiert. Das sage ich jetzt hier nur nochmal, weil daran erkennt man ja vor allem dann die OER-Projekte und das heißt, dass ich jetzt alles was ich auf segu Geschichte in den verschiedenen Lernmodulen finde sozusagen auch selber nutzen kann, unter Angabe der Namensnennung und unter Verwendung der gleichen Lizenz nochmal. Und das dann auch wenn ich jetzt zum Beispiel als Lehrerin oder Lehrer da was Neues draus erstellt hab, das dann auch wieder unter Beachtung dieser Lizenz auf meinem eigenen Blog veröffentlichen kann und anderen zur Verfügung stellen kann zum Beispiel.
Bence fällt dir irgendwas auf bei segu Geschichte?

[6:47] Bence Lukács: Ja spannend ist ja bei sowas, eben wie du es gesagt hast, dass hier die Lizenz angegeben ist mit CC BY und du auch wenn das mehr als Plattform zu sehen ist, bei sowas finde ich halt interessant ob die Plattform auch so ausgelegt ist, dass wenn ich ein Material dann remixe, dass ich es dann wieder hier hochladen kann oder ob ich es dann eben nur auf einem eigenen Blog machen kann, weil das ist ja eben so auch ein wichtiger Punkt für uns in dem Projekt natürlich, dieses Remixen und dieses Reusen, nur das ist glaub ich noch nicht so in diesem Prozess angekommen, dass man das auch remixt und dann wieder an der gleichen Stelle vielleicht teilt. Also es ist ja schön und gut, dass man das dann weiter bearbeitet, aber interessant wäre es eben so ein Repository zu haben, wo ich das dann wieder hochladen könnte.

[7:50] Matthias Andrasch: Mhmm. Auf jeden Fall ein spannender Punkt, den man auch, da bin ich jetzt wieder selbst überfragt, gerne an die Macher und Macherinnen von segu Geschichte, schreibt uns gerne oder twittert uns gerne. Ist glaube ich bei segu Geschichte nicht so direkt angelegt, führt aber ganz gut zu einem nächsten Beispiel, was es ja zum Beispiel gibt, nämlich, das ist das ZUM-Wiki vom Verein Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. Wird gemeinnützig betrieben und ich war auch zum Beispiel auf dem letzten OERcamp in Köln, also auf dem OERBarCamp in Köln in der Session, wo nochmal Feedback gesammelt wurde zum ZUM-Wiki. Und Wikis, kennt man ja von der Wikipedia, sind ja maßgeblich dadurch beeinflusst, dass halt viele Leute sozusagen da was reinschreiben können oder Inhalte ergänzen können. Also deswegen segu Geschichte war ja eher so eine offene Lernplattform, wo ein Team von Autoren dann erstmal Beiträge zusammenstellt und dann mit verschiedenen Funktionen ergänzt und das ZUM-Wiki hat jetzt halt auch dazu noch zum Ziel zusagen neben der Offenheit, dann tatsächlich dass auch alle möglichen Leute dort ihre Materialien erstellen können. Das darf man sich jetzt nicht ganz wie so Wikipedia Einträge vorstellen, also es ist jetzt nicht nur, dass man da seitenlange Texte schreibt, sondern es gibt da auch interaktive Möglichkeiten inzwischen, also es können auch so Lernpfade angelegt werden, ganz unterschiedliche Sachen. Das was jetzt auf der OERBarCamp Session so ein bisschen rauskam, ist halt, ich glaub das ZUM-Wiki könnte man so ein bisschen, als jetzt im gut gemeinten Sinne, OER-Spielplatz so ein bisschen bezeichnen, weil da halt echt sehr viele Sachen auch schon gelaufen sind, verschiedene Projekte, die alle irgendwie ein bisschen anders sind und auf den Startseiten vom ZUM-Wiki ist man auch erstmal immer so ein bisschen überfordert, weil halt so unglaublich viele Links da sind und man jetzt gar nicht weiß, was ist denn jetzt das eigentlich, was das ZUM-Wiki ausmacht. Zudem wurde in der BarCamp Session zum Beispiel auch so darüber geredet, ja für wen ist das denn jetzt eigentlich? Und eigentlich ist das halt auch für Grundschule, wie auch die anderen Bildungsbereiche. Also es ist halt auch ein ziemlich großes Projekt sozusagen, was immer wieder mit, so wie ich es erlebt habe, sehr viel Herzblut betrieben wird und halt eben auch zum Ziel hat, dass man selber da sehr niedrigschwellig, sozusagen, dann auch etwas hinzufügen kann und da auch eigene Sachen ergänzen kann. Wie fühlst du dich denn mit der Seite Bence?

[10:20] Bence Lukács: Ja ich meine es ist, ich glaub da kann man nicht allzu viel Neues dazu sagen. Es ist halt eine bekannte Form, sag ich mal und es ist halt interessant, wie du das jetzt eben beschrieben hast, weil das ist auch glaube ich ein Punkt, den man bestimmt noch diskutieren kann oder soll. Wie die, wie soll ich sagen, wie so ein Repository ausschauen sollte oder was es können müsste, weil klar ein Wiki oder dieses ZUM-Wiki, ja wenn die Meinung ist, dass da jetzt sehr viel auf dieser Startseite ist und man sich nicht auskennt, dann liegt das jetzt aber nicht an der Wiki-Form, sondern das ist ja mehr eine Homepagesache und die Frage ist dann halt, ob man sich limitieren möchte und sagt solche OER-Repositories haben immer eine Wiki-Form oder es sind normale Homepages, wie dieses segu Geschichte mit Lernmodulen. Also das ist glaub ich auch so ein Punkt, den man mit OER auf jeden Fall ansprechen muss, in welcher Form man sich sowas überhaupt vorstellen kann.

[11:31] Matthias Andrasch: Mhmm genau. Vielleicht ergänzend noch: auf zum.de/portal gibt es auch nochmal eine Portaleinstiegsseite, die dann auf die verschiedenen Sachen verlinkt sozusagen und dann eher diesen Startseitenanstrich hat. Finde ich aber auch spannend, weil man ja tatsächlich auch da sich jetzt die Frage stellt so: Gibt es denn zum Beispiel Leute, die mit einem Wiki besser klar kommen? Oder braucht es immer so eine aufgeräumte Startseite? Ich glaub, dass wird hier auch schon mal deutlich, dass es da halt auch, also ich glaub man kann nicht von diesem einen OER-Material oder so sprechen, sondern es gibt schon hier ganz verschiedene Ansätze.

[12:09] Ein anderes Projekt was man hier noch kurz nennen kann sozusagen, ist serlo.org. Die machen zum Beispiel Material für Mathematik und Biologie, zum Beispiel, und hatten auch noch das Fach angewandte Nachhaltigkeit im Sortiment und sprechen dann auch ganz verschiedene Leute an, die bei ihnen mitmachen können. Ist auch ein eingetragener Verein, und sprechen zum Beispiel auch Softwareentwickler an oder halt auch Schüler und Schülerinnen, die Feedback geben sollen, da ein Praktikum machen können und auch Studierende. Also ich glaub so ein großer Punkt, den man bei diesen Sachen jetzt schon sehen kann ist auch, dass die OER-Projekte sehr an einer Mitarbeit interessiert sind und auch aktiv dazu aufrufen.

[12:58] Genau. Ich hatte noch eine Sache, die wir noch in die Shownotes packen werden, ist auch das Zentrum für LehrerInnenbildung hier an der Universität zu Köln, hat auch zu segu Geschichte nochmal ein Interview geführt, was es auf YouTube zu sehen gibt, ist glaub ich 6 Minuten lang, wo man auch nochmal mehr über die Hintergründe, zum Beispiel da von der Plattform von Dr. Christoph Pallaske, erzählt bekommt, wenn man da ein bisschen tiefer eintauchen möchte.

[13:24] Dann gibt es auch Material, was wir jetzt hier in unserer Liste so ein bisschen „Schulbuch orientiert“ genannt haben, weil es ja dann in, sozusagen in Anführungszeichen, digitale Schulbuch sein will und da haben wir uns jetzt ein Beispiel rausgesucht. Das ist das mBook Russlanddeutsche Kulturgeschichte, ein digitales Schulbuch. Wurde gefördert vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales aus NRW und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Russland Deutsche Kulturgeschichte entstanden und wurde federführend gemacht vom Institut für digitales Lernen. Was wir jetzt hier sehen, glaub ich ist halt, dass es schon ganz klar weg geht, eher von so einer Lernplattform, weil hier ist tatsächlich der Hauptmenüpunkt unten, ist sozusagen einfach das Inhaltsverzeichnis, was man halt von Büchern kennt und dann kommt man halt in die einzelnen Kapitel rein. Wirkt natürlich dann, glaub ich, ein bisschen aufgeräumter, weil man halt sich darauf fokussieren kann und Schülerinnen und Schüler finden da halt dann auch verschiedene Texte, teilweise Mediensachen eingebettet und es gibt halt immer so einen Aufgabenkasten, wo man dann teilweise auch, ich glaube die Texte direkt interaktiv, noch in dem Buch zumindest eintragen kann. Genau. Aber das folgt halt alles einer klassischen Buchlogik sozusagen und ist dann aber einfach über den Webbrowser, sozusagen, einfach abrufbar. Bence, als unser Lehrer hier im Podcast. Wie gefällt dir denn das digitale Schulbuch zum Beispiel?

[15:07] Bence Lukács: (Lachend). Ja ich find es ja schon einmal gut tatsächlich ein digitales Schulbuch zu sehen, das dieses Wort digital auch umsetzt. Also es gab ja in den letzten Jahren immer wieder digitalisierte Schulbücher, sagen wir es vielleicht mal mit dem Wort, wo im Endeffekt Bücher ja als PDFs fast zur Verfügung gestellt wurden, wo dann natürlich auch diese Interaktivität irgendwie verloren geht, mit Videos oder anderen Medien. Und bei dem Buch ist das natürlich sehr schön gemacht, weil wie du auch gesagt hast, da ist mehr oder weniger ein interaktives Inhaltsverzeichnis, es gibt Bilder, Videos und weiterführende Links. Also das ist schon sehr schön damit zu arbeiten und das ist auch sehr, wie soll ich sagen, intuitiv damit umzugehen. Die spannende Frage wäre natürlich, wie man mit so einem Buch kollaborieren könnte, jetzt als Lehrperson. Ob ich da jetzt dann wieder, ich mein, knüpft natürlich immer an diese Plattformfrage an, ob ich dann wieder hier etwas direkt verändern kann oder ob ich da mit anderen Lehrpersonen irgendetwas Gemeinsames erstellen kann oder mir halt wieder ein Buch einfach vorgesetzt wird, das natürlich sehr schön gemacht ist und digital ist, aber die Frage ist: Wie kommen wir zu dieser Kollaboration? Und ich mein klar, wie gesagt, es hängt halt natürlich viel mit der Plattform zusammen, aber ich denk mir auch, dass es irgendwie in unserem Sinne, in dem Projekt, wo es halt um diese Sensibilisierung und diese Kollaboration geht, und das ist halt glaub ich mit OER, auch gerade wenn etwas digital ist, ist das ja so ein riesen Potential, dass man da zusammen etwas erstellt und das ist halt immer so ein Faktor, den man glaub ich wie immer noch viel, viel genauer definieren kann. Wie kollaborier ich mit digitalen Materialien.

[17:12] Matthias Andrasch: Genau und was man jetzt glaub ich auch nochmal am mBook zeigen kann, ist natürlich, dass es zum Einen, es gibt ja diesen Begriff responsive, responsiv, kann man auch ganz einfach testen am Laptop zum Beispiel, wenn man jetzt das Browser-Fenster einfach ein bisschen kleiner zieht und die Inhalte dann noch so dargestellt sind, dass man noch alles lesen kann und sich alles so ein bisschen zusammenzieht, das heißt erstmal, dass man es halt auch auf Mobilgeräten ganz einfach nutzen kann. Also, das heißt auch wenn wir in dieser Diskussion mit Bring Your Own Device zum Beispiel sind, wenn Geräte wie Smartphones oder Tablets mit von den Schülerinnen und Schülern selbst in den Unterricht gebracht werden. Das heißt, man kann ihnen einfach den Link zu diesem mBook geben oder zu dem entsprechenden Kapitel und dann ist das halt abrufbar sozusagen. Also da kommen wir dann wieder in so eine Diskussion rein, zum Beispiel, wenn man jetzt erst eine App installieren muss, dann funktioniert das ja manchmal auf den verschiedenen Smartphones nicht. Das ist, glaub ich, so ein bisschen der Vorteil, den das mBook aufzeigen kann, dass man Sachen halt einfach im Webbrowser abrufen kann und eine andere Sache, die sich da ganz gut anschließt, ist dann auch so eine Frage der Barrierefreiheit, weil man so Sachen, die jetzt einfach im Webbrowser abrufbar sind, kann man halt vom Webdesign her sehr gut, dann barrierefrei optimieren. Das heißt auch Leute, die mit einem, die zum Beispiel eine Seheinschränkung haben, können dann einen Screenreader nutzen, der die Texte zum Beispiel vorliest oder Alternativ-Texte für die Bilder oder man kann halt die Texte beliebig vergrößern, wenn das ganze responsive ist.

[18:43] Bence Lukács: Was ich vielleicht abschließend noch zu dem sagen möchte, weil ich bin ja auch nicht nur Englisch-, sondern eben auch Geschichtslehrer, und was ich da ganz super finde, ist dieses Methodenkapitel, wo nochmal diese Didaktik beschrieben wird, beziehungsweise Methoden beschrieben werden, wie ich jetzt mit Bildern zum Beispiel im Geschichtsunterricht arbeite, welche Methoden ich verwenden kann, um mit den Schülerinnen und Schülern, Karikaturen zu analysieren oder Bilder zu analysieren, also da gibt es nochmal am Ende 10 Methoden, die beispielhaft dargestellt sind. Das finde ich zum Beispiel auch wieder super und das passt halt auch sehr gut, also das ist sehr gut machbar mit solchen digitalen Medien, weil natürlich ein Buch, wird das niemand hinein packen, noch einmal eine Methodenliste, weil das natürlich irgendwie schwer ist darzustellen, aber so kann man ja mit den ganzen unterschiedlichen Medien das direkt einbetten und zeigen, wie man damit arbeiten kann. Also das, das finde ich echt sehr gut gelungen.

[19:49] Matthias Andrasch: Und einen spannenden Aspekt, den ich gerade bemerke, ist, glaub ich, auch dadurch, dass das ja so offen zugänglich und jetzt einfach abrufbar ist, ist das ja für uns gerade sehr einfach so eine kleine Reise dadurch zu machen, eigentlich, weil sonst, sagen wir jetzt mal bei klassischen Schulbüchern, hätten wir uns die halt alle jetzt irgendwie bestellen müssen oder über die Bibliothek besorgen und dann hätten wir das auch alles gar nicht so einfach verlinken können. Und dadurch, dass das halt im Bereich OER der Anspruch ist, das auch halt zugänglich zu machen, auch für Leute wie mich sozusagen, die keine klassische Lehramtsausbildung haben, finde ich schon gerade einen spannenden Aspekt, der uns diesen Podcast machen lässt. Vielleicht noch eine kleine Anekdote zum mBook Russlanddeutsche Geschichte, weil da gab es auch online in der Facebook Gruppe OER im deutschsprachigen Raum, gab es eine kleine Diskussion über die Lizenz, weil die Projektmacherinnen und Macher haben sich erstmal für eine eher restriktive Lizenz entschieden, haben sich dann aber im Laufe dieser Online-Diskussion und auch nochmal nach einer Diskussion, nach einer offenen Diskussion auf dem OERcamp in Köln, dazu entschieden, dass doch unter eine freiere Lizenz zu stellen, sodass man das jetzt sehr offen nutzen kann. Da vielleicht nochmal, weiß ich nicht, Hut ab vor den MacherInnen, dass sie sich auf diese Diskussion eingelassen haben. Weiterhin gibt es vielleicht noch dazu zu sagen: dieses Schulbuchthema ist eigentlich, glaub ich, auch so ein bisschen so ein Dauerbrenner.

[21:17] Ich glaub, was wir vorhin mit den Repositories schon so ein bisschen angesprochen haben, gibt es ja jetzt auch die große Diskussion, um die Bildungscloud zum Beispiel und wie die aussehen soll und auch was Bence, du gemeint hast ja auch, wie dann Kollaboration darin stattfindet. Das weiß ja auch noch keiner so richtig. Dann gibt es ja auch Fragen: Braucht es überhaupt so eine Bildungscloud? Braucht es die für OER? Da gibt es auch einen Artikel zu, den wir nochmal verlinken können, von Richard Heinen glaub ich und Jöran Muuß-Merholz zum Beispiel. Also das sind alles so die Diskussionen, die da mit drum herum schwimmen und dann gibt es auch noch eine Studie von Maximilian Heimstädt & Leonhard Dobusch, die eine Machbarkeitsstudie zu OER Schulbüchern in NRW in Planung haben. Die soll jetzt noch, ich glaub, im Sommer oder Herbst veröffentlicht werden. Also ich glaub dieses Schulbuchthema ist auch eins, an dem dann die OER Diskussion auch wieder so ein bisschen oft entbrennt, sag ich jetzt mal, weil ja auch keiner so richtig weiß, wie es jetzt eigentlich weitergeht. Auch was du angesprochen hast mit: Digitalisieren wir jetzt einfach unsere Schulbücher, heißt wir hauen das alles als PDFs in die Welt oder müssen wir jetzt hier echt Kollaborationen nochmal ganz anders denken und dann ja auch die technische Infrastruktur da anpassen? Ich glaub das wird auch deutlich gerade. Das steckt alles noch in diesem Materialbegriff, sozusagen, auch noch mit drin auf welcher Infrastruktur und wie wir das machen. Genau. Hast du zur Kategorie Autorenteams noch Anmerkungen Ben?

[22:43] Bence Lukács: Nein. Ich würde sagen wir können weiter.

[22:46] Matthias Andrasch: Wir machen unsere, wir setzen unsere Reise fort sozusagen. Eine andere Kategorie, die wir jetzt gar nicht so unglaublich raus stellen wollen als was Spezielles, aber es ist ja schon nochmal ein Abgrenzungsfaktor, wären für uns Materialprojekte, wo halt auch Studierende maßgeblich ihren Anteil leisten oder halt sogar selbstständig Lernmaterial erstellen. Und ein schönes Beispiel, was ich da vor ein paar Monaten gefunden habe, ist die Seite oer.uni-Leipzig.de. Also mit einer sehr prominenten Webadresse. Und dort haben Studierende aus verschiedenen Seminaren, einmal für das Fach Geschichte und für Mathematik, schon ihre eigenen Unterrichtsideen oder Unterrichtsmaterialien quasi dort veröffentlicht, sodass man die auch frei einsehen kann. Für mich ist das immer eine sehr schöne Sache, vor allem wenn das mit so einer prominenten Adresse sozusagen abrufbar ist, dass dann auch sozusagen Studierende ihre OER-Projekte sichtbar machen können. Weil das glaub ich auch immer noch so ein bisschen eine Diskussion, inwiefern man denn Studierende, die tolle Projekte in den Seminaren erstellen, wie man die veröffentlichen kann und wie man denen zur Sichtbarkeit verhelfen kann, falls die Studierenden das halt wollen. Ist natürlich vielleicht nochmal da die Perspektive auf OER durch die freien Lizenzen, wird das halt sehr gut möglich, auch wenn man anderes Material nutzt. Würde man da jetzt, sage ich mal auf klassisches Material irgendwie zurückgreifen, dann wäre die Wiederveröffentlichung quasi kaum möglich. Also das ist jetzt hier auch, diese ganze Seite ist quasi so ein kleines, so eine kleine Potentialschau von OER, dass da auch Studierende sehr einfach in ihren Seminaren quasi schon mal Unterrichtsideen für andere bereitstellen können.

[24:41] Bence Lukács: Ja. Ja und da ist halt immer wieder die spannende Frage – da werden wir auch sicher noch im Laufe der Podcasts dazu kommen: Wieso es halt CC BY sein muss und wieso nicht gleich CC0. Das ist halt immer so die Frage. Wenn ich jetzt so Bildungsmaterial allen zur Verfügung stelle oder Methoden oder wie auch immer: Wieso ist es eigentlich notwendig das mein Name dann drauf steht, wenn es wieder verwendet wird? Das ist glaub ich immer interessant darüber nachzudenken.

[25:18] Matthias Andrasch: Ja genau. Das wird glaub ich nochmal ein ganz langer Podcast für sich. Hier bei, im Fall von Leipzig, war es halt unter der Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen, also der Share Like Lizenz. Da gibt es nochmal eine andere Diskussion, ob man Unterrichtsmaterialien dann in der Weiterverwendung sozusagen, auch offen hält für andere. Ist auch eine ganz spannende Diskussion. Uns, glaub ich, interessiert diese Diskussion vor allem, weil es ,glaub ich, eventuell so die These gibt, dass das halt auch mit der Namensnennung sozusagen ganz stark vorgelebt wird von Lehrenden, die das halt aus ihren wissenschaftlichen Bereich sozusagen kennen und soll jetzt aber auch in keinster Weise so in Abrede stellen, dass hier wurde ja eine echte OER Lizenz verwendet sozusagen und die Studierenden können da auch ihren Namen drauf packen. Ist ja immer eine freie Entscheidung, ob man dazu CC0 oder sozusagen die Namensnennung zur Pflicht macht. Aber ist natürlich auch spannend, weil man an so den Projekten, glaub ich, gucken kann, zum Beispiel: Hatten die Studierenden hier selber die Wahl? Was wir ja auch nochmal aufgreifen würden oder ist es sozusagen eine Projektvorgabe gewesen, welche Lizenz da genutzt wird. Genau. Aber ansonsten auch Hut ab für die Uni Leipzig, dass da die Studierenden Projekte und Unterrichtsideen so frei präsentiert werden.Und ich glaube auch aufgeräumt oder?

[26:42] Bence Lukács: Ja sieht super aus. Ja.

[26:44] Matthias Andrasch: Genau. Deswegen an EDU Digitale liebe Grüße und ein tolles Projekt würde ich sagen. Genau. Eine andere Sache, die ich da mit Studierenden sozusagen in Content-, also Inhaltsprojekten hatte, kommt von der Hamburg Open Online University. Muss ich grad mal gucken, dass ich mich nicht vertue. Doch genau. Und heißt. Ist ein. Wir haben den auch gerade hier in Print vorliegen: die HOOU Content Projekte, der Vorprojektphase 2015/16 der Hamburg Open Online University. Gibt es aber auch online verlinkt, als großes PDF. Und was ich da ganz spannend fand, ist halt ein Sonderband zum Fachmagazin Synergie. Da werden ganz vielfältige Projekte und Prototypenprojekte auch vorgestellt, die halt auch ganz klassisch, sozusagen von Lehrenden oder Forschenden, konzipiert werden. Aber Ziel ist es halt immer, die Ergebnisse sozusagen, die da produziert werden, mit Studierenden auch halt unter eine freie Lizenz für OER zu stellen. Und was an dem Band, wenn man da durch scrollt, finde ich es ganz cool, weil da ganz viele verschiedene Themenbereiche, also es gibt irgendwie „The Future of Fashion“, dann haben wir ein Methodencluster, dann geht es auf einmal um „Digital Mapping – ein Lehrportal zu geografischen Informationssystemen“. Also ich glaub wer oder um innovatives Filmemachen sehe ich hier im nächsten Projekt. Also wer glaub ich mal so eine Idee davon haben will, wo man OER Content, also Materialproduktion, auch irgendwie anknüpfen könnte, in welchen Bereichen das möglich ist, findet hier glaub ich eine große Inspiration. Weil hier: ein Thema ist zum Beispiel auch „Ernährungsbildung am Arbeitsplatz“, „Restaurant oder Konferenztisch – Verhandlungsstrategien aus aller Welt“. Also hier wird glaub ich nochmal deutlich, dass OER jetzt nicht irgendein Nischenthema für ein Fachbereich ist, sondern auch sozusagen auf eine gesamte Universität einfach angewendet werden kann.

[28:47] Bence Lukács: Ja absolut.

[28:51] Matthias Andrasch: Deswegen unsere Empfehlung: Da gerne mal durchscrollen. Auch wenn man auf der Suche nach eigenen Projektideen ist. Große Empfehlung. Genau. So eine weitere Kategorie in unserer Liste, wäre noch ganz kurz: Vielfältige Formate. Ich selber habe ja jetzt schon mehrfach hier gesagt, dass ich nicht aus dem Lehramtsstudium komme, sondern eher aus dem Bereich Medienpädagogik und da gibt es zwei Projekte, die im Kontrast ganz spannend sind eigentlich. Das ist zum einen mal, das Projekt Medien in die Schule von der freiwilligen Selbstkontrolle der Multimedia-Dienstanbieter, die kennt man besser unter der FSM, dann noch: Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen, FSF, und in Zusammenarbeit auch mit Google, wurden da offene Unterrichtsmaterialien und Unterrichtseinheiten, im großen Stil produziert, mit ganz vielen verschiedenen Themen, Von Nachrichtensendungen, Jugend und Internet, aber auch, es gibt so Werkzeugkästen für Open Source Anwendungen, es gibt ein Themengebiet: Hass in der Demokratie begegnen. Und die fahren einen sehr offenen Ansatz sozusagen, dass man halt als Lehrende, also als Lehrerin oder Lehrer erstmal ganz viel auch Hintergrundinformationen kriegt, für die einzelnen Unterrichtseinheiten, und sich dann sozusagen selber daraufhin dann seinen Unterricht zusammenstellen kann. Also es gibt dann auch kleinere Unterrichtsideen. Aber es ist alles sehr offen und es werden verschiedene Methoden vorgestellt. Also es gibt nicht dieses: Du musst jetzt das machen und das machen und dann ist der Unterricht beendet sozusagen. Fällt dir da erstmal was auf, eh ich dann zum zweiten Projekt komme?

[30:35] Bence Lukács: Nein, also ich find das sehr schön aufbereitet mit den Themen und wie du es ja gesagt, also es steht da wirklich da, der Zeitbedarf, was die Aufgabe ist, was das Lernziel ist und der Ablauf des Ganzen. Und das ist sehr, sehr schön aufbereitet und das ganze Material steht natürlich auch da zur Verfügung. Da stellen sich halt für mich wieder die gleichen Fragen, wie ich es eben davor schon erwähnt habe mit sämtlichen Materialplattformen: Wie kann ich das remixen, kann ich das hier wieder hochladen und so weiter und sofort. Also ich glaub das sind so die grundlegenden Fragen bei solchen Datenbanken

[31:12] Matthias Andrasch: Mhmm. Genau und im Kontrast zu diesem eher mächtigen Projekt, würde ich jetzt mal sagen, mit all den Informationen, haben die Digitale Helden , das ist eine gemeinnützige GmbH, die haben einen Online-Kurs zu WhatsApp gemacht. Und was ich an dem Beispiel mal ganz spannend find, ist halt, das ist jetzt halt für mich, ohne dem Projekt da jetzt zu nahe zu treten, da steckt auch sehr viel Planung dahinter, aber es ist halt ein sehr aufgeräumter Ansatz sozusagen. Also man hat erstmal eine Website, da scrollt man sich halt einmal durch, sozusagen als Lehrerin oder Lehrer, und kann dann entscheiden, ob man jetzt in den Kurs zur Doppelstunde oder zum Projekttag geht sozusagen. Also 2 Schulstunden oder 6 Schulstunden gestalten will und kriegt dann da halt, in der Beschreibung steht es, einfach eine Unterseite mit 15 Videos 7 Aufgaben und einem PDF-Arbeitsblatt zum Download. Und das würde ich jetzt eher so mal als kompaktes OER Material bezeichnen, was jetzt meiner Meinung nach, da kannst du mich gerne mit deiner Erfahrung Bence berichtigen, wäre jetzt für mich tatsächlich so ein Projekt, wo man auch einfach, wenn man jetzt mal nicht so viel Vorbereitungszeit zum Beispiel hat, die man investieren kann, dann hat man hier einfach schon so viel Content, den man nutzen kann, den man dann sozusagen in Anführungsstrichen, nur noch gestalten muss. Und auf der Seite muss man sich halt nicht durchnavigieren, sondern man hat eigentlich 3 Seiten, die man halt durchscrollen muss und hat dazu noch Videomaterial, welches die Schülerinnen und Schüler dann auch nutzen können.

[32:47] Bence Lukács: Ja ich denk mal das ist eigentlich auch vielleicht so überlegt, dass man das auch sehr wohl den Schülerinnen und Schülern einfach als Vorgabe sozusagen gibt, dass sie sich selber durchklicken oder durcharbeiten. Also wenn ich da jetzt kurz rein lese, ist ja die Formulierung von Angaben zielt ja relativ deutlich auf Schülerinnen und Schüler ab. Also findet, ist auch ein super Ansatz natürlich, wenn man eine Homepage so gestaltet, dass man das in dem unter Anführungsstrichen Flipped Classroom Modell einbauen möchte, dann ist sowas ja perfekt. Also dann muss es gar nicht zu, ja zu ausführlich sein, wie jetzt die Seite davor, wo halt wirklich sehr schön alles Schritt für Schritt beschrieben ist und die Arbeitsblätter oben sind, sondern da muss es eigentlich nur für Schülerinnen und Schüler verständlich sein, wie sie sich da durcharbeiten können und das finde ich sehr, sehr gut gelungen.

[33:44] Matthias Andrasch: Genau. Und hier ist ja auch wieder das Spannende sozusagen, dieser Link zum Kurs: Doppelstunde, wie du es gesagt hast, den Schülerinnen und Schülern halt erstmal so zur Selbstarbeit geben will, den verschickt man dann halt und dann ist der halt auch von allen Geräten aufrufbar sozusagen. Und ist dann auch noch mit Videocontent, sozusagen, mit dazu. Genau und das zeigt für mich, glaub ich, auch nochmal so ein bisschen, glaub ich, die Bandbreite, die da möglich ist, von halt sehr detailliert erläuterten Projekten, die sehr umfangreich sind oder halt, dass man eher so ein kurzes und knackiges Format hat, was dann halt auf Videos fokussiert ist. Ich glaub Lehrerinnen und Lehrer, die den Unterricht gestalten, die Diskussionen, die da sich daran anschließen, das ist eh klar, dass man das machen muss, also auch dieser Online Kurs von den Digitalen Helden, wird da jetzt erstmal nichts ersetzen, aber zeigt, glaub ich, die Bandbreite ganz gut, auch in welcher Tiefe man da in Themen einsteigen kann, wenn man, also wenn man die Zeit hat oder ob man, wenn man halt mal zwischendurch was im Bereich Medienpädagogik jetzt zum Beispiel braucht und denkt so jetzt wär mal eine Grundlagendebatte über WhatsApp in meiner Klasse, wäre jetzt einfach mal gut und wir stoßen die jetzt einfach mal damit an.

[34:53] Bence Lukács: Ja und man darf ja auch nicht vergessen, dass ja vielleicht in der Grundsatzdiskussion, das gar nicht notwendig ist, dass man sämtliche Bildung oder sämtliches Material nur in der Schule, also sämtliches Lernen nur in der Schule hat. Also ich denk mal die Seite, wie ich es ja schon gesagt hab, eignet sich halt super dafür, dass die Schülerinnen und Schüler das einfach selbstständig erarbeiten. Also es muss gar nicht jedes Thema ständig in der Schule nur bearbeitet werden, sondern wenn es gut ausschaut, sag ich jetzt mal ganz grob, und Schülerinnen und Schüler sich damit gut zurecht finden, dann ist ja perfekt. Also dann sollen sie sich mit dem Thema auch außerhalb der Schule beschäftigen.

[35:35] Matthias Andrasch: Ist glaub ich ein super spannender Hinweis, weil ja dadurch, wenn wir jetzt wieder auf die Offenheit der Materialien gucken, dadurch dass es einfach ohne jegliche Zugangsbeschränkungen da im Internet rumliegt ,sag ich jetzt mal, ist das ja auch für Schülerinnen und Schüler auch außerhalb der Schule oder halt für andere pädagogische Akteure, ob das jetzt halt im außerschulischen Bereich ist oder auch einfach zum Beispiel für Eltern, die da was mit ihren Kids machen wollen, ist es dann halt open. Also das ist, glaub ich, auch nochmal ein Merkmal, was man hier sieht. Das ist halt jetzt nicht auf irgendeiner Lehrerplattform versteckt, sondern da kann jeder reingucken. Genau. Damit wären wir glaub ich mit unserer kleinen Reise durch verschiedene Projekte auch erstmal fertig. War jetzt auch eher eine mittellange Reise würde ich sagen.

[36:22] Bence Lukács: (Lachend) Ja.

[36:24] Matthias Andrasch: Aber ich glaub man sieht, man kann auch viel über die verschiedenen Projekte diskutieren und die sich nochmal ganz genau angucken. Was es im letzten Jahr gab, waren die OER-Awards, die verlinken wir auch nochmal in den Shownotes. Da sind auch noch verschiedene Projekte verlinkt. Da gibt es zum Beispiel auch, wenn man jetzt gar nicht so stark auf Unterrichtsmaterial per se guckt, gab es zum Beispiel ein Methodenset, um einfach Barcamps, also das sind so, man sagt immer so schön: Nicht-Konferenzen, wo die Teilnehmenden selber ihre Themen festlegen, wo man das im Jugendbereich durchführen kann, hat da zum Beispiel einen Preis gewonnen und die Materialien, das Methodenset wurde halt auch komplett offen zur Verfügung gestellt und kann somit auch auf andere Bereiche angepasst werden. Das fand ich nochmal ganz spannend. Also es gibt da nicht nur diesen klaren Fokus auf Unterrichtsmaterial, wenn man jetzt da auf die OER-Awards guckt, da kriegt man, glaub ich, auch nochmal einen ganz guten Überblick. Ein Thema, was wir natürlich in der Liste noch hatten, waren, dass es ja auch so um Online-Kurse gehen kann, die Diskussion um MOOCs, also Massive Open Online Courses. Die gibt es ja jetzt schon ein bisschen länger und ich würde sagen der Hype ist jetzt schon ziemlich lange vorbei. Aber Bence, du hattest hier noch ein Beispiel ergänzt in der Liste.

[37:42] Bence Lukács: Genau. Ich hatte dieses ExplOERer-Projekt, was 2016 bereits zu Ende gegangen ist, das sich mehr an Lehrpersonen, sag ich mal, richtet. Mit dem Kurs fand ich es interessant, dass da eben so ein MOOC eingerichtet wurde, der 4 Wochen lang gedauert hat und wo es speziell um dieses Reuse und Remix-Prinzip gegangen ist und da kann man sich gerne hinein klicken und einmal durch klicken, weil da gibt es viele interessante Links, die eigentlich zu diesen Grunddiskussionen gehören, die wir auch versuchen natürlich zu führen und die vor allem zur Sensibilisierung beitragen, weil da wichtige Fragen gestellt werden und da gibt es interessante Diskussionen, dann auch: Was heißt Lizensierung? Was heißt reuse? Wie kann ich etwas remixen oder wie stell ich das dann bereit? Also das ist sehr, sehr interessant. Da ist, glaub ich, auch ein Beispiel drin mit einem Open-Book, wo eine kanadische Universität, oder mehrere Universitäten, das gemeinsam erstellt haben und das Open-Book ist halt so open, unter Anführungsstrichen, dass es voll ist mit Material, das sie nicht selber erstellt haben, sondern einfach von anderen Lehrpersonen erstellt wurde und das dann natürlich auch irgendwie so die Diskussion lostreten kann mit: Ja was mach ich mit dem Buch? Wie kann man das Buch eigentlich hernehmen und es ja sozusagen herunterladen und weiter ausbauen. Also das ist ja gerade dieses Interessante am Kollaborieren und an diesem Remix-Prinzip, ist, dass das ja ganz unten anfängt. Dass man ja das Rad nie neu erfinden muss. Andererseits, wenn man denkt, dass etwas einen Beitrag leisten kann, dann sollte man die Möglichkeit haben, das einfach hinzuzufügen und anderen zur Verfügung zu stellen. Also das, das kann ich auf jeden Fall empfehlen, sich da einmal durchzuklicken. Da ist auch ein ganz nettes Flash Game eingebaut, wo man ja ganz grob üben kann, wie man lizensieren kann und was es dann für das ganze Remix- und Reuse- Prinzip bedeutet.

[40:00] Matthias Andrasch: Ja. Sorry liebe iPad-User (lachend). Aber ich glaube es wurde auch nochmal portiert auf eine andere Version, weil das ist natürlich auch spannend, wenn es da wieder um die Detailfragen geht, was man eigentlich mit was Remixen kann. Da kommen wir vielleicht später auch nochmal im Podcast dazu, aber da gibt es auch schon ganz viele Sachen. Und glaub ich, was ich spannend fand, weil du es zugefügt hattest, ist natürlich auch. Wir waren jetzt ja sehr im deutschsprachigen Raum unterwegs. Weltweit gibt’s da auch ganz unterschiedliche Diskussionen. Teilweise auch, weil zum Beispiel im amerikanischen Bereich, ist ja zum Beispiel Text-Books, also die klassischen Lehrbücher, auch an Universitäten, sind die Kosten immer ein riesiges Problem. Also da gibt es nochmal eine ganz andere Diskussion über OER und zum Beispiel das, was wir jetzt auch mit Schulbüchern angesprochen haben, wird da nochmal ganz anders verhandelt teilweise. Deswegen glaub ich auch von uns der Aufruf so, in dem Kurs findet man bestimmt viele Links und auch so über den Tellerrand gucken kann nie schaden, um so das gesamte Bild von OER mal zu fassen und sich auch von diesen, teilweise dann von den kleinen Diskussionen zu lösen, die jetzt erstmal zum Beispiel nur für Deutschland relevant sind. Also auch Stichwort Bildungscloud ist ja natürlich spannend. Deutschland ist ja jetzt nicht das einzige Land, was sich jetzt auf den Weg macht und sich jetzt mal die Frage stellt: Brauchen wir eine Bildungscloud? Sondern ich glaub andere Länder stellen sich oder haben sich die Frage vielleicht sogar schon gestellt. Daher, wenn man jetzt so an weltweiten OER Projekten auch nochmal interessiert ist: Es gibt die OER World Map, also die OER-Weltkarte. Die ist auf oerworldmap.org zu finden. Und in den Shownotes habe ich nochmal einen Link eingefügt, wo man auch nach Projekten filtern kann sozusagen. Da kann man auch nochmal reingucken, wenn man jetzt einfach mal wissen will, was machen jetzt so in den verschiedenen Ländern noch? Welche Projekte gibt es da? Da ist nochmal eine lange Liste und da kann man halt auch so generell nochmal versuchen, nach Themen zu suchen sozusagen. Und das Schöne an der OER World Map jetzt wieder, da du es ja schon mehrfach angesprochen hast Bence, ist auch: Wenn man sich dort registriert, kann man auch selber Informationen einfach frei ergänzen sozusagen. Deswegen also: Wer da noch Informationenprojekte hat, kann die gerne in der OER World Map ergänzen.

[42:17] Genau. Damit wären wir mit unserer kleinen Reise durch die Projekte erstmal fertig. Einen kleinen Hinweis wollten wir nochmal geben auf Tools, ist ja auch immer (also Werkzeuge, Softwarewerkzeuge oder Onlinedienste), ist ja auch immer eine große Frage. Auch was du, Bence, schon angesprochen hast. Gut jetzt hab ich den Inhalt, aber was, wie und was mach ich denn jetzt oder kann ich überhaupt damit machen? Da gibt es einmal im deutschsprachigen Bereich zum Beispiel Tutory. Da kann man eben aus diesen ganzen Inhalten, die man jetzt auch auf den angesprochenen Plattformen findet, nochmal Arbeitsblätter erstellen, die man mit anderen Lehrerinnen und Lehrern teilen kann. Auch unter freien Lizenzen und die können die dann auf Tutory wieder auffinden. Also wer sich dafür, vor allem noch für Arbeitsblätter interessiert, der sollte da mal reingucken. Ein anderes Projekt ist, was ich glaub ich immer gebetsmühlenartig wiederhole, weil ich es grad ganz spannend finde und in Norwegen seinen Ursprung gefunden hat, ist h5p.org. Kann man sich auch mal angucken. Damit wird es, also es ist halt Open Source, das heißt, also auch freie und offene Software. Da wird es zum Beispiel ganz einfach möglich, wenn man jetzt so ein YouTube Video unter freier Lizenz findet, da noch, das ist jetzt nur ein sehr simples Beispiel natürlich, aber da einfach dann ab einer bestimmten Videostelle das Video zu stoppen und dann ein Quiz oder nochmal Erklärung oder einfach so andere, interaktive Elemente anzufügen. Also das ist nur eine Möglichkeit davon und das Schöne ist in H5P als auch in Tutory, sind zum Beispiel direkt Funktionen eingebaut, dass man halt alles unter einer freien Lizenz wieder veröffentlichen kann und sich das dann auch jemand anders nehmen kann, mit einem Klick, und das dann bearbeiten kann. Also da glaub ich an den Tools zeigt sich jetzt auch nochmal das Remix-Potential, was es eigentlich gibt, wenn halt die Inhalte, die wir in den Projekten gezeigt haben sozusagen, die ganzen freien Inhalte, da kann man alle nehmen und sozusagen auf ganz verschiedene Medienarten dann auch wieder übertragen. Also auch in Erklär-Videos könnte man jetzt Texte aus dem mBook vertonen, unter der Lizenzangabe, oder man könnte Präsentationen machen. Weiß ich nicht. Was fallen dir noch Beispiele ein Bence? Was kann man heutzutage cooles im Unterricht machen?

[44:30] Bence Lukács: (Lachend) Du hast die wichtigsten Sachen erwähnt. Also ja das Schöne darin ist, dass irgendwie ist natürlich oft die Diskussion limitiert auf Materialien und wir versuchen so oder so schon die Diskussion auf Praktiken auszuweiten und natürlich ist ein riesen Faktor da noch Tools, mit denen ich tatsächlich auch etwas online machen kann und H5P ist auch einer meiner Lieblingstools, nachdem ich ja auch in der Fernlehre tätig bin, ist das ja super interessant, weil man da tatsächlich alles Mögliche interaktiv gestalten kann. Also da kann man eben auch Bilder bearbeiten, beziehungsweise man kann Bilder interaktiv erstellen oder einstellen mit Fragen, mit Markern, man kann Videos bearbeiten, wie du es gesagt hast. Und auch als Englisch Lehrer ist es für mich interessant, dass auch was tatsächliches sprechen angeht, es da immer Weiterentwicklungen gibt und es gibt halt so SpeechRecognition mittlerweile, was, finde ich, super funktioniert. Und das ist halt grad für mich sehr interessant gewesen in der Fernlehre, weil so kann man dann auch im Englisch Unterricht sagen, Schülerinnen und Schüler können dann auch tatsächlich in dieser Fremdsprache sprechen und das wird dann glaub ich auch dann immer besser werden dieses SpeechRecognition. Also das bietet echt super viele interaktive Möglichkeiten und das ist echt sehr interessant das Tool

[45:54] Matthias Andrasch: Genau, und da ist auch wieder interessant: Läuft halt auch wieder alles im Browser sozusagen. Also auch auf dem Tablet, auf dem Laptop, funktioniert überall, braucht man keine extra App, genau wie bei Tutory erstmal nicht und ich glaub, dass auch mit der Spracherkennung, das mit der SpeechRecognition zum Beispiel, zeigt ja auch dass wir da, beim was die Technik alleine anbelangt, sind wir da noch nicht am Ende der Fahnenstange, was glaub ich auch immer noch eine Rolle bei OER spielen wird. Und sag ich mal, was unsere kleine Reise glaub ich ganz gut gezeigt hat ist, dass es definitiv Inhalte da draußen gibt, die man auch für so interaktive Tools und Experimente nutzen kann. Und uns liegt ja dann am Herzen, dass man das dann sogar zu einer offenen Praktik, sozusagen, dann verbindet. Ich glaube, das wird nochmal Thema in den nächsten Podcasts. Ich hoffe jetzt, konnten auf jeden Fall schon mal ein paar Beispiele zumindest mitgenommen werden. Man kann hoffentlich jetzt als Hörerinnen oder Hörer vielleicht ein bisschen besser verstehen, worum es in den Projekten geht, die sich dann mit Unterrichtsmaterial oder Material generell beschäftigen. Und in Bezug auf die, was dann eigentlich Lehrerinnen und Lehrer damit machen, haben wir auch noch eine Podcast Episode geplant, mit der Lehrerin Monika Heusinger, die auch in Kaiserslautern mit in den OERlabs Seminaren, sozusagen, dort die Lehre macht und mit den Studierenden gearbeitet hat. Da sind wir, glaub ich, beide sehr gespannt, weil sie sich da schon länger mit dem Thema beschäftigt und das auch aktiv im Unterricht einsetzt. Die nächste Episode wird es dann aber erstmal mit Miriam und Michael geben. Das sind die studentischen Hilfskräfte, die die OERlabs an der TU Kaiserslautern betreuen. Da es da ja einen extra Raum in der Bibliothek gibt und uns natürlich auch die Frage interessiert: Was nehmen denn jetzt studentische Hilfskräfte eigentlich, wie nehmen die das Thema auf? Wie gehen die jetzt damit um? Und die sind da auch gerade mit sehr viel Motivation und Herzblut dabei, hab ich gehört, wenn es darum geht andere Studierende für das Thema OER überhaupt zu begeistern und die in den Raum einzuladen. Also die versuchen sich da gerade, in den sozialen Netzwerken auch da, an die Studierenden ran zu kommen, weil es natürlich kein Pflichtseminar ist. Ich glaub, da wird es auch nochmal ganz spannend zu sein, da wird es spannend zu hören, was da so los ist.

[48:17] Bence Lukács: Ja. Vor allem da ja Konstanze diese Podcast Episode aufgenommen hat, müssen wir das selber noch anhören. Also da bin ich auch sehr gespannt drauf.

[48:27] Matthias Andrasch: Genau. So viel mit dem Ausblick. Zum Abschluss: Wenn jemand Feedback hat, gerne auch kritisch, konstruktiv oder noch weitere Beispiele kennt für Projekte oder Tools, die wir hätten auf jeden Fall ansprechen sollen, ergänzt das gerne in den Kommentaren unter der Podcast-Episode oder twittert das unter dem Hashtag OERlabs oder an unseren Twitter Account: @oerlabs oder schreibt uns einfach eine E-Mail: kontakt@oerlabs.de. Bence, du hast das Schlusswort.

[48:56] Bence Lukács: Das war es (Lachend). Wir hören uns beim nächsten Mal.

[48:59] Matthias Andrasch: Alles klar. Viele Grüße aus Köln.

 

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