Wie geht es weiter? Anschlussfähigkeit der OERlabs

„Wie geht es weiter?“ – diese Frage hören wir als Projektteam in letzter Zeit öfter. Auch der Projektträger, das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., hat diese Frage (etwas detaillierter) für den Zwischenbericht bei uns angefragt. Hier unsere Stellungnahme des Standorts Köln für die „Wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit für eine mögliche notwendige nächste Phase bzw. die nächsten innovatorischen Schritte zur erfolgreichen Umsetzung der Ergebnisse“ wie es im Bericht so schön heißt:

Autorin JProf. Dr. Sandra Hofhues

Wissenschaftliche Anschlussfähigkeit

Das Projekt OERlabs legt nach dem ersten Projektjahr wissenschaftliche Perspektiven an unterschiedlichen Stellen offen, darunter:

Forschung über OER: Wie die OERlabs bereits im ersten Projektjahr zeigen konnten, gibt es viele Wünsche und Hoffnungen in Richtung offener Bildung und offener Bildungsmaterialien. Wenig Bezug wird aber zu bestehender Forschung und medientechnologischen Entwicklungen in den betreffenden Institutionen (Schule, Hochschule) wie auch in den Bezugsdisziplinen genommen. Von Beginn des Projekts an konnten die OERlabs daher Forschungsperspektiven für OER in Bildungsinstitutionen, für Routinehandeln in/mit Medien in Organisationen wie auch für Medienbildung in lebenslanger Perspektive bzw. in der Lehrer* innenbildung offenlegen. Alle Perspektiven werden im zweiten Projektjahr u.a. durch wissenschaftliche Veröffentlichungen verfolgt. So steht bereits jetzt fest, dass das Stichwort OER durch die OERlabs in der Neuauflage des Handbuchs Medienpädagogik sowie im (neuen) Handbuch Digitalisierung in der Sozialen Arbeit hinterlegt wird. Die Dissemination der OER-Thematik in die wissenschaftliche und medienpädagogische Community wird auf diese Weise mehr als sichergestellt.

Hochschul- und Organisationsforschung: Des Weiteren ergeben sich Perspektiven für die Hochschul-/Organisationsforschung, da sich am Beispiel der OERlabs deutlich zeigt, dass, wie und warum u.a. Hochschulen auf Veränderungsbestrebungen von außen mit Zurückhaltung reagieren. In Verbindung mit dem ebenfalls BMBF-geförderten Forschungsprojekt You(r) Study (Förderlinie Digitale Hochschulbildung) an meiner Professur werden weitere Forschungsprojekte im Forschungsschwerpunkt Hochschule/Medien angestrebt.

Gestaltungsorientierung in der Bildung: Zuletzt leisten die OERlabs einen sichtbaren Beitrag zur Diskussion um gestaltungsorientierte Bildungsforschung. Im Jahr 2018 wurde daher u.a. ein Beitrag zur Gestaltungsorientierung in den OERlabs in der Online-Zeitschrift MedienPädagogik eingereicht. Er basiert auf Projekt-Erfahrungen über die Verbundstandorte hinweg und dokumentiert das Vorgehen in wissenschaftlich-reflektierter Weise.

Wirtschaftliche Anschlussfähigkeit

Alle an den OERlabs beteiligten Personen legen Wert darauf, dass Materialien, Artikel, Prozessbeschreibungen etc. frei im Internet (möglichst unter Creative Commons-Lizenz) verfügbar sind. Durch die Kohärenz von Inhalt (OER) und Form (freie Zugänglichkeit) ist von einer Glaubwürdigkeit der einzelnen Aktivitäten auszugehen. Zudem stellt das Projekt auf diese Weise sicher, dass zentrale Überlegungen und Materialien über die Verbundstandorte Köln und Kaiserslautern hinaus genutzt werden. Hieraus ergeben sich wirtschaftliche Vorteile für all diejenigen, die auf www.oerlabs.de zugreifen. Um die Webseite künftig nutzen zu können, wird die Nachnutzung durch das Data Center for the Humanities der Universität zu Köln geprüft. Des weiteren wurde seit Berichtslegung 2017 ein lehrbezogener Projektantrag beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zur ‚Data Literacy Education’ seitens der Universität zu Köln auf den Weg gebracht. Er bedient sich dezidiert des dialogorientierten Vorgehens in den OERlabs. Zudem soll der Aufbau des internen Forschungsdatenzentrums (ausgehend von der Stadt- und Universitätsbibliothek Köln) von dieser Vorgehensweise profitieren.

Nächste innovatorische Schritte zur erfolgreichen Umsetzung: Aus Perspektive 2017 galt es, die Multistakeholder-Dialoge an der Universität zu Köln zu einem gemeinsamen Ende zu bringen. Die entsprechende Abschlussveranstaltung hat am 5.7.2018 stattgefunden, die Ergebnisse der OERlabs wurden an das Rektorat der Universität zu Köln übergeben. Zudem ist es gelungen, dass der ehemalige Prorektor für Studium und Lehre – Prof. Dr. Stefan Herzig – und heutige Präsident der TH Köln zur Abschlussveranstaltung gekommen ist. So können potenziell Erkenntnisse der OERlabs in die ‚Nachbarhochschule’ transportiert werden. Die OERlabs stehen nun vor der Aufgabe, die Erfahrungen im Open-Book zu dokumentieren. Die zugehörigen Planungen sind abgeschlossen. Es soll als ‚Field Book’ standortübergreifenden Einblick in viele Schritte der OERlabs geben. D.h. die angestrebten Projektziele werden nach aktuellem Stand auch erreicht.

Titelbild des Beitrags: geralt / Pixabay (CC0)

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